Das Recht der globalen Digitalität – The Law of Global Digitality

Tagung

Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Alexander Peukert

Projektbeschreibung

Auf der Tagung soll die Frage erörtert werden, wie verschiedene Rechtsgebiete (insbes. privates Wirtschafts- und Medienrecht, Straf-, Datenschutz und Finanzmarktrecht) die Spannung zwischen globaler digitaler Kommunikation und lokalen Rechtsordnungen bewältigen und ob sich insoweit seit dem Jahrtausendwechsel generelle Trends feststellen lassen.

Dass zwischen der Medialität globaler Computernetzwerke und lokalem Recht eine tiefgreifende Spannung besteht, ist seit langem bekannt und häufig problematisiert worden. Kaum aber werden die Antworten unterschiedlicher Rechtsgebiete auf diese Herausforderung in der erforderlichen Detailgenauigkeit vergleichend analysiert. Dabei stellen sich in allen von der Digitalisierung betroffenen Rechtsgebieten dieselben Fragen: Welchen Geltungsanspruch erheben lokale Rechtsregime im Hinblick auf global-digitale Sachverhalte (Zuständigkeit der Gerichte/Behörden, anwendbares Recht, Anwendungsbereich des Sachstatuts)? Ist insoweit eine Tendenz zu erkennen, wonach lokale Gesetze leichter ausgelöst und umgekehrt mit extraterritorialem Anspruch (vgl. EU-Datenschutz) angewendet werden? Werden die rechtlichen Anforderungen an grenzüberschreitend-digitales Verhalten strenger (Haftungsniveaus, Regulierungsdichte)? Welche Relevanz kommt technischen Standards („Code is Law“) und hybriden privat-öffentlichen Governance-Strukturen (z.B. Memoranda of Understanding, Netzwerkdurchsetzungsgesetz) zu? 
Indem diese Querschnittsfragen für sechs privatrechtliche, teils öffentlich-rechtliche Kartellrecht adressiert werden, lassen sich möglicherweise generelle Reaktionsmuster des Rechts auf die globale Digitalität erkennen. Zur Anreicherung des empirischen Materials soll jedes Rechtsgebiet aus der Sicht des deutschen/des EU-Rechts und eines Nicht-EU-Rechts erörtert werden. Zum Vergleich zwischen Rechtsgebieten soll also der klassische Rechtsvergleich treten, was bedingt, dass die Tagung in englischer Sprache stattfinden wird. Auf der Grundlage dieses reichhaltigen Materials kann ggf. eine Theorie des Rechts der globalen Digitalität entwickelt werden.

Internationale Tagung
The Law of Global Digitality
2. und 3. Dezember 2019, Frankfurt am Main

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
18.04.2026 | Frankfurt am Main

Das Prinzip Donald Trump und die Verrohung der Welt

Podiumsdiskussion, Vortrag

Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet. Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen.

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Veranstaltung
29.04.2026 | Frankfurt am Main

Kulturindustrie heute?

Podiumsdiskussion

Das Gespräch „Kulturindustrie heute?“ widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie. Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Rahmen der Gesprächsreihe "Frankfurter Schule" mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten.

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News
19.02.2026

Call for Applications – Postdoctoral Fellowships

Am Forschungszentrum Normative Ordnungen sind für das akademische Jahr 2026/2027 mehrere Postdoctoral Fellowships mit einer Laufzeit von 10 Monaten (Beginn: 1. Oktober 2026) ausgeschrieben. Bewerbungsschluss für alle Programme ist der 15. März 2026.

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Veranstaltung
20.03.2026 | Frankfurt am Main

40 Jahre Schengen-Raum

Kolloqium

Der 1984 geschlossene Schengen-Vertrag schuf einen heute 29 Staaten umfassenden Raum ohne Binnengrenzen, doch Migration über die Außengrenzen führte zuletzt zur Wiedereinführung von Kontrollen, auch durch die Bundesregierung ab 8. Mai 2025. Das Walter Hallstein-Kolloquium diskutiert die rechtliche Zulässigkeit, wirtschaftliche Folgen insbesondere für Arbeitsmigration und Arbeitsmarkt sowie die Zukunft des Schengen-Raums.

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News
12.02.2026

Satanistische Politik und der Niedergang der Vernunft in liberalen Demokratien

Ein letztes Mal im Wintersemester 2025/26 lud das Forschungszentrum zur Ringvorlesung „Am Scheidepunkt. Zur Krise der Demokratie“. Zum Abschluss hat der Philosoph Michael Rosen von der Harvard University sein Konzept der „satanic politics“ als eine Variante der politischen Deutung der Welt vorgestellt.

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News
09.02.2026

Zur Aktualität des Gewaltbegriffs anhand von Camus und Derrida

Prof. Dr. Christine Abbt von der Universität St. Gallen hat im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ einen Vortrag über Demokratien und den Gewaltbegriff gehalten. Unter dem Titel „Demokratien verteidigen. Zur Aktualität des Gewaltbegriffs bei Camus und Derrida“ besprach die Philosophin Formen von Gewalt und Revolte und ordnete diese im Hinblick auf ein demokratisches Setting ein.

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Publikation
04.02.2026 | Zeitschriftenartikel

New Perspectives on Trust in International Conflicts

Wille, Tobias; Simon, Hendrik; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Wheeler, Nicholas J.; Holmes, Marcus; Rathbun, Brian C.; Acharya, Amitav; Mitzen, Jennifer (2026): „New Perspectives on Trust in International Conflicts“. In: International Studies Review 28 (1), viaf027. 

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News
02.02.2026

Staatlicher Wettbewerb um Menschen – David Owen über civil geopolitics

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt – Zur Zukunft der Demokratie“ präsentierte David Owen von der Universität Southampton sein Konzept der civil geopolitics.

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News
20.01.2026

Christine Hentschel über Neuorientierungen in katastrophischen Zeiten

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ sprach die Soziologin über das Leben in und den Umgang mit katastrophischen Zeiten. Vor dem Hintergrund der Zerstörung der Lebensbedingungen, Kriegen, dauerhafter Krisenhaftigkeit sowie der Bedrohungen der Demokratie widmete sich Hentschel dem Einsickern des Katastrophischen in den gesellschaftlichen Alltag und einem sich verändernden aktivistischen und literarischen Umgang mit der Zukunft.

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