Fellow (ehemalig)

Prof. Dr. Seyla Benhabib

Eugene Meyer Professorin für Politische Wissenschaften und Philosophie an der Yale University

Forschungsprojekt:
„Democratic Sovereignty and Transnational Law“

Nachdem sich Seyla Benhabib bei ihrem ersten Aufenthalt als Fellow des Exzellenzclusters am Forschungskolleg im Jahr 2010 mit einer theoretischen Fundierung der Menschenrechte beschäftigt hat, geht sie nun der Frage nach, ob Demokratien angesichts länderübergreifender Ordnungen noch als souverän bezeichnet werden können. Insbesondere tritt dabei die Frage in den Vordergrund, wie sich universelle Prinzipien der Menschenrechte mit demokratischen Staatsbürgerrechten versöhnen lassen. Ihre aktuellen Untersuchungen sollen in ein neues Buch einfließen. Darin will die Philosophin zeigen, dass transnationale Normen der Menschenrechte die demokratische Souveränität letztlich eher stärken als schwächen.

Veranstaltungen (Auswahl):

4. Juni 2014, 19.30 Uhr
Vortrag im Rahmen des hundertjährigen Jubiläums der Goethe-Universität Frankfurt am Main

„Der ethisch-politische Horizont der Kritischen Theorie: Gestern und heute“
Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, HZ 5
Veranstalter: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

13. Juni 2014
Vortrag im Rahmen der Klausurtagung der Principal Investigators des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

„From the ,Right to Have Rights‘ to the ,Critique of Humanitarian Reason‘ against the Cynical Turn in Human Rights Discourse“
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstalter: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

30. Juni 2014, 19.30 Uhr
„Die Ungehaltenen“
Lesung mit Deniz Utlu. Einführung von Seyla Benhabib. Ein Abend über Literatur, Migration und Menschwürde
Ort: Galerie Bernhard Knaus Fine Art
Niddastr. 84, 1. Stock, Frankfurt am Main

  • Biografische Angaben

    Seyla Benhabib ist seit 1995 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences. Von 2006 bis 2007 war sie Präsidentin der American Philosophical Association (Eastern Division). Sie ist Mitglied im „editorial advisory board“ der Zeitschrift „Ethics & International Affairs“ sowie Mitherausgeberin der „Blätter für deutsche und internationale Politik“. Neben ihrer Lehrtätigkeit u. a. an der Harvard University und der New School for Social Research nahm sie zahlreiche Forschungsaufenthalte in Europa wahr. So folgte sie u. a. im Jahr 2009 einer Einladung ans Wissenschaftskolleg zu Berlin. Als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats ist die Philosophin auf besondere Weise mit dem Exzellenzcluster verbunden.

    Zu den Preisen, mit denen Seyla Benhabib ausgezeichnet wurde, gehört der Ernst-Bloch-Preis des Jahres 2009. Die Jury würdigte sie als „Politische Philosophin von Weltformat“. Im Jahr 2012 erhielt sie den Dr. Leopold Lucas-Preis der Universität Tübingen. Die Tübinger Evangelisch-Theologische Fakultät, die diesen Preis vergibt, hob hervor, dass im Mittelpunkt des Denkens von Seyla Benhabib die diskursethische Begründung und Durchsetzung eines „Menschenrechts auf Gastfreundschaft“ stehe. Am 19. Mai wurde ihr an der Universität zu Köln ist der Meister Eckhart Preis verliehen. Hier würdigte die Jury die denkerischen Vorstöße von Seyla Benhabib zur Etablierung eines transnationalen Rechtsverständnisses. Wie nur wenige Philosophen stelle sie sich der neuen Verantwortung, die im Zeitalter „postnationaler Konstellationen“ erwachse. Die Laudatio hielt Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie sowie Co-Sprecher des Exzellenzclusters.

  • Publikationen

    Critique, Norm and Utopia. A Study of the Normative Foundations of Critical Theory, New York: Columbia University Press 1986 (dt.: Kritik, Norm und Utopie, Fischer Verlag 1992).

    Situating the Self. Gender, Community and Postmodernism in Contemporary Ethics, Cambridge: Polity Press 1992 (dt.: Selbst im Kontext, Suhrkamp Verlag 1995).

    zusammen mit Judith Butler, Drucilla Cornell and Nancy Fraser: Feminist Contentions: A Philosophical Exchange, London: Routledge 1994 (dt.: Der Streit um Differenz, Fischer Verlag 1993).

    The Reluctant Modernism of Hannah Arendt, Lanham, Maryland 1996; neu veröffentlicht in 2002 (dt.: Hannah Arendt und die melancholische Denkerin der Moderne, Suhrkamp Verlag 2006).

    The Claims of Culture. Equality and Diversity in the Global Era, Princeton University Press 2002.

    The Rights of Others. Aliens, Citizens and Resident, Cambridge University Press 2004 (dt.: Die Rechte der Anderen, Suhrkamp Verlag 2008).

    Another Cosmopolitanism. Hospitality, Sovereignty and Democratic Iterations, Oxford University Press in 2006 (dt.: Kosmopolitismus und Demokratie, Campus Verlag 2008).

    Dignity in Adversity. Human Rights in Troubled Times, Polity Press 2011.

