03.06.2026

Crisis Talk zu Vertrauen, Zusammenhalt und Demokratie in Europa

Wenn in Europa die Wahlerfolge rechtsextremer Parteien diskutiert werden oder von weltweiten multiplen Krisen die Rede ist, sind drei große Begriffe derzeit allgegenwärtig: Vertrauen, Zusammenhalt, Demokratie. Doch was genau meinen wir eigentlich, wenn wir von politischem Vertrauen und gesellschaftlichem Zusammenhalt sprechen? Was beschreiben diese Begriffe und wie belastbar sind sie wirklich als Lösungsangebote für gesellschaftliche und politische Krisenphänomene? Diesen Fragen widmete sich der Crisis Talk „Zusammenhalt, Vertrauen und Demokratie in Europa“ am 02. Juni 2026 in der Vertretung des Landes Hessen bei der Europäischen Union in Brüssel.

Zunächst begrüßten Dr. Thomas Eckert, Leiter der Vertretung des Landes Hessen bei der EU, und Rebecca C. Schmidt, Geschäftsführerin des Forschungszentrums „Normative Orders“ sowie des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt, die anwesenden Gäste und eröffneten die Veranstaltung. In seinem anschließenden Impuls machte Prof. Dr. Rainer Forst, Direktor des Forschungszentrums „Normative Orders“ und stellvertretender Sprecher des FGZ Frankfurt, deutlich, dass die Begriffe „Zusammenhalt“ und „Vertrauen“ nicht jederzeit und überall schon einen eigenständigen Wert per se hätten, sondern es immer auf ihren jeweiligen normativen Kontext ankäme. So seien beispielsweise weder nationalistischer oder xenophober Zusammenhalt noch autoritäres Vertrauen in Führungspersönlichkeiten normativ wertvoll.

In der darauffolgenden Podiumsdiskussion beleuchteten MdEP Prof. Dr. Sven Simon, Sandra Parthie, Präsidentin der Arbeitsgruppe im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und Leiterin des Brüsseler Büros des Instituts der deutschen Wirtschaft, und Prof. Dr. Rainer Forst unterschiedliche Facetten von Vertrauen, Zusammenhalt und Demokratie in Europa – unter anderem die Frage, ob die EU-Kohäsionspolitik dazu einen Beitrag leisten kann. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Helga Schmidt, Publizistin und ehemalige Leiterin des ARD-Hörfunkstudios in Brüssel.

Die Veranstaltungsreihe „Crisis Talks“ wird vom Forschungszentrum „Normative Orders“ zusammen mit dem Leibniz-Forschungsnetzwerk „Umweltkrisen – Krisenumwelten“, dem Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie dem hessischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung durchgeführt und geht der Frage nach, wie Europa mit seinen aktuellen und vergangenen Krisen umgehen sollte.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Publikation
20.08.2026 | Buchkapitel

Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus?

Biebricher, Thomas (2026): Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus? In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 222-246.

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Publikation
20.08.2026 | Buchkapitel

Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels

Daase, Christopher (2026): Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels. In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 205-221.

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Publikation
19.08.2026 | Sammelband

Sokrates revised and revisited

Bohl, Judith K.; Brandis, Veronika; Pfeifer, Guido (Hrsg.) (2026): „Sokrates revised and revisited. Überlieferung, Diskurs, Inszenierung“. Heidelberg: Propylaeum. 

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Publikation
14.08.2026 | Buchkapitel

Vom rechtshistorischen Erkenntniswert antiker Tragödiendichtung: Überlegungen anhand Euripides’ Medeia

Pfeifer, Guido (2026): "Vom rechtshistorischen Erkenntniswert antiker Tragödiendichtung: Überlegungen anhand Euripides’ Medeia". In: Gsell, Beate; Rüfner, Thomas; Babusiaux, Ulrike (Hrsg.): Die unverzichtbare Wissenschaft – The Indispensable Science, Mohr Siebeck, S. 663-671.

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Publikation
01.08.2026 | Buchkapitel

"Das Andere in uns selbst" (Marcel Gauchet). Das Ideal gesellschaftlicher Autonomie und die Denkfigur der Alterität

Langner-Pitschmann, Annette (2026): „Das Andere in uns selbst“ (Marcel Gauchet). Das Ideal gesellschaftlicher Autonomie und die Denkfigur der Alterität. In: Schlette, Magnus et. al. (Hrsg.): Ordnung im Übergang Zur Funktion von Transzendenzbezügen in der Konstitution und Transformation politischer Gemeinschaft, Tübingen: Mohr Siebeck, S. 185-205.

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Veranstaltung
24.09.2026 | Frankfurt am Main

Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen / Friedensgutachten 2026

Buchvorstellung

Die imperialistische Großmachtpolitik ändert die Vorzeichen von Krieg, Frieden und Sicherheit. Staaten agieren zunehmend wie Warlords und setzen Krieg als Mittel der Politik ein. Übergänge von Gewaltkonflikten zu Frieden werden als „Deals“ behandelt, Mittelmächte treten mit neuem Selbstbewusstsein, aber ambivalentem Kurs auf, und technologische Innovation verändert Kriege und erschwert die Regulierung. Zugleich befindet sich die internationale Kooperation in der Friedenssicherung in ihrer schwersten Krise. Das Friedensgutachten 2026 analysiert Optionen, dennoch Frieden zu fördern.

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