LECTURE & FILM: Black Atlantic Cinema // »Symbolic Capital: MANDABI (1968) by Ousmane Sembene«
»Symbolic Capital: MANDABI (1968) by Ousmane Sembene«
Lecture von Dr. Daniel Fairfax (Frankfurt/M.)
Aufzeichnung der Veranstaltung vom 19.12.2024 im Kino des DFF
“Ibrahima, ein liebenswerter arbeitsloser Mann, der mit seinen zwei Frauen und einer Vielzahl von Kindern in Dakar lebt, gerät aus dem Gleichgewicht, als eine Zahlungsanweisung über 25.000 CFA-Francs von seinem Neffen in Frankreich eintrifft.
Während er den größten Teil des Geldes für die Rückkehr des Neffen in den Senegal aufbewahren soll, verstrickt sich Ibrahima in einen bürokratischen Alptraum, als er versucht, seinen Identitätsstatus festzustellen, um die Zahlungsanweisung einlösen zu können. Ousmane Sembenes MANDABI, eine Adaption seiner eigenen satirischen Novelle Le Mandat, war der erste abendfüllende Film, der nach der Unabhängigkeit Senegals im Jahr 1960 in der Sprache Wolof gedreht wurde.” (Daniel Fairfax)
„Black Atlantic“ ist ein Konzept des britischen Soziologen Paul Gilroy, mit dem er auf die Erfahrung des transatlantischen Sklavenhandels und ihre Folgen für die Moderne bis in die Gegenwart verweist.
Anstatt über Nationalstaaten formiert sich Kultur, so Gilroy, über größere geographische Räume und in komplexen historischen Formationen und Schichtungen. Für den Raum des „Black Atlantic“ ist für Gilroy ein verbindendes Element die Erfahrung des „doppelten Bewusstseins“ im Sinne des großen amerikanischen Soziologen und Historikers W.E.B. DuBois.
„Sich selbst sehen durch die Augen … einer Nation, die einen mit Verachtung anblickt“, lautet DuBois’ Formel für das „doppelte Bewusstsein“, in dem marginale Menschen in Gesellschaften leben, die von Unterdrückung geprägt sind.
In der Reihe antworten Filmkünstler*innen auf die Herausforderung des Lebens im „doppelten Bewusstsein“ von Afrika über Brasilien und die Karibik bis hin zum (post)kolonialen Europa. Die Reihe wird kuratiert von Didi Cheeka, Feven Haile, Daniel Fairfax und Vinzenz Hediger.
Film:
MANDABI
Die Postanweisung
R: Ousmane Sembene
Senegal 1968
Aktuelles aus dem Forschungszentrum
Dr. h.c. Gerhard Wiese – Wirken als Ankläger im Auschwitz Prozess
Der Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965 gilt als ein zentraler Wendepunkt in der juristischen und öffentlichen Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland. Dr. h.c. Gerhard Wiese, der als junger Staatsanwalt zum Anklägerