01.10.2022
Zeitschriftenartikel

Jenseits des Spektakels. Über das Versprechen der Rechtsprechung und andere Sachen

Maschinenräume moderner Demokratien haben eine typische Form: die Sitzung. Parlamente und Verwaltungsbehörden, Bund-Länder-Kommissionen und Gerichte tagen genauso in Sitzungsform wie Rundfunkräte und Hochschulgremien. Und auch wenn die zeitlich begrenzte und hierarchisch strukturierte Form des Versammelns in privatwirtschaftlichen Zusammenhängen zumeist «meeting» genannt wird, kommen sich öffentliche und private Organisationen über die geteilte Form der Sitzung möglicherweise näher als in irgendeiner anderen Hinsicht. Allein das Rechtssprechen und die Gesetzgebung aber finden in Sitzungen ihre paradigmatische Form. So schön sich diese Beobachtung im hellen demokratischen Licht daran erläutern ließe, wie Gesetzgebung und Gesetzanwendung aufeinander bezogen sind, so unergiebig wäre die Erzählung. Denn Rechtssetzung und Rechtsanwendung werden erst in modernen Demokratien, die von der Allgemeinheit des Gesetzes ausgehen, legitimatorisch und gleichzeitig kontrollierend verbunden gedacht. Sitzung als spezielle Form der Versammlung prägt die Gesetzgebung von der attischen Demokratie bis heute in vielen politischen Systemen, aber nicht notwendig. Denn Rechtssetzung kommt auch gut ohne Sitzungen aus, auch Monarchen oder Götter können wunderbar Gesetze geben, ohne sich mit anderen versammelt und beraten zu haben. […]

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Publikation
08.09.2026 | Monographie

Bedingungen unserer Existenz. Zur Aktualität Michel Foucaults

Saar, Martin; Vogelmann, Frieder (2026): Bedingungen unserer Existenz. Zur Aktualität Michel Foucaults. Berlin: Suhrkamp. 

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Veranstaltung
10.10.2026 | Frankfurt

Von der East West Street zum Anthropozän: Das Recht gegen Gewalt und Zerstörung

Podiumsdiskussion

Auf der Frankfurter Buchmesse spricht der diesjährige Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Philippe Sands mit dem Friedensforscher und Historiker Hendrik Simon über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Völkerrechts, über Ökozid und über die Frage, welche Rolle das Recht in einer von massiver Gewalt und globaler Zerstörung geprägten Welt spielen kann: von der East West Street bis zum Anthropozän.

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Veranstaltung
10.10.2026 | Frankfurt am Main

Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen

Buchvorstellung

»Der Krieg ist zurück in Europa!«, heißt es – und mit ihm die Angst. Müssen wir wieder die Sprache der Machtpolitik lernen, um den Frieden zu sichern? Stehen wir wirklich vor dem Ende der regelbasierten Ordnung? Dr. Hendrik Simon bezieht im Gespräch mit Dr. Stefan Kroll in dieser hitzigen Debatte Stellung.

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Publikation
07.09.2026 | Monographie

The Examined Illness. A Philosopher's Confrontation with Deadly Disease

Moellendorf, Darrel (2026): The Examined Illness: A Philosopher Confronts Deadly Disease, Bristol: intellect.

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Publikation
20.08.2026 | Buchkapitel

Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus?

Biebricher, Thomas (2026): Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus? In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 222-246.

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Publikation
20.08.2026 | Buchkapitel

Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels

Daase, Christopher (2026): Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels. In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 205-221.

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