Narration und Rechtfertigung im Kino

Vorlesungsreihe 2011

Im Kontext des Forschungsprojekts „Rechtfertigungsnarrative: Das Beispiel des gegenwärtigen Kinos“ widmet sich die Vorlesungsreihe der Frage, wie sich Erzählung und Rechtfertigung in unterschiedlichen Epochen und Genres des Kinos zueinander verhalten. Am Beispiel mehr oder weniger klassischer Filme werden die einzelnen Vorlesungen erörtern, ob und wie filmische Erzählungen auf ihre Weise zur Legitimation und/oder Delegitimation normativer Einstellungen und Ordnungen beitragen – oder doch beitragen können.

Aus der Perspektive verschiedener Disziplinen werden vortragen: Astrid Erll (Frankfurt), Daniel Feige (Berlin), Günter Frankenberg (Frankfurt), Josef Früchtl (Amsterdam), Vinzenz Hediger (Frankfurt am Main), Gertrud Koch (Berlin), Robert Pippin (Chicago), Regine Prange (Frankfurt am Main), Juliane Rebentisch (Frankfurt am Main), Jochen Schuff (Frankfurt), Martin Seel (Frankfurt am Main), Christiane Voss (Weimar), Thomas Wartenberg (South Hadley, MA), George Wilson (Los Angeles) und Hans Jürgen Wulff (Kiel).


Programm

20. Oktober 2011, 16.15 Uhr, HZ9
Martin Seel (Frankfurt am Main): Einführung

27. Oktober 2011, 16.15, HZ9
Vinzenz Hediger (Frankfurt am Main): Führbare und unführbare Kriege
über „Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb“ (R: Stanley Kubrick; UK 1964)

3. November 2011, 16.15 Uhr, HZ9
Martin Seel (Frankfurt am Main: Die Widerstandskraft neurotischer Individuen
über „To Be or Not to Be“ (R: Ernst Lubitsch; USA 1942)

10. November 2011, 16.15 Uhr, HZ9
Gertrud Koch (Berlin): Narrative Legitimierung von Affekten – Perspektivendrehungen in Inglourious Basterds
über „Inglourious Basterds“ (R: Quentin Tarantino; USA/Deutschland 2009) 

17. November 2011, 16.15 Uhr, HZ9
Christiane Voss (Weimar): Zur Taxis und Affektlogik des Bewegbildes im Kino
über „Sud sanaeha [Blissfully Yours]“ (R: Apichatpong Weerasethakul; Thailand/Frankreich 2002)

24. November 2011, 16.15 Uhr, HZ9
Astrid Erll (Frankfurt am Main): Jarhead, Remediation und die Logik des Kriegskinos made in Hollywood
über „Jarhead“ (R: Sam Mendes; Deutschland/USA 2005)

28. November 2011, 18.15 Uhr, HZ6
Robert Pippin (Chicago): Passive and Active Skepticism in Nicholas Ray’s In a Lonely Place
über „In a Lonely Place“ (R: Nicholas Ray; USA 1950)

1. Dezember 2011, 16.15 Uhr, HZ9
George Wilson (Los Angeles): „God is Wrong“: On Nicholas Ray’s Bigger Than Life
über „Bigger Than Life“ (R: Nicholas Ray; USA 1956)

8. Dezember 2011, 16.15 Uhr, HZ9
Thomas Wartenberg (South Hadley, MA): Narrating History in John Ford’s The Man Who Shot Liberty Valance
über „The Man Who Shot Liberty Valance“ (R: John Ford; USA 1962)

15. Dezember 2011, 16.15 Uhr, HZ9
Jochen Schuff (Frankfurt am Main): Bilder außerhalb der Ordnungen
über „Southland Tales“ (R: Richard Kelly; Deutschland/USA/Frankreich 2006)

12. Januar 2012, 16.15 Uhr, HZ9
Günter Frankenberg (Frankfurt am Main): Die Geschichte der Qiu Ju
über „Qiu Ju da guan si [Die Geschichte der Qiu Ju]“ (R: Zhang Yimou; China/Hong Kong 1992)

19. Januar 2012, 16.15 Uhr, HZ9
Regine Prange (Frankfurt am Main): Monster und Moral – Treue und Verrat in der Trilogie Der Herr der Ringe
über „The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring“ (R: Peter Jackson; Neuseeland/USA 2001)

26. Januar 2012, 16.15 Uhr, HZ9
Daniel Feige (Berlin): Mediale Autopsie des Krieges – Autopsie des medialen Krieges. Brian De Palmas Redacted
über „Redacted“ (R: Brian De Palma; USA/Kanada 2007)

