Babes Behind Bars – Gesetz und Gewalt im Frauengefängnisfilm
Vortrag von Verena Lueken (F.A.Z.) am 25. April 2014 zur Ringvorlesung „Gesetz und Gewalt im Kino“ über „Caged“ (John Cromwell, USA 1950)
Verena Lueken, Filmkritikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, stellt in ihrer Einführung in den wenig bekannten Frauengefängnisfilm „Caged“ von John Cromwell (USA 1950) mehrere differenzierte Bezüge zum übergeordneten Thema der Veranstaltung her. Im Mittelpunkt von Luekens Ausführungen stehen vier einander überlappende Systeme normativer Ordnungen, die sie zum Teil als Objekt der Darstellung im Film selbst, zum Teil aber auch als wesentliches Wirkungsprinzip seiner Entstehungsumstände identifiziert.
Nachdem sie den Film in das Genre des Frauengefängnisfilms sowohl eingeordnet als auch von bestimmten Klischees abgegrenzt hat, beschreibt Lueken das narrative Geschehen im Film als Konflikt zwischen der staatlichen Ordnung der Institution Gefängnis und der gewalttätigen Ordnung, die das Leben der Insassen kennzeichne. Ausgehend von diesen Deutungen arbeitet Lueken heraus, inwieweit sich der Film bestehenden Genrekonventionen widersetzte. Als vierte Ordnung wird schließlich mit dem Verweis auf die erschwerten Entstehungsbedingungen des Films die Selbstzensur in Hollywood vor allem während der 50er und 60er Jahre genannt, was Lueken zum Anlass nimmt, auch die gesellschaftskritische Dimension des Films auszuloten.
Veranstalter:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main
Aktuelles aus dem Forschungszentrum
The Cambridge History of Latin American Law in Global Perspective
Duve, Thomas; Herzog, Tamar (eds.): The Cambridge History of Latin American Law in Global Perspective, Cambridge: Cambridge University Press, 2024 (portugiesisch 2025; spanisch 2026).
weitere Infos ›Rechtsgeschichte des frühneuzeitlichen Hispanoamerika
Duve, Thomas; Egío, José Luis (2023): Rechtsgeschichte des frühneuzeitlichen Hispanoamerika, Berlin: De Gruyter, 2023.
weitere Infos ›Das Prinzip Donald Trump und die Verrohung der Welt
Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet. Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen.
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Vortrag von MartinO'Neill (University of York). Die Vortragsreihe untersucht Fragen der Klimakrise als Herausforderungen für demokratische Gesellschaften und konzentriert sich auf Themen wie politische Legitimität, Widerstand gegen fossile Brennstoffe und die Interessen künftiger Generationen. Sie wird organisiert von Prof. Dr. Darrel Moellendorf und Dr. Lukas Sparenborg.
weitere Infos ›Failed States and Cloudy skies: Tipping Points, Overshoot and Permanent Emergency, after America
Vortrag von Geoff Mann (Simon Fraser University, Canada). Die Vortragsreihe untersucht Fragen der Klimakrise als Herausforderungen für demokratische Gesellschaften und konzentriert sich auf Themen wie politische Legitimität, Widerstand gegen fossile Brennstoffe und die Interessen künftiger Generationen. Sie wird organisiert von Prof. Dr. Darrel Moellendorf und Dr. Lukas Sparenborg.
weitere Infos ›Political Legitimacy, Authoritarianism, and Climate Change
Vortrag von Ross Mittiga (SOAS London). Die Ringvorlesung "Der Klimawandel: Von ökologischen zu demokratischen Kipppunkten?" untersucht Fragen der Klimakrise als Herausforderungen für demokratische Gesellschaften und konzentriert sich auf Themen wie politische Legitimität, Widerstand gegen fossile Brennstoffe und die Interessen künftiger Generationen. Sie wird organisiert von Prof. Dr. Darrel Moellendorf und Dr. Lukas Sparenborg.
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Von Rainer Forst und Klaus Günther. Mit Jürgen Habermas verlieren wir einen unvergleichlichen, weltweit die Geistes- und Sozialwissenschaften über viele Jahrzehnte prägenden Gelehrten und engagierten Intellektuellen, der, wie er selbst anlässlich seiner Rede zu seinem 90. Geburtstag an der Goethe-Universität sagte, an dieser Universität drei glückliche Phasen seines akademischen Lebens erfahren hat. Er hat auch nach seiner Emeritierung an vielen unserer Diskussionen am Zentrum Normative Ordnungen aktiv teilgenommen, und seine Theorie war für uns stets ein zentraler Bezugspunkt der Forschung. Wir selbst verlieren unseren wichtigsten akademischen Lehrer, der uns über die Jahrzehnte hinweg freundschaftlich verbunden war.
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