Zeitenwenden. Normative Ordnungen im Umbruch?
Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 und dem Gebrauch des Begriffs „Zeitwende“ durch Bundeskanzler Scholz in der Begründung der Reaktion darauf ist der Begriff in aller Munde und wird vielfach verwendet. Auch andernorts ist die Rede von einer neuen Zeit, die angebrochen ist; sie wird markiert durch eine Infragestellung der regelgeleiteten Weltordnung, durch eine tiefe Krise der Demokratie und den Aufstieg rechtspopulistischer Parteien, durch die Diagnose starker Polarisierung in westlichen Gesellschaften und darüber hinaus, durch den Aufstieg und die Stabilisierung autoritärer Regime an vielen Orten der Welt. Die Neuausrichtung der US-amerikanischen Politik steht exemplarisch für die neue Zeit, die gerade in Europa als bedrohlich wahrgenommen wird.
Mit dem pluralisierten Titel „Zeitwenden“ will das Forschungsprogramm, das mit Hilfe des Stiftungsfonds der Commerzbank am Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität realisiert wird, diese Themen aufgreifen und zugleich anzeigen, dass dies differenziert und aus wissenschaftlicher Distanz geschehen soll: Worin genau besteht der Charakter der neuen Zeit, die angebrochen ist; lässt sich die Vielfalt der Entwicklungen der Gegenwart eindeutig auf einen einzigen Begriff beziehen, und wo liegen die tieferen Ursachen für entsprechende Dynamiken des Umbruchs normativer Ordnungen?
Projektleitung
Prof. Dr. Rainer Forst
Prof. Dr. Nicole Deitelhoff
Gefördert durch den

Laufzeit
Oktober 2025 bis September 2030
Schwerpunkte
1. Krise und Zukunft der Demokratie
2. Weltordnung im Wandel
3. Toleranz und Freiheit
4. Perspektiven der Nachhaltigkeit
5. (tbd)
Jahreskonferenz 2026
Democracy: Principles and Practice, Resilience and Innovation (Zum Nachbericht)
Ringvorlesung im Sommersemester 2026
Der Klimawandel: Von ökologischen zu demokratischen Kipppunkten?
Ringvorlesung im Wintersemester 2025/2026
Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie.
Die erste Gastprofessur im Wintersemester 2025/2026 hatte der renommierte politische Philosoph Prof. Michael Rosen von der Harvard University inne. Im Rahmen seiner Tätigkeit hielt er ein Seminar zur aktuellen Krise der Demokratie sowie einen öffentlichen Vortrag.
Im Rahmen des Forschungsprojekt werden pro Jahr zwei Fellowships für Postdoktorand*innen ermöglicht.
Die Fellows der ersten Kohorte sind Yasmin Afshar und David Rischel