    Equality and Difference. Human Dignity and Popular Sovereignty in the Mirror of Political Modernity (Lucas prize Lecture in English and German: Mohr Siebeck Publishers, 2013).

    The Democratic Disconnect. Citizenship and Accountability in the Transatlantic Community, with David Cameron et. al., Transatlantic Academy, Washington DC, 2013.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
04.05.2026 | Frankfurt

Meinungsfreiheit, Meinungsvielfalt und Verantwortung für die Demokratie: Wie gestalten Medien neue Räume für Debatten und Teilhabe?

Podiumsdiskussion

Im Rahmen der Woche der Meinungsfreiheit 2026 laden die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Hessischen Rundfunk, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und dem Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität herzlich zu einer Diskussionsveranstaltung am 4. Mai 2026 in den WDC-Hub im Museum Angewandte Kunst Frankfurt ein.

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Veranstaltung
29.04.2026 | Frankfurt am Main

Kulturindustrie heute?

Podiumsdiskussion

Das Gespräch „Kulturindustrie heute?“ widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie. Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Rahmen der Gesprächsreihe "Frankfurter Schule" mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten.

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Veranstaltung
12.05.2026 | Frankfurt am Main

Zwischen Transformation und Abolitionismus

Buchvorstellung

Buchvorstellung mit Christine Graebsch, Katrin Höffler, Jochen Bung & Ronen Steinke

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Veranstaltung
28./29.05.2026 | Frankfurt am Main

Global Health Justice: Principles and Practice

Konferenz

Following the research focus of the Global Health Justice Postdoctoral Programme, funded by Höppsche Stiftung, the "Global Health Justice: Principles and Practice" conference places a particular emphasis on themes such as the human right to health, political activism and health justice issues, and problems of structural injustice and vulnerable populations in health care. Keynote lectures by Jonathan Wolff and Kanchana Mahadevan. The Global Health Justice Programme and this conference are supported by the Höppsche Stiftung in Villmar.

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Veranstaltung
14.07.2026 | Frankfurt am Main

Democracy Over Time and the Climate Crisis

Ringvorlesungen

Vortrag von Anja Karnein (Binghamton). Die Vortragsreihe untersucht Fragen der Klimakrise als Herausforderungen für demokratische Gesellschaften und konzentriert sich auf Themen wie politische Legitimität, Widerstand gegen fossile Brennstoffe und die Interessen künftiger Generationen. Sie wird organisiert von Prof. Dr. Darrel Moellendorf und Dr. Lukas Sparenborg.

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Veranstaltung
10.06.2026 | Frankfurt am Main

Capital Investment, Inequality, and State Power in a Time of Climate Emergency

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von MartinO'Neill (University of York). Die Vortragsreihe untersucht Fragen der Klimakrise als Herausforderungen für demokratische Gesellschaften und konzentriert sich auf Themen wie politische Legitimität, Widerstand gegen fossile Brennstoffe und die Interessen künftiger Generationen. Sie wird organisiert von Prof. Dr. Darrel Moellendorf und Dr. Lukas Sparenborg.

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Veranstaltung
13.05.2026 | Frankfurt am Main

Failed States and Cloudy Skies: Tipping Points, Overshoot and Permanent Emergency, after America

Ringvorlesungen

Vortrag von Geoff Mann (Simon Fraser University, Canada). Die Vortragsreihe untersucht Fragen der Klimakrise als Herausforderungen für demokratische Gesellschaften und konzentriert sich auf Themen wie politische Legitimität, Widerstand gegen fossile Brennstoffe und die Interessen künftiger Generationen. Sie wird organisiert von Prof. Dr. Darrel Moellendorf und Dr. Lukas Sparenborg.

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News
17.03.2026

Kommunikative Vernunft. Zum Tod von Jürgen Habermas

Von Rainer Forst und Klaus Günther. Mit Jürgen Habermas verlieren wir einen unvergleichlichen, weltweit die Geistes- und Sozialwissenschaften über viele Jahrzehnte prägenden Gelehrten und engagierten Intellektuellen, der, wie er selbst anlässlich seiner Rede zu seinem 90. Geburtstag an der Goethe-Universität sagte, an dieser Universität drei glückliche Phasen seines akademischen Lebens erfahren hat. Er hat auch nach seiner Emeritierung an vielen unserer Diskussionen am Zentrum Normative Ordnungen aktiv teilgenommen, und seine Theorie war für uns stets ein zentraler Bezugspunkt der Forschung. Wir selbst verlieren unseren wichtigsten akademischen Lehrer, der uns über die Jahrzehnte hinweg freundschaftlich verbunden war.

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Veranstaltung
23.06.2026 | Frankfurt am Main

Wehrhafte Demokratie: Chancen und Grenzen des Parteiverbots

Podiumsdiskussion

Im Mittelpunkt des Abends steht die Frage, ob und unter welchen verfassungsrechtlichen, politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen ein Verbot einer demokratisch gewählten, rechtsnational ausgerichteten Partei als legitimes Mittel in Betracht gezogen werden kann oder nicht. Ausgehend von den normativen Grundlagen des Parteienverbots im Grundgesetz, möchten wir die hohen rechtlichen Hürden und demokratietheoretischen Spannungsfelder dieser Maßnahme erörtern – zwischen Pluralismus und Selbstverteidigung, zwischen Meinungsfreiheit und Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

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