2. Februar 2012, 16.15 Uhr, HZ9
Juliane Rebentisch (Offenbach am Main): I’m Not There. Zur Kritik von Narration und Rechtfertigung im Biopic
über „I’m Not There“ (R: Todd Haynes; USA/Deutschland 2007)

9. Februar 2012, 16.15 Uhr, HZ9
Josef Früchtl (Amsterdam): „Denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht.“ Überwachen und Strafen in Minority Report
über „Minority Report“ (R: Steven Spielberg; USA 2002)

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
20.03.2026 | Frankfurt am Main

40 Jahre Schengen-Raum

Kolloqium

Der 1984 geschlossene Schengen-Vertrag schuf einen heute 29 Staaten umfassenden Raum ohne Binnengrenzen, doch Migration über die Außengrenzen führte zuletzt zur Wiedereinführung von Kontrollen, auch durch die Bundesregierung ab 8. Mai 2025. Das Walter Hallstein-Kolloquium diskutiert die rechtliche Zulässigkeit, wirtschaftliche Folgen insbesondere für Arbeitsmigration und Arbeitsmarkt sowie die Zukunft des Schengen-Raums.

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News
12.02.2026

Satanistische Politik und der Niedergang der Vernunft in liberalen Demokratien

Ein letztes Mal im Wintersemester 2025/26 lud das Forschungszentrum zur Ringvorlesung „Am Scheidepunkt. Zur Krise der Demokratie“. Zum Abschluss hat der Philosoph Michael Rosen von der Harvard University sein Konzept der „satanic politics“ als eine Variante der politischen Deutung der Welt vorgestellt.

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News
09.02.2026

Zur Aktualität des Gewaltbegriffs anhand von Camus und Derrida

Prof. Dr. Christine Abbt von der Universität St. Gallen hat im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ einen Vortrag über Demokratien und den Gewaltbegriff gehalten. Unter dem Titel „Demokratien verteidigen. Zur Aktualität des Gewaltbegriffs bei Camus und Derrida“ besprach die Philosophin Formen von Gewalt und Revolte und ordnete diese im Hinblick auf ein demokratisches Setting ein.

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Publikation
04.02.2026 | Zeitschriftenartikel

New Perspectives on Trust in International Conflicts

Wille, Tobias; Simon, Hendrik; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Wheeler, Nicholas J.; Holmes, Marcus; Rathbun, Brian C.; Acharya, Amitav; Mitzen, Jennifer (2026): „New Perspectives on Trust in International Conflicts“. In: International Studies Review 28 (1), viaf027. 

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News
02.02.2026

Staatlicher Wettbewerb um Menschen – David Owen über civil geopolitics

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt – Zur Zukunft der Demokratie“ präsentierte David Owen von der Universität Southampton sein Konzept der civil geopolitics.

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News
20.01.2026

Christine Hentschel über Neuorientierungen in katastrophischen Zeiten

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ sprach die Soziologin über das Leben in und den Umgang mit katastrophischen Zeiten. Vor dem Hintergrund der Zerstörung der Lebensbedingungen, Kriegen, dauerhafter Krisenhaftigkeit sowie der Bedrohungen der Demokratie widmete sich Hentschel dem Einsickern des Katastrophischen in den gesellschaftlichen Alltag und einem sich verändernden aktivistischen und literarischen Umgang mit der Zukunft.

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News
05.01.2026

Wir trauern um Thomas M. Schmidt

Mit Thomas M. Schmidt, der am letzten Tag des Jahres 2025 verstorben ist, in dem wir erst wenige Monate zuvor seinen 65. Geburtstag mit einem Symposium begingen, verlieren wir einen der großen Religionsphilosophen unserer Zeit. Sein jäher Tod reißt eine Lücke in die Gemeinschaft der Forschenden, die wie er zu verstehen suchen, was die Rolle der Religion in den säkularen Gesellschaften unserer Zeit ist und sein kann. Zugleich wird er als der wunderbare Mensch fehlen, der er war.

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Publikation
19.12.2025 | Sammelband

Faszination und Freiheit 

Günther, Klaus; Zabel, Benno (Hrsg.) (2025): Faszination und Freiheit - Gegenwartsdiagnosen im Anschluss an Christoph Menkes Theorie der Befreiung, Weilerswist (Velbrück Wissenschaft).

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Publikation
12.12.2025 | Sammelband

Zwischen Transformation und Abolitionismus. Das Strafrecht und die Vielfalt der Alternativen

Tobias Singelnstein, Christoph Burchard (2025)

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