Fellow (ehemalig)

Prof. Dr. Julia Roos

Professorin für Geschichte, Indiana Universität

Forschungsprojekt:
German Racial Regimes in a Transnational Context: An Afro-German Microhistory

Forschungsvorhaben (engl.):
The project focuses on a biographical microhistory to examine broader aspects of different German “racial regimes”—or, historically specific constellations of predominant beliefs about, and legal and political practices towards, Blacks as perceived racial “Others”—during crucial moments of the twentieth century. “Erika Diekmann” was born in Worms in the occupied Rhineland in 1920. Her mother was German. Her father was a Senegalese French soldier. Until she was eleven, Erika stayed in a Protestant children’s home in Worms. In 1931, her guardians sent her to a Lutheran school for Christian Arab girls in Jerusalem. In 1949, Erika returned to West Germany, along with her (white) German husband and their son. In 1957, she and her family immigrated to the United States. Erika died in Kentucky in 1963.
Erika’s story offers unique opportunities for situating German attitudes towards Blacks within broader international and transnational contexts. As a child of the first Rhineland occupation, Erika was the target of 1920s propaganda against the “black horror on the Rhine” (schwarze Schmach), which aimed to discredit the Versailles Treaty by falsely accusing colonial French soldiers of mass rapes of Rhenish women. “Black horror” propaganda borrowed selectively from Allied war propaganda about the “rape of Belgium” by atavistic “Huns.” The Nazis revived black horror propaganda in their murderous campaign against African French soldiers during WW II. Memories of the Weimar-era and Nazi campaigns against colonial French soldiers continued to reverberate in postwar West Germany and helped shape Germans’ encounters with African-American GIs. Erika’s biography also points to certain hitherto neglected complexities and realignments in twentieth-century German racial discourse.  For instance, while Erika’s conservative Protestant mentors impressed on her the centrality of marriage and motherhood, the Nazis subjected hundreds of other Afro-German children of the Rhineland occupation to compulsory sterilization, irrevocably depriving them of the right to become parents.

Veranstaltungen:
29. Oktober 2016, 14 Uhr
Kamingespräch des Frauennetzwerkes des Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

11. November 2016, 11.30 Uhr
Paper Presentation
Forschungskolleg Humanwissenschaften
Am Wingertsberg 4
61348 Bad Homburg v.d. Höhe

  • Biografische Angaben

    Julia Roos hat 2001 an der Carnegie Mellon Universität in Geschichte promoviert. 2002 erhielt sie den Fritz Stern Preis für die beste eingereichte Dissertation im Feld deutsche Geschichte an einer nordamerikanischen Universität. Von 2002-2003 war sie Visiting Research Fellow am Institut für Geschichte an der Princeton Universität. Seit 2006 hat Roos eine Stelle als Professorin für Geschichte an der Indiana Universität in Bloomington inne. Im Jahr 2012 wurde sie dort vom Assistant Professor Without Tenure zum Associate Professor With Tenure befördert.

  • Publikationen

    Weimar through the Lens of Gender: Prostitution Reform, Woman’s Emancipation, and German Democracy, 1919-1933. Ann Arbor: University of Michigan Press, 2010.
    “An Afro-German Microhistory: Gender, Religion, and the Challenges of Diasporic Dwelling,” Central European History vol. 49, no. 2 (June 2016): 240-60.
    “Racist Hysteria to Pragmatic Rapprochement? The German Debate about Rhenish ‘Occupation Children,’ 1920-1930.” Contemporary European History 22, no.2 (May 2013): 155-180.
    “Nationalism, Racism, and Propaganda in Early Weimar Germany: Contradictions in the Campaign against the ‘Black Horror on the Rhine.’” German History 30, no. 1 (March 2012): 45-74.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
18.04.2026 | Frankfurt am Main

Das Prinzip Donald Trump und die Verrohung der Welt

Podiumsdiskussion, Vortrag

Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet. Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen.

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Veranstaltung
29.04.2026 | Frankfurt am Main

Kulturindustrie heute?

Podiumsdiskussion

Das Gespräch „Kulturindustrie heute?“ widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie. Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Rahmen der Gesprächsreihe "Frankfurter Schule" mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten.

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News
19.02.2026

Call for Applications – Postdoctoral Fellowships

Am Forschungszentrum Normative Ordnungen sind für das akademische Jahr 2026/2027 mehrere Postdoctoral Fellowships mit einer Laufzeit von 10 Monaten (Beginn: 1. Oktober 2026) ausgeschrieben. Bewerbungsschluss für alle Programme ist der 15. März 2026.

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Veranstaltung
20.03.2026 | Frankfurt am Main

40 Jahre Schengen-Raum

Kolloqium

Der 1984 geschlossene Schengen-Vertrag schuf einen heute 29 Staaten umfassenden Raum ohne Binnengrenzen, doch Migration über die Außengrenzen führte zuletzt zur Wiedereinführung von Kontrollen, auch durch die Bundesregierung ab 8. Mai 2025. Das Walter Hallstein-Kolloquium diskutiert die rechtliche Zulässigkeit, wirtschaftliche Folgen insbesondere für Arbeitsmigration und Arbeitsmarkt sowie die Zukunft des Schengen-Raums.

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News
12.02.2026

Satanistische Politik und der Niedergang der Vernunft in liberalen Demokratien

Ein letztes Mal im Wintersemester 2025/26 lud das Forschungszentrum zur Ringvorlesung „Am Scheidepunkt. Zur Krise der Demokratie“. Zum Abschluss hat der Philosoph Michael Rosen von der Harvard University sein Konzept der „satanic politics“ als eine Variante der politischen Deutung der Welt vorgestellt.

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News
09.02.2026

Zur Aktualität des Gewaltbegriffs anhand von Camus und Derrida

Prof. Dr. Christine Abbt von der Universität St. Gallen hat im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ einen Vortrag über Demokratien und den Gewaltbegriff gehalten. Unter dem Titel „Demokratien verteidigen. Zur Aktualität des Gewaltbegriffs bei Camus und Derrida“ besprach die Philosophin Formen von Gewalt und Revolte und ordnete diese im Hinblick auf ein demokratisches Setting ein.

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Publikation
04.02.2026 | Zeitschriftenartikel

New Perspectives on Trust in International Conflicts

Wille, Tobias; Simon, Hendrik; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Wheeler, Nicholas J.; Holmes, Marcus; Rathbun, Brian C.; Acharya, Amitav; Mitzen, Jennifer (2026): „New Perspectives on Trust in International Conflicts“. In: International Studies Review 28 (1), viaf027. 

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News
02.02.2026

Staatlicher Wettbewerb um Menschen – David Owen über civil geopolitics

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt – Zur Zukunft der Demokratie“ präsentierte David Owen von der Universität Southampton sein Konzept der civil geopolitics.

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News
20.01.2026

Christine Hentschel über Neuorientierungen in katastrophischen Zeiten

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ sprach die Soziologin über das Leben in und den Umgang mit katastrophischen Zeiten. Vor dem Hintergrund der Zerstörung der Lebensbedingungen, Kriegen, dauerhafter Krisenhaftigkeit sowie der Bedrohungen der Demokratie widmete sich Hentschel dem Einsickern des Katastrophischen in den gesellschaftlichen Alltag und einem sich verändernden aktivistischen und literarischen Umgang mit der Zukunft.

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