GRADE Center Normative Orders

Das Forschungszentrum Normative Ordnungen und seine zugeordneten Forschungsvorhaben gehen interdisziplinär und in enger Verbindung von normativen und empirischen Analysen den Veränderungen von Ordnungen und Ordnungsvorstellungen nach. Die jeweiligen Forschungen reichen von neuen Ordnungen der Digitalität bis hin zu Fragen des politischen Vertrauens (im Rahmen der hessischen Clusterinitiative „ConTrust“), der Demokratie der Zukunft, des sozialen Zusammenhalts, internationaler Kooperation und der globalen bzw. Klimagerechtigkeit. Im Kontext des Frankfurter Standorts des „Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ werden insbesondere die sozialen Kämpfe um Anerkennung und Teilhabe und die produktive Kraft, die aus solchen sozialen und politischen Konflikten erwachsen kann, erforscht.


Das Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ steht im Zentrum des Profilbereichs „Globale Ordnungen und gesellschaftliche Transformationen“ (kurz Orders and Transformations) der Goethe-Universität, der sich mit gesellschaftlichen Ordnungen bzw. Strukturen und ihren Umbrüchen beschäftigt. Umbrüche entstehen, wenn bestehende Strukturen geänderten Verhältnissen nicht mehr gerecht werden. Das zeigt sich in so vielfältigen Bereichen wie dem menschengemachten Klimawandel, Finanzkrisen, der Coronapandemie, wachsender sozialer Ungleichheit und dem globalen Erstarken des Rechtspopulismus, der demokratische Ordnungen verändert, der Migration und den damit verbundenen Herausforderungen sowie den fortbestehenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. Der Krieg in der Ukraine wird die internationale Ordnung zudem nachhaltig verändern. Der Forschungsverbund untersucht die normativen Vorstellungen, die bei derartigen Prozessen und Konflikten eine Rolle spielen. Die Grundlagen der Politik und des Rechts werden aus sozial-, rechts-, wirtschafts- und geisteswissenschaftlicher Perspektive analysiert.

Zielsetzung

Das GRADE Center Normative Orders organisiert sich um das Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität. Die (Post)Graduiertenförderung ist ein zentrales Anliegen des Forschungsverbunds. Mit unserem inter- und transdisziplinären Ausbildungskonzept wollen wir jungen Wissenschaftler*innen in der frühen Berufsphase (Early Career Researchers) den Schritt in die wissenschaftliche Selbstständigkeit ermöglichen. Das Qualifizierungsprogramm richtet sich an Sozial-, Rechts-, Wirtschafts-, und Geisteswissenschaftler*innen in der Promotions- und Postdocphase.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Publikation
20.08.2026 | Buchkapitel

Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus?

Biebricher, Thomas (2026): Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus? In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 222-246.

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Publikation
20.08.2026 | Buchkapitel

Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels

Daase, Christopher (2026): Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels. In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 205-221.

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Publikation
19.08.2026 | Sammelband

Sokrates revised and revisited

Bohl, Judith K.; Brandis, Veronika; Pfeifer, Guido (Hrsg.) (2026): „Sokrates revised and revisited. Überlieferung, Diskurs, Inszenierung“. Heidelberg: Propylaeum. 

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Publikation
14.08.2026 | Buchkapitel

Vom rechtshistorischen Erkenntniswert antiker Tragödiendichtung: Überlegungen anhand Euripides’ Medeia

Pfeifer, Guido (2026): "Vom rechtshistorischen Erkenntniswert antiker Tragödiendichtung: Überlegungen anhand Euripides’ Medeia". In: Gsell, Beate; Rüfner, Thomas; Babusiaux, Ulrike (Hrsg.): Die unverzichtbare Wissenschaft – The Indispensable Science, Mohr Siebeck, S. 663-671.

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Publikation
01.08.2026 | Buchkapitel

"Das Andere in uns selbst" (Marcel Gauchet). Das Ideal gesellschaftlicher Autonomie und die Denkfigur der Alterität

Langner-Pitschmann, Annette (2026): „Das Andere in uns selbst“ (Marcel Gauchet). Das Ideal gesellschaftlicher Autonomie und die Denkfigur der Alterität. In: Schlette, Magnus et. al. (Hrsg.): Ordnung im Übergang Zur Funktion von Transzendenzbezügen in der Konstitution und Transformation politischer Gemeinschaft, Tübingen: Mohr Siebeck, S. 185-205.

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Veranstaltung
24.09.2026 | Frankfurt am Main

Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen / Friedensgutachten 2026

Buchvorstellung

Die imperialistische Großmachtpolitik ändert die Vorzeichen von Krieg, Frieden und Sicherheit. Staaten agieren zunehmend wie Warlords und setzen Krieg als Mittel der Politik ein. Übergänge von Gewaltkonflikten zu Frieden werden als „Deals“ behandelt, Mittelmächte treten mit neuem Selbstbewusstsein, aber ambivalentem Kurs auf, und technologische Innovation verändert Kriege und erschwert die Regulierung. Zugleich befindet sich die internationale Kooperation in der Friedenssicherung in ihrer schwersten Krise. Das Friedensgutachten 2026 analysiert Optionen, dennoch Frieden zu fördern.

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