Professur des Exzellenzclusters – Professur für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht mit Schwerpunkt im internationalen Immaterialgüterrecht

Prof. Dr. Alexander Peukert

Die Clusterprofessur von Alexander Peukert hat ihren Forschungsschwerpunkt im Recht des geistigen Eigentums (intellectual property, IP) sowie im Wettbewerbsrecht. Im Zentrum des Forschungsinteresses stehen die theoretischen Grundlagen dieser Rechtsgebiete und ihre Dogmatik unter besonderer Berücksichtigung internationaler Aspekte. Bezüge zum interdisziplinären Forschungsprojekt des Clusters bestehen dabei in zweierlei Hinsicht. Zum einen wurde erforscht, mit welchen Begriffen und Narrativen die Expansion des internationalen Immaterialgüterrechts als heute praktisch universell anerkannte Rechtsordnung vonstattenging. Zum anderen wurde mit Blick auf das Spannungsfeld zwischen strikt nationalstaatlich-territorialer IP-Regulierung einerseits und globaler Wirtschaft und Kommunikation andererseits gefragt, inwieweit sich ein Recht jenseits des Staates bzw. im Schatten des Staates herausbildet, insbesondere in Gestalt von Kooperationen zwischen privaten und staatlichen Akteuren.
Zur Theorie des Immaterialgüter- und Wettbewerbsrechts legte Alexander Peukert 2012 eine grundlegende Monografie zum Begriff, zur Funktion und zur Dogmatik der Gemeinfreiheit im deutschen und europäischen Recht vor. In einem 2013 auf Deutsch und 2015 auf Englisch erschienenen Aufsatz entwickelte Peukert eine Theorie zweier unterschiedlicher Kommunikationskulturen, die im Internet koexistieren und deren Koexistenz rechtlich reguliert wird. In einer von Peukert betreuten Dissertation sowie mehreren Aufsätzen wurden die Narrative und zentralen Begriffe analysiert, auf denen das inzwischen praktisch universell anerkannte Urheber- und sonstige Immaterialgüterrecht beruhen. Zur Erklärung der Herausbildung und Expansion dieses Rechtsgebiets zog Peukert ferner sozialwissenschaftliche Theorien heran, insbesondere Karl Polanyis „Great Transformation“. Aus sozialtheoretischer Perspektive wurden auch das Schnittfeld von Urheber- und Wissenschaftsrecht sowie Ökonomisierungsphänomene am Beispiel des Rechts gegen unlauteren Wettbewerb beleuchtet. Im Grenzbereich zwischen Rechtstheorie und Rechtsdogmatik liegen ferner die Forschungsarbeiten im Rahmen des Clusterprojekts „Transnationale Regulierung geistigen Eigentums durch Kooperation“.
Aus den rechtsdogmatischen Forschungen der Professur sind umfangreiche Kommentierungen in Großkommentaren zum Urheber- und Lauterkeitsrecht sowie die Neubearbeitung der 17. Auflage eines Standardlehrbuchs zum Urheberrecht hervorzuheben.

Die wichtigsten Publikationen dieser Professur des Exzellenzclusters:

Peukert, Alexander: Die Gemeinfreiheit. Begriff, Funktion, Dogmatik (Geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht, Band 63), Tübingen: Mohr Siebeck, 2012, VIII, 321 pages.

Peukert, Alexander: Das Urheberrecht und die zwei Kulturen der Online-Kommunikation, GRUR-Beilage 2014, pp. 77-93; english version: “Copyright and the Two Cultures of Online Communication”, in: Paul L.C. Torremans (ed), Intellectual Property Law and Human Rights, 3rd ed. 2015, pp. 367-395.

Peukert, Alexander: “Intellectual property: the global spread of a legal concept”, in: P. Drahos/G. Ghidini/H. Ullrich (eds.): Kritika – Essays on Intellectual Property,Vol. 1, 2015, pp.114-133.

Peukert, Alexander: „Vom Warenzeichen zum Markeneigentum. Ein polanyischer Erklärungsversuch“, in: W. Büscher, et al. (ed.): Marktkommunikation zwischen Geistigem Eigentum und Verbraucherschutz. Festschrift für Karl-Heinz Fezer zum 70. Geburtstag, 2016, pp.405-426.

Nazari-Khanachayi, Arian: Rechtfertigungsnarrative des Urheberrechts im Praxistest: Empirie zur Rolle des Urheberrechts, Diss. Frankfurt am Main, Tübingen: Mohr Siebeck, 2016, 272 pages.

