03.03.2026
Monographie

Außerjuridisches in Maßstäben des Bundesverfassungsgerichts

Verfassungsentwicklung durch das Bundesverfassungsgericht beschäftigt die Verfassungsrechtswissenschaft, seit das Gericht 1951 seine Arbeit aufgenommen hat. Und dennoch ist nicht bis ins Letzte geklärt, was sich dabei in welcher Weise vollzieht. Bislang wenig beachtet wird die ausgeprägte Tatsachendimension der verfassungsgerichtlichen Maßstabbildung. Die Autorin und ehemalige Verfassungsrichterin Gabriele Britz zeigt anhand einer exemplarischen Rechtsprechungsanalyse, wie sehr außerrechtliche Annahmen die Verfassungsinterpretation prägen. Sie beobachtet, dass in die gerichtliche Maßstabarbeit vielfältige Annahmen darüber einfließen, in welcher Interpretation Grundgesetznormen die ihnen zugedachte Wirkung tatsächlich entfalten können. Daher wird die tatsachengeprägte Maßstabbildung als eigenständiger Mechanismus der Verfassungsentwicklung modelliert, der sich sowohl von normativ geprägter Maßstabbildung als auch von Tatsachenannahmen bei der Sachverhaltskonstruktion abgrenzt. Wo tatsächliche Annahmen die Verfassungsentwicklung prägen, ist diese Entwicklung weniger normativ schöpfende Innovation, sondern mehr normwahrende Adaption an reale Verwirklichungsbedingungen. Dies verändert das Spannungspotenzial gerichtlicher Verfassungsentwicklung. Zentrale Herausforderungen sind insoweit die ausreichende empirische Sicherung maßstäblicher Tatsachenannahmen und die Suche nach dem angemessenen Mischungsverhältnis von expertischer Bestätigung und gerichtlicher Alltagstheorie. Aus der sorgfältigen Auseinandersetzung mit der empirischen Dimension der Maßstabsbildung in Rechtswissenschaft und Rechtspraxis erwächst so eine rationale Verfassungsentwicklung.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

News
16.07.2026

Was verteidigen wir, wenn wir Demokratie verteidigen?

Die Krise der Demokratie stand im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreskonferenz. Angesichts des weltweiten Erstarkens autoritärer und populistischer Bewegungen diskutierten internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuelle Gefährdungen demokratischer Ordnungen und die grundlegende normative Frage: Was genau verteidigen wir eigentlich, wenn wir Demokratie verteidigen?

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News
15.07.2026

Von der normativen Kraft des Rechts in Zeitenwenden

Erleben wir gegenwärtig den Übergang von einer regelbasierten internationalen Ordnung zu einer Machtordnung? Dieser weitverbreiteten Diagnose widerspricht Hendrik Simon in seinem neuen Buch „Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen“, das am 15. Juli im Reclam-Verlag erschienen ist.

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Publikation
15.07.2026 | Monographie

Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen

Simon, Hendrik (2026): Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen. Ditzingen: Reclam.

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News
01.07.2026

Stadtgespräch debattiert Chancen und Grenzen des Parteiverbots

Wie soll eine Demokratie mit politischen Kräften umgehen, die ihre eigenen Grundlagen in Frage stellen? Dieser Frage widmete sich das XXIV. Frankfurter Stadtgespräch am 23. Juni 2026 im Frankfurter Museum für Kommunikation.

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News
19.06.2026

Internationales Symposium würdigt Lebenswerk von Jürgen Habermas

Am Freitag, den 19. Juni 2026, würdigte das Forschungszentrum Normative Orders gemeinsam mit dem Suhrkamp-Verlag den verstorbenen Jürgen Habermas mit einem internationalen Symposium an der Goethe-Universität Frankfurt.

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News
03.06.2026

Crisis Talk zu Vertrauen, Zusammenhalt und Demokratie in Europa

Vertrauen, Zusammenhalt, Demokratie – drei große Begriffe, die in Europa derzeit allgegenwärtig sind und am 02. Juni 2026 im "Crisis Talk" in Brüssel diskutiert wurden.

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