Dr. Jonas Heller mit Maria-Weber-Grant ausgezeichnet
Kaum eine Woche vergeht, ohne dass in den Nachrichten von multiplen Krisen die Rede ist: Klimakrise, Wirtschaftskrise oder – wie zuletzt Thema der Normative Orders-Jahreskonferenz – die Krise der Demokratie. Statt sie als Moment der Veränderung zu verstehen, wird die Krise zunehmend zu einem Dauerzustand. Der Philosoph und Historiker Jonas Heller sieht darin ein spezifisches Problem: „Ich gehe davon aus, dass die Problematik unserer Gegenwart gerade in diesem Verweilen in der Krise besteht – einem Verweilen, das die Krise vertieft, weil der Gedanke unverständlich geworden ist, dass das krisengeschüttelt Bestehende sich ändern muss und kann“.
Für seine Forschung an einem neuen, philosophisch fundierten Konzept historischen Wandels wurde Heller nun mit dem Maria-Weber-Grant der Hans-Böckler-Stiftung ausgezeichnet. Der Preis wird seit 2018 an herausragende Wissenschaftler*innen aus allen Fachgebieten vergeben und ist mit bis zu 60.000€ dotiert. Mit diesen Mitteln können die Preisträger*innen für bis zu 12 Monate eine Vertretung für Teilaufgaben in der Lehre beantragen, um sich so stärker auf ihre Forschung zu konzentrieren. Benannt ist der Preis nach der Gewerkschafterin Maria Weber, die sich zeitlebens für Bildungsgerechtigkeit engagierte.
Dr. Jonas Heller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich 8 – Philosophie und Geschichtswissenschaften der Goethe Universität und assoziiertes Mitglied des Forschungszentrums Normative Ordnungen. Er kam als Stipendiat des internationalen Graduiertenprogramms des Exzellenzclusters „Normative Orders“ nach Frankfurt. Als Gastwissenschaftler war er an der Columbia University in New York, der Universität Chicago und der Pariser Sorbonne.