Fellow (ehemalig)

Prof. Dr. Merio Scattola

Professor für politische Philosophie, Universität Padua

Forschungsprojekt: Politische Theologie in der Frühen Neuzeit

Als Gast des Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ und des Internationalen Graduiertenkollegs „Politische Kommunikation von der Antike bis ins 20. Jahrhundert“ wird Merio Scattola in Frankfurt über die erkenntnistheoretischen Voraussetzung der antiken und der modernen Naturrechtslehre, vor allem über den Begriff von Recht und Gesetz in der alten Scholastik und in der modernen Wissenschaft, und über die Frage nach der Transzendenz in den politischen Ordnungen sowohl in historischer als auch in systematischer Hinsicht forschen und lehren.

Veranstaltungen:

09. Juli 2014
Referat
„Die Schule von Salamanca als Diskursgemeinschaft“ im Kolloquium „Discussions about the School of Salamanca“, Leitung Prof. Dr. Thomas Duve und Prof. Dr. Dr.  Matthias Lutz-Bachmann
Ort: Max Planck Institut für Europäische Rechtsgeschichte

21. Juli bis 1. August 2014
Workshop
„Das Gesetz und die Stadt“, Leitung Dr. des. Andreas Wagner, Anselm Spindler und Prof. Dr. Merio Scattola

25. bis 26. Juli 2014
Referat
„Jean Bodin und das Voelkerrecht“ an der Tagung „System and Order in international law“, Leitung Prof. Dr. Stefan Kadelbach

22. Juli bis 1. August
Workshop
Changes of State – Politische Theorie im Übergang von Mittelalter zu Neuzeit
Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main

27. Oktober 2014, 16 Uhr
Vortrag
Die Naturrechtslehren im 18. Jahrhundert
Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main

August od. November 2014
Workshop
„Politische Kommunikation von der Antike bis ins 20. Jahrhundert“

November 2014
Vortrag im Rahmen der Arbeitstagung des Forschungsprojektes des Exzellenzczlusters „Die Bibel als norma normans“

Wintersemester 2014/15
Gastvortrag im Rahmen der Vorlesung Prof. Dr. Schorn-Schütte
Die Entstehung des Naturrechts im europäischen 18. Jahrhundert

  • Biografische Angaben

    Merio Scattola lehrt als Professor für Politische Ideengeschichte an der Schule für Human- und Kulturwissenschaften der Universität Padua. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der Naturrechtslehren, die politische Theologie und die Geschichte des politischen Denkens in der Frühen Neuzeit. Sein Buch „Dalla virtù alla scienza“, in dem er die Geschichte der akademischen Politik in Deutschland beschrieb, wurde als eines der „juristischen Bücher des Jahres 2003“ von der „Neuen Juristischen Wochenschrift“ ausgezeichnet. Merio Scattola hat das Konzept einer ›politischen Epistemologie‹ entwickelt und er untersucht mit Vorliebe die Wissensformen und die literarischen Gattungen, in denen sich die politische Sprache ausdruckt.

  • Publikationen

    Das Naturrecht vor dem Naturrecht. Zur Geschichte des ius naturae im 16. Jahrhundert, Tübingen, Max Niemeyer Verlag, 1999.

    Teologia politica, Bologna, Il Mulino, 2007.

    Dalla virtu alla Scienza. La fondazione e la trasformatione della disciplina politica nell’eta moderna, Mailand, Franco Angeli, 2003.

    Eine innerkonfessionelle Debatte. Wie die Spanische Spätscholastik die politische Theorie des Mittelalters mit der Hilfe des Aristotelismus revidierte, in: Alexander Fidora, Johannes Fried, Matthias Lutz-Bachmann und Luise Schorn-Schütte (Hgg), Politischer Aristotelismus und Religion in Mittelalter und Früher Neuzeit, Berlin, Akademie Verlag, 2007, (Wissenskultur und Gesellschaftlicher Wandel, 23), S. 139-161.

    Widerstand und Naturrecht im Umkreis von Philipp Melanchthon, in Luise Schorn-Schütte (ed.), Das Interim 1548/50. Herrschaftskrise und Glaubenskonflikt, Gütersloh, Gütersloher Verlagshaus, 2005, (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, 203) S. 459-487.

    Emilio Bonfatti, Giuseppe Duso und Merio Scattola (Hgg), Politische Begriffe und historisches Umfeld in der Politica methodice digesta des Johannes Althusius, Wiesbaden, Harrassowitz Verlag, (Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek), 2002.

    Von der Politik zum Naturrecht. Die Entwicklung des allgemeinen Staatsrechts aus der politica architectonica, in: Jacques Krynen and Michael Stolleis (Hgg.), Science politique et droit public dans les facultés de droit européennes (XIIIe-XVIIIe siècle), Frankfurt am Main, Vittorio Klostermann, 2008, (Studien zur Europäischen Rechtsgeschichte, 229), S. 411-443.

    „Models in History of Natural Law“, in: Ius commune. Zeitschrift für Europäische Rechtsgeschichte, 28 (2001), S. 91-159.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
18.04.2026 | Frankfurt am Main

Das Prinzip Donald Trump und die Verrohung der Welt

Podiumsdiskussion, Vortrag

Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet. Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen.

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Veranstaltung
29.04.2026 | Frankfurt am Main

Kulturindustrie heute?

Podiumsdiskussion

Das Gespräch „Kulturindustrie heute?“ widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie. Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Rahmen der Gesprächsreihe "Frankfurter Schule" mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten.

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News
19.02.2026

Call for Applications – Postdoctoral Fellowships

Am Forschungszentrum Normative Ordnungen sind für das akademische Jahr 2026/2027 mehrere Postdoctoral Fellowships mit einer Laufzeit von 10 Monaten (Beginn: 1. Oktober 2026) ausgeschrieben. Bewerbungsschluss für alle Programme ist der 15. März 2026.

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Veranstaltung
20.03.2026 | Frankfurt am Main

40 Jahre Schengen-Raum

Kolloqium

Der 1984 geschlossene Schengen-Vertrag schuf einen heute 29 Staaten umfassenden Raum ohne Binnengrenzen, doch Migration über die Außengrenzen führte zuletzt zur Wiedereinführung von Kontrollen, auch durch die Bundesregierung ab 8. Mai 2025. Das Walter Hallstein-Kolloquium diskutiert die rechtliche Zulässigkeit, wirtschaftliche Folgen insbesondere für Arbeitsmigration und Arbeitsmarkt sowie die Zukunft des Schengen-Raums.

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News
12.02.2026

Satanistische Politik und der Niedergang der Vernunft in liberalen Demokratien

Ein letztes Mal im Wintersemester 2025/26 lud das Forschungszentrum zur Ringvorlesung „Am Scheidepunkt. Zur Krise der Demokratie“. Zum Abschluss hat der Philosoph Michael Rosen von der Harvard University sein Konzept der „satanic politics“ als eine Variante der politischen Deutung der Welt vorgestellt.

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News
09.02.2026

Zur Aktualität des Gewaltbegriffs anhand von Camus und Derrida

Prof. Dr. Christine Abbt von der Universität St. Gallen hat im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ einen Vortrag über Demokratien und den Gewaltbegriff gehalten. Unter dem Titel „Demokratien verteidigen. Zur Aktualität des Gewaltbegriffs bei Camus und Derrida“ besprach die Philosophin Formen von Gewalt und Revolte und ordnete diese im Hinblick auf ein demokratisches Setting ein.

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Publikation
04.02.2026 | Zeitschriftenartikel

New Perspectives on Trust in International Conflicts

Wille, Tobias; Simon, Hendrik; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Wheeler, Nicholas J.; Holmes, Marcus; Rathbun, Brian C.; Acharya, Amitav; Mitzen, Jennifer (2026): „New Perspectives on Trust in International Conflicts“. In: International Studies Review 28 (1), viaf027. 

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News
02.02.2026

Staatlicher Wettbewerb um Menschen – David Owen über civil geopolitics

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt – Zur Zukunft der Demokratie“ präsentierte David Owen von der Universität Southampton sein Konzept der civil geopolitics.

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News
20.01.2026

Christine Hentschel über Neuorientierungen in katastrophischen Zeiten

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ sprach die Soziologin über das Leben in und den Umgang mit katastrophischen Zeiten. Vor dem Hintergrund der Zerstörung der Lebensbedingungen, Kriegen, dauerhafter Krisenhaftigkeit sowie der Bedrohungen der Demokratie widmete sich Hentschel dem Einsickern des Katastrophischen in den gesellschaftlichen Alltag und einem sich verändernden aktivistischen und literarischen Umgang mit der Zukunft.

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