01.09.2025
Zeitschriftenartikel

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf

Abstract

Die direkt Betroffenen internationaler Politik sollen mehr Gehör in Politikprozessen bekommen, da sind sich internationale Organisationen (IOs) in ihrer Rhetorik einig – sei es zum Thema Drogenabhängigkeit, Kinderarbeit, Menschenhandel oder weibliche Genitalverstümmelung. In den konkreten Politikprozessen sind es oft nicht die Mitgliedstaaten direkt, sondern eher das IO-Personal, das solche Austauschprozesse moderiert und steuert. Wir zeigen, dass die Einbindung und Resonanz solcher Betroffenengruppen stark variiert. Trotz ähnlicher Organisationsstrukturen und inhaltlicher frames, mithilfe derer Betroffene ihren Anspruch auf Teilhabe rechtfertigen, reagieren IOs selektiv auf deren Forderungen. Anhand von zwei Fallstudien zu Kinderarbeit und Drogenkonsum im Kontext von ILO, UNICEF, WHO und UNODC zeigen wir, dass IOs Betroffenenkontestation auf zwei Arten selektieren. Zum einen wählen IOs im Sinne einer strategischen Kooptation die Betroffenengruppen als Gesprächspartner aus, die in ihren Forderungen bestehenden IO-Positionen am stärksten ähneln. Zum anderen öffnen sie sich basierend auf internalisierten Werten insbesondere für Gruppen, die (westlichen) Standards „legitimer“ Betroffenenkontestation besonders entsprechen.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Publikation
08.09.2026 | Monographie

Bedingungen unserer Existenz. Zur Aktualität Michel Foucaults

Saar, Martin; Vogelmann, Frieder (2026): Bedingungen unserer Existenz. Zur Aktualität Michel Foucaults. Berlin: Suhrkamp. 

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Veranstaltung
10.10.2026 | Frankfurt

Von der East West Street zum Anthropozän: Das Recht gegen Gewalt und Zerstörung

Podiumsdiskussion

Auf der Frankfurter Buchmesse spricht der diesjährige Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Philippe Sands mit dem Friedensforscher und Historiker Hendrik Simon über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Völkerrechts, über Ökozid und über die Frage, welche Rolle das Recht in einer von massiver Gewalt und globaler Zerstörung geprägten Welt spielen kann: von der East West Street bis zum Anthropozän.

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Veranstaltung
10.10.2026 | Frankfurt am Main

Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen

Buchvorstellung

»Der Krieg ist zurück in Europa!«, heißt es – und mit ihm die Angst. Müssen wir wieder die Sprache der Machtpolitik lernen, um den Frieden zu sichern? Stehen wir wirklich vor dem Ende der regelbasierten Ordnung? Dr. Hendrik Simon bezieht im Gespräch mit Dr. Stefan Kroll in dieser hitzigen Debatte Stellung.

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Publikation
07.09.2026 | Monographie

The Examined Illness. A Philosopher's Confrontation with Deadly Disease

Moellendorf, Darrel (2026): The Examined Illness: A Philosopher Confronts Deadly Disease, Bristol: intellect.

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Publikation
20.08.2026 | Buchkapitel

Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus?

Biebricher, Thomas (2026): Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus? In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 222-246.

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Publikation
20.08.2026 | Buchkapitel

Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels

Daase, Christopher (2026): Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels. In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 205-221.

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