15.07.2026

Von der normativen Kraft des Rechts in Zeitenwenden

Erleben wir gegenwärtig den Übergang von einer regelbasierten internationalen Ordnung zu einer Machtordnung? Dieser weitverbreiteten Diagnose widerspricht Hendrik Simon in seinem neuen Buch „Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen“, das am 15. Juli 2026 im Reclam-Verlag erschienen ist. Anknüpfend an seine preisgekrönte Forschung zum „Mythos vom freien Recht zum Krieg“ setzt sich der Friedensforscher darin mit der langen Geschichte von Krieg und Völkerrecht von der Antike bis zu Gegenwart auseinander. Die Kernthese: „Krieg musste stets gerechtfertigt werden. Und diese Rechtfertigungen machten und machen einen realen Unterschied. Rechtfertigungsnarrative, die nicht überzeugen konnten, riefen Widerspruch und auch politischen Widerstand hervor.“

Simon widerspricht damit auch der weitverbreiteten und von Carl Schmitt populär gemachten These, es habe vor dem Kriegsverbot des 20. Jahrhunderts ein „freies Recht zum Krieg“ gegeben. „Das freie Recht zum Krieg ist ein Mythos“, so Hendrik Simon. „Rechtfertigungsmuster haben sich über die Geschichte hindurch verändert. Aber zugleich steht fest: Krieg war nie eine normales Instrument der Politik. Er bedurfte immer einer Begründung. Die Geschichte des Krieges ist zugleich eine Geschichte seiner Rechtfertigung und Kritik.“

Das gelte auch heute, so Simon weiter. Das Recht wirke – allen Rechtsverletzungen der jüngeren Gegenwart – kontrafaktisch weiter. Damit das Vertrauen in das Recht aber nicht verloren gehe, so Simon, „ist es essentiell, dass das Völkerrecht gegen die neue Realpolitik verteidigt wird. Gerade für eine Mittelmacht wie Deutschland ist das alternativlos.“

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

News
15.07.2026

Von der normativen Kraft des Rechts in Zeitenwenden

Erleben wir gegenwärtig den Übergang von einer regelbasierten internationalen Ordnung zu einer Machtordnung? Dieser weitverbreiteten Diagnose widerspricht Hendrik Simon in seinem neuen Buch „Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen“, das am 15. Juli im Reclam-Verlag erschienen ist.

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Publikation
15.07.2026 | Monographie

Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen

Simon, Hendrik (2026): Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen. Ditzingen: Reclam.

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01.07.2026

Stadtgespräch debattiert Chancen und Grenzen des Parteiverbots

Wie soll eine Demokratie mit politischen Kräften umgehen, die ihre eigenen Grundlagen in Frage stellen? Dieser Frage widmete sich das XXIV. Frankfurter Stadtgespräch am 23. Juni 2026 im Frankfurter Museum für Kommunikation.

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19.06.2026

Internationales Symposium würdigt Lebenswerk von Jürgen Habermas

Am Freitag, den 19. Juni 2026, würdigte das Forschungszentrum Normative Orders gemeinsam mit dem Suhrkamp-Verlag den verstorbenen Jürgen Habermas mit einem internationalen Symposium an der Goethe-Universität Frankfurt.

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03.06.2026

Crisis Talk zu Vertrauen, Zusammenhalt und Demokratie in Europa

Vertrauen, Zusammenhalt, Demokratie – drei große Begriffe, die in Europa derzeit allgegenwärtig sind und am 02. Juni 2026 im "Crisis Talk" in Brüssel diskutiert wurden.

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News
26.05.2026

Neuer Sammelband zu Ehren von Ute Sacksofsky

Der Sammelband „Gerechtigkeit als Thema der Rechtswissenschaft“ bündelt die Beiträge des Ehrensymposiums zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Dr. hc. Ute Sacksofsky und beleuchtet aus intergenerationeller Perspektive zentrale Fragen feministischer Rechtswissenschaft zu Geschlecht, Gerechtigkeit, Gleichheit und juristischen Methoden.

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