01.09.2025
Zeitschriftenartikel

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf

Abstract

Die direkt Betroffenen internationaler Politik sollen mehr Gehör in Politikprozessen bekommen, da sind sich internationale Organisationen (IOs) in ihrer Rhetorik einig – sei es zum Thema Drogenabhängigkeit, Kinderarbeit, Menschenhandel oder weibliche Genitalverstümmelung. In den konkreten Politikprozessen sind es oft nicht die Mitgliedstaaten direkt, sondern eher das IO-Personal, das solche Austauschprozesse moderiert und steuert. Wir zeigen, dass die Einbindung und Resonanz solcher Betroffenengruppen stark variiert. Trotz ähnlicher Organisationsstrukturen und inhaltlicher frames, mithilfe derer Betroffene ihren Anspruch auf Teilhabe rechtfertigen, reagieren IOs selektiv auf deren Forderungen. Anhand von zwei Fallstudien zu Kinderarbeit und Drogenkonsum im Kontext von ILO, UNICEF, WHO und UNODC zeigen wir, dass IOs Betroffenenkontestation auf zwei Arten selektieren. Zum einen wählen IOs im Sinne einer strategischen Kooptation die Betroffenengruppen als Gesprächspartner aus, die in ihren Forderungen bestehenden IO-Positionen am stärksten ähneln. Zum anderen öffnen sie sich basierend auf internalisierten Werten insbesondere für Gruppen, die (westlichen) Standards „legitimer“ Betroffenenkontestation besonders entsprechen.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
20.10.2026 | Frankfurt

Dr. h.c. Gerhard Wiese – Wirken als Ankläger im Auschwitz Prozess

Film, Podiumsdiskussion

Der Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965 gilt als ein zentraler Wendepunkt in der juristischen und öffentlichen Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland. Dr. h.c. Gerhard Wiese, der als junger Staatsanwalt zum Anklägerteam des Prozesses gehörte, berichtet aus seiner Perspektive auf die damaligen Ermittlungen und die Hauptverhandlung. Im Gespräch mit der Historikerin Dr. Katharina Rauschenberger (Fritz Bauer Institut) wird die Bedeutung des Prozesses für die strafrechtliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen in den Blick genommen.

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Publikation
21.09.2026 | Working Paper

Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten

Abich, Leon; Adams, Cosima; Biebricher, Thomas; Britz, Gabriele; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Dönges, Jan; Krause, Leon; Nitzschner, Patrick; Siebert, Hannes; Siefert, Julian; Stephanblome, Isabelle (2026): "Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten". DemoReg Working Paper 3.1.

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Veranstaltung
10.02.2027 | Frankfurt am Main

Shifting Visions of Peace and Security

Podiumsdiskussion, Ringvorlesungen

Podiumsdiskussion im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times” mit Lisbeth Zimmermann (Goethe University/Normative Orders), Antonia Witt (PRIF), Siddarth Tripathi (University of Erfurt). Moderation: Jonas Wolff (Goethe University/PRIF/Normative Orders).

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Veranstaltung
03.02.2027 | Frankfurt am Main

AI, War, and Big Tech

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Ingvild Bode (University of Southern Denmark)im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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Veranstaltung
16.12.2026 | Frankfurt am Main

International arms control in a world of uncertainties

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Malte Göttsche (TU Darmstadt/PRIF) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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Veranstaltung
02.12.2026 | Frankfurt am Main

Enabling Authoritarianism: UN Peacekeeping and the Politics of Authoritarianism

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Sarah von Billerbeck (University of Reading) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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