Conflict Sociology and Contestation: What Makes Contestation Productive?
Anfechtungen internationaler Normen und Institutionen haben in jüngerer Zeit deutlich zugenommen. Sie reichen von Konflikten über die angemessene Anwendung von Normen und die Ausrichtung institutioneller Politiken bis hin zur Infragestellung der Legitimität der Normen und Institutionen selbst. Während die meisten Konflikte jedoch innerhalb etablierter Verfahren und institutioneller Rahmenbedingungen vergleichsweise leicht beigelegt werden können, eskalieren manche in einem Ausmaß, das nachhaltige negative Auswirkungen auf die betreffenden Normen oder Institutionen oder sogar auf die internationale Ordnung insgesamt hat. Dieses Kapitel greift auf die Konfliktsoziologie sowie demokratietheoretische Ansätze zurück, um zu analysieren, unter welchen Bedingungen selbst tiefgreifende Anfechtungen innerhalb internationaler Ordnungen produktiv bleiben können. Veranschaulicht wird dies anhand einer Fallstudie zur Anfechtung des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC).