01.04.2025
Buchkapitel

Wie weit reicht die Solidarität? Hoffnung und Verzweiflung in Mitgliedschaftssystemen nach der Pandemie

Über das Jahrbuch:

Menschen aus dem globalen Norden können Grenzen heute leichter denn je überqueren. Jene aus dem globalen Süden dagegen werden längst nicht mehr nur an Staatsgrenzen kontrolliert. Sie sind bereits in ihren Herkunftsländern mit Grenzen konfrontiert, die bis tief in die staatlichen Territorien im globalen Norden hineinreichen. Diese territorialen Grenzziehungen werden seit Jahrzehnten von rechtspopulistischen Bewegungen in den Zielregionen von Migration symbolisch unterfüttert. Damit verstärken sie zugleich die sozialen Grenzen innerhalb von Migrationsgesellschaften. Wer die Zuwanderung von Muslim:innen unterbinden will, spricht auch jenen Muslim:innen, die bereits hier leben, die Zugehörigkeit ab. Territoriale und soziale Grenzziehungen hängen also eng miteinander zusammen, werden aber nur selten gemeinsam diskutiert. Der vorliegende Band will den Blick für diese Zusammenhänge schärfen. Thematisch befassen sich die Beiträge nicht nur mit Asyl, sondern auch mit Arbeits- und Rückkehrmigration. Dabei ist es den Autor:innen ein Anliegen, der zunehmenden territorialen und sozialen Ausgrenzung entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck entwickeln sie neue Perspektiven auf Migration: Sie verorten diese im umfassenderen Paradigma der Mobilität, regen zu neuen theoretischen Ansätzen an und demonstrieren das Potential postmigrantischer Perspektiven. Sie richten den Blick auf rechtliche und politische Entwicklungen, mit denen sich den eskalierenden Grenzziehungen in liberalen Demokratien begegnen lässt, interessieren sich dafür, ob und wie Migrant:innen sich selbst ihrer Ausgrenzung widersetzen können und befassen sich schließlich mit Möglichkeiten gesamtgesellschaftlicher Solidarität.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
02.02.2027 | Frankfurt

Klassenjustiz, race und abolitionistische Demokratie

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Prof. Dr. Daniel Loick (Amsterdam) im Rahmen der Ringvorlesung "Ist das Recht am Ende?" im Wintersemester 2026/2027. Organisiert von Klaus Günther und Benno Zabel.

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Veranstaltung
19.01.2027 | Frankfurt

Nach der Normativität. Zum Verhältnis von Politik und Recht unter komputationalen Bedingungen

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Prof. Dr. Sabine Müller-Mall (Frankfurt am Main) im Rahmen der Ringvorlesung "Ist das Recht am Ende?" im Wintersemester 2026/2027. Organisiert von Klaus Günther und Benno Zabel.

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Veranstaltung
08.12.2026 | Frankfurt am Main

Transformationen des Rechts im Anthropozän?

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Prof. Dr. Doris Schweitzer (Frankfurt am Main) im Rahmen der Ringvorlesung "Ist das Recht am Ende?" im Wintersemester 2026/2027. Organisiert von Klaus Günther und Benno Zabel.

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Veranstaltung
26.11.2026 | Frankfurt am Main

Rechtskritik oder Rechtsnihilismus?

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Prof. em. Dr. Günter Frankenberg (Frankfurt am Main) im Rahmen der Ringvorlesung "Ist das Recht am Ende?" im Wintersemester 2026/2027. Organisiert von Klaus Günther und Benno Zabel.

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Veranstaltung
24.10.2026 | Frankfurt am Main

Machtübergabe? Wie geht es weiter, wenn der demokratische Liberalismus abgewählt wird

Podiumsdiskussion, Vortrag

Gegen den Aufstieg autoritärer und populistischer Parteien hat national wie international bisher kein Mittel geholfen: Weder Brandmauern noch Anbiederung haben Wirkung gezeigt. Was geschieht, wenn sie in Regierungsverantwortung kommen und politische Macht übernehmen? Wie liefe ein solcher Prozess der Machtübergabe ab, welche Folgen hätte er für die Bundesrepublik – und wie kann die Gesellschaft darauf noch reagieren? Die Römerberggespräche als Ort demokratischer Gesprächskultur und gesellschaftlicher Kontroverse wollen sich dieses Themas annehmen und ihm statt Fatalismus Anschauung und Diskussion entgegensetzen.

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Publikation
08.09.2026 | Monographie

Bedingungen unserer Existenz. Zur Aktualität Michel Foucaults

Saar, Martin; Vogelmann, Frieder (2026): Bedingungen unserer Existenz. Zur Aktualität Michel Foucaults. Berlin: Suhrkamp. 

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