Die wichtigsten Veranstaltungen dieser Professur des Exzellenzclusters:

International Conference: Normative Orders of the Digital, July  6-7, 2017 (co-organized with C. Burchard und C. Daase).

Workshop Series: „International and Interdisciplinary Perspectives on Intellectual Property“, 2011-2017; with (among others): Susan Sell (George Washington U), Dan Burk (UC Irvine), Graeme Dinwoodie (Oxford), Jayashree Watal (WTO), Barton Beebe (NYU).

Lecture Series: „Frankfurter Abendkolloquium zum Immaterialgüterrecht“, with (among others): Karl-Nikolaus Peifer (Köln), Annette Kur (München), co-organized with Louis Pahlow.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

News
12.02.2026

Satanistische Politik und der Niedergang der Vernunft in liberalen Demokratien

Ein letztes Mal im Wintersemester 2025/26 lud das Forschungszentrum zur Ringvorlesung „Am Scheidepunkt. Zur Krise der Demokratie“. Zum Abschluss hat der Philosoph Michael Rosen von der Harvard University sein Konzept der „satanic politics“ als eine Variante der politischen Deutung der Welt vorgestellt.

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News
09.02.2026

Zur Aktualität des Gewaltbegriffs anhand von Camus und Derrida

Prof. Dr. Christine Abbt von der Universität St. Gallen hat im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ einen Vortrag über Demokratien und den Gewaltbegriff gehalten. Unter dem Titel „Demokratien verteidigen. Zur Aktualität des Gewaltbegriffs bei Camus und Derrida“ besprach die Philosophin Formen von Gewalt und Revolte und ordnete diese im Hinblick auf ein demokratisches Setting ein.

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Publikation
04.02.2026 | Zeitschriftenartikel

New Perspectives on Trust in International Conflicts

Wille, Tobias; Simon, Hendrik; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Wheeler, Nicholas J.; Holmes, Marcus; Rathbun, Brian C.; Acharya, Amitav; Mitzen, Jennifer (2026): „New Perspectives on Trust in International Conflicts“. In: International Studies Review 28 (1), viaf027. 

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News
02.02.2026

Staatlicher Wettbewerb um Menschen – David Owen über civil geopolitics

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt – Zur Zukunft der Demokratie“ präsentierte David Owen von der Universität Southampton sein Konzept der civil geopolitics.

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News
20.01.2026

Christine Hentschel über Neuorientierungen in katastrophischen Zeiten

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ sprach die Soziologin über das Leben in und den Umgang mit katastrophischen Zeiten. Vor dem Hintergrund der Zerstörung der Lebensbedingungen, Kriegen, dauerhafter Krisenhaftigkeit sowie der Bedrohungen der Demokratie widmete sich Hentschel dem Einsickern des Katastrophischen in den gesellschaftlichen Alltag und einem sich verändernden aktivistischen und literarischen Umgang mit der Zukunft.

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News
05.01.2026

Wir trauern um Thomas M. Schmidt

Mit Thomas M. Schmidt, der am letzten Tag des Jahres 2025 verstorben ist, in dem wir erst wenige Monate zuvor seinen 65. Geburtstag mit einem Symposium begingen, verlieren wir einen der großen Religionsphilosophen unserer Zeit. Sein jäher Tod reißt eine Lücke in die Gemeinschaft der Forschenden, die wie er zu verstehen suchen, was die Rolle der Religion in den säkularen Gesellschaften unserer Zeit ist und sein kann. Zugleich wird er als der wunderbare Mensch fehlen, der er war.

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Publikation
19.12.2025 | Sammelband

Faszination und Freiheit 

Günther, Klaus; Zabel, Benno (Hrsg.) (2025): Faszination und Freiheit - Gegenwartsdiagnosen im Anschluss an Christoph Menkes Theorie der Befreiung, Weilerswist (Velbrück Wissenschaft).

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Publikation
12.12.2025 | Sammelband

Zwischen Transformation und Abolitionismus. Das Strafrecht und die Vielfalt der Alternativen

Tobias Singelnstein, Christoph Burchard (2025)

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Publikation
12.12.2025 | Buchkapitel

Was bleibt von der Verantwortung jenseits der Strafe übrig?

Günther, Klaus (2025): „Was bleibt von der Verantwortung jenseits der Strafe übrig?“. In: Zabel Benno; Singelnstein; Tobias und Burchard, Christoph (Hrsg.): Zwischen Transformation und Abolitionismus. Das Strafrecht und die Vielfalt der Alternativen. Velbrück Wissenschaft, S. 207-241.

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