Geistig-moralische Wende: Das Ende des Konservatismus als Regierungsprogramm

Dr. Thomas Biebricher

Laufzeit des Forschungsprojekts: 11/2017 – 12/2019

Ziel des Projektes war eine kritische Aufarbeitung und Durchsicht der Geschichte des deutschen Konservatismus seit der sogenannten ‚Geistig-moralischen Wende‘ der frühen 1980er Jahre, wobei der Konservatismus hier sowohl in seiner politisch organisierten Form wie auch als gesellschaftlich-intellektuelles Milieu untersucht wurde. Die methodische Vorgehensweise bestand in erster Linie in qualitativer Textanalyse unterschiedlicher Genres von wissenschaftlichen Monographien über Zeitungsartikel bis hin zu Reden und Ansprachen der politischen Protagonisten, wobei besonderer Wert darauf gelegt wurde, die beiden genannten Dimensionen des Konservatismus zueinander in Bezug zu setzen, um so einen in sich durchaus heterogenen konservativen Diskurse zu erfassen und zu analysieren. Die zentrale These dieser Längsschnittstudie lautet, dass wir es keineswegs mit einer kurzfristig aus dem Nichts ausbrechenden Krise des Konservatismus zu tun haben, sondern eher mit einem langfristigen Prozess von Erosion, Auszehrung und, letztendlich, Erschöpfung, für den eine Reihe von Faktoren verantwortlich sind. Die aktuelle Verfassung des deutschen Konservatismus, so die zeitdiagnostische These, lässt sich als eine Art substantiell entkernter Prozeduralkonservatismus bezeichnen, was keineswegs ausschließt, dass es auf der Ebende der politischen Repräsentation weiterhin möglich ist, ein gewisses Maß an Zustimmung zu generieren, aber doch die Frage aufwirft, wie lange ein solch entschlackter Konservatismus-als-Pragmatismus rechtspopulistische Tendenzen und Kräfte in Schach halten können wird. 
Der Wissenstransfer fand in Form einer Vielzahl von (halb-)öffentlichen Vorträgen statt, beispielsweise bei der Demokratie-Stiftung Saarland oder bei der Deutschen Bundesbank, sowie etwa zehn Zeitungsartikeln/Kommentaren/Interviews in überregionalen Zeitungen, wie etwa der ZEIT, dem Tagesspiegel oder dem Freitag.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
10.10.2026 | Frankfurt

Von der East West Street zum Anthropozän: Das Recht gegen Gewalt und Zerstörung

Podiumsdiskussion

Auf der Frankfurter Buchmesse spricht der diesjährige Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Philippe Sands mit dem Friedensforscher und Historiker Hendrik Simon über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Völkerrechts, über Ökozid und über die Frage, welche Rolle das Recht in einer von massiver Gewalt und globaler Zerstörung geprägten Welt spielen kann: von der East West Street bis zum Anthropozän.

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Veranstaltung
10.10.2026 | Frankfurt am Main

Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen

Buchvorstellung

»Der Krieg ist zurück in Europa!«, heißt es – und mit ihm die Angst. Müssen wir wieder die Sprache der Machtpolitik lernen, um den Frieden zu sichern? Stehen wir wirklich vor dem Ende der regelbasierten Ordnung? Dr. Hendrik Simon bezieht im Gespräch mit Dr. Stefan Kroll in dieser hitzigen Debatte Stellung.

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Publikation
07.09.2026 | Monographie

The Examined Illness. A Philosopher's Confrontation with Deadly Disease

Moellendorf, Darrel (2026): The Examined Illness: A Philosopher Confronts Deadly Disease, Bristol: intellect.

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Publikation
20.08.2026 | Buchkapitel

Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus?

Biebricher, Thomas (2026): Abschied vom Neoliberalismus im Zeichen des Postliberalismus? In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 222-246.

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Publikation
20.08.2026 | Buchkapitel

Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels

Daase, Christopher (2026): Krise oder Verfall der Weltordnung? Liberale und postliberale Erklärungen internationalen Wandels. In: Selk, Veith; Hofmann, Julian Nicolai (Hrsg.): Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte. Berlin: Suhrkamp, S. 205-221.

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Publikation
19.08.2026 | Sammelband

Sokrates revised and revisited

Bohl, Judith K.; Brandis, Veronika; Pfeifer, Guido (Hrsg.) (2026): „Sokrates revised and revisited. Überlieferung, Diskurs, Inszenierung“. Heidelberg: Propylaeum. 

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