Lichter Rahmenprogramm Eröffnungspodium: Die Unordnung der Dinge – Chaos als politisches Konzept
Eröffnungspodium zum Begleitprogramms „Chaos“ des Lichter Filmfests Frankfurt International 2018 und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit Ralf Fücks (Zentrum Liberale Moderne), Prof. Marion Tiedtke (Stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin des Schauspiel Frankfurt), Prof. Dr. Martin Saar (Professor für Sozialphilosophie am Institut für Philosophie der Goethe-Universität und Principal Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“), moderiert von Corinna Budras (F.A.Z).
Allem Chaos wohnt ein Zauber inne. Wer hätte nicht schon einmal davon geträumt, die Karten neu zu mischen, Bestehendes hinter sich zu lassen, den einen kleinen Schalter in seinem Leben nachträglich umzulegen. Denn alles könnte auch ganz anders sein. Ob kühne Revolutionäre, radikale Künstlerinnen oder disruptive Denker, sie alle vereint der Wunsch, alte Ordnungen abzustreifen, um neue zu schaffen. Das macht die Faszination von Chaos aus. Blickt man auf die aktuelle Weltpolitik, scheint die Lust an der Zerstörung jedoch zum Selbstzweck zu werden: Desinformation und Wahnsinn im Weißen Haus, die neue russische Lust am Bombenbauen, das antieuropäische Wahlverhalten in vielen Ländern der EU und sogar Zerstörung und Demontage in den deutschen Koalitionsverhandlungen sind nur wenige Beispiele. Ist Chaos also einfach der Preis unserer komplexen Welt, ein besonders destruktives politisches Konzept oder gar die Voraussetzung für produktive Veränderungen?
Veranstalter:
LICHTER Filmkultur e.V. und Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
Aktuelles aus dem Forschungszentrum
Von der East West Street zum Anthropozän: Das Recht gegen Gewalt und Zerstörung
Auf der Frankfurter Buchmesse spricht der diesjährige Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Philippe Sands mit dem Friedensforscher und Historiker Hendrik Simon über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Völkerrechts, über Ökozid und über die Frage, welche Rolle das Recht in einer von massiver Gewalt und globaler Zerstörung geprägten Welt spielen kann: von der East West Street bis zum Anthropozän.
weitere Infos ›Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen
»Der Krieg ist zurück in Europa!«, heißt es – und mit ihm die Angst. Müssen wir wieder die Sprache der Machtpolitik lernen, um den Frieden zu sichern? Stehen wir wirklich vor dem Ende der regelbasierten Ordnung? Dr. Hendrik Simon bezieht im Gespräch mit Dr. Stefan Kroll in dieser hitzigen Debatte Stellung.
weitere Infos ›The Examined Illness. A Philosopher's Confrontation with Deadly Disease
Moellendorf, Darrel (2026): The Examined Illness: A Philosopher Confronts Deadly Disease, Bristol: intellect.
weitere Infos ›Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus?
Biebricher, Thomas (2026): Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus? In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 222-246.
weitere Infos ›Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels
Daase, Christopher (2026): Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels. In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 205-221.
weitere Infos ›Sokrates revised and revisited
Bohl, Judith K.; Brandis, Veronika; Pfeifer, Guido (Hrsg.) (2026): „Sokrates revised and revisited. Überlieferung, Diskurs, Inszenierung“. Heidelberg: Propylaeum.
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