03.03.2026
Monographie

Außerjuridisches in Maßstäben des Bundesverfassungsgerichts

Verfassungsentwicklung durch das Bundesverfassungsgericht beschäftigt die Verfassungsrechtswissenschaft, seit das Gericht 1951 seine Arbeit aufgenommen hat. Und dennoch ist nicht bis ins Letzte geklärt, was sich dabei in welcher Weise vollzieht. Bislang wenig beachtet wird die ausgeprägte Tatsachendimension der verfassungsgerichtlichen Maßstabbildung. Die Autorin und ehemalige Verfassungsrichterin Gabriele Britz zeigt anhand einer exemplarischen Rechtsprechungsanalyse, wie sehr außerrechtliche Annahmen die Verfassungsinterpretation prägen. Sie beobachtet, dass in die gerichtliche Maßstabarbeit vielfältige Annahmen darüber einfließen, in welcher Interpretation Grundgesetznormen die ihnen zugedachte Wirkung tatsächlich entfalten können. Daher wird die tatsachengeprägte Maßstabbildung als eigenständiger Mechanismus der Verfassungsentwicklung modelliert, der sich sowohl von normativ geprägter Maßstabbildung als auch von Tatsachenannahmen bei der Sachverhaltskonstruktion abgrenzt. Wo tatsächliche Annahmen die Verfassungsentwicklung prägen, ist diese Entwicklung weniger normativ schöpfende Innovation, sondern mehr normwahrende Adaption an reale Verwirklichungsbedingungen. Dies verändert das Spannungspotenzial gerichtlicher Verfassungsentwicklung. Zentrale Herausforderungen sind insoweit die ausreichende empirische Sicherung maßstäblicher Tatsachenannahmen und die Suche nach dem angemessenen Mischungsverhältnis von expertischer Bestätigung und gerichtlicher Alltagstheorie. Aus der sorgfältigen Auseinandersetzung mit der empirischen Dimension der Maßstabsbildung in Rechtswissenschaft und Rechtspraxis erwächst so eine rationale Verfassungsentwicklung.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
13.11.2026 | Frankfurt am Main

When Design Gets Political

Ausstellungen, Konferenz, Podiumsdiskussion, Vortrag, Workshop

Der dritte Tag der Design Policy Days an der Goethe-Universität Frankfurt richtet sich an alle, die Design als politische Kraft denken. Gemeinsam mit dem Deutschen Designtag und der World Design Capital 2026 widmet er sich in Roundtables, Projektpräsentationen, Workshops und Ausstellungen der institutionellen Politik: Wie lässt sich Design methodisch, strukturell und normativ in politische Entscheidungsprozesse integrieren – und wie kann Politik selbst als Gestaltungsfeld verstanden werden?

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Publikation
21.09.2026 | Working Paper

Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten

Abich, Leon; Adams, Cosima; Biebricher, Thomas; Britz, Gabriele; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Dönges, Jan; Krause, Leon; Nitzschner, Patrick; Siebert, Hannes; Siefert, Julian; Stephanblome, Isabelle (2026): "Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten". DemoReg Working Paper 3.1.

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Veranstaltung
10.02.2027 | Frankfurt am Main

Shifting Visions of Peace and Security

Podiumsdiskussion, Ringvorlesungen

Podiumsdiskussion im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times” mit Lisbeth Zimmermann (Goethe University/Normative Orders), Antonia Witt (PRIF), Siddarth Tripathi (University of Erfurt). Moderation: Jonas Wolff (Goethe University/PRIF/Normative Orders).

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Veranstaltung
03.02.2027 | Frankfurt am Main

AI, War, and Big Tech

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Ingvild Bode (University of Southern Denmark)im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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Veranstaltung
16.12.2026 | Frankfurt am Main

International arms control in a world of uncertainties

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Malte Göttsche (TU Darmstadt/PRIF) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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Veranstaltung
02.12.2026 | Frankfurt am Main

Enabling Authoritarianism: UN Peacekeeping and the Politics of Authoritarianism

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Sarah von Billerbeck (University of Reading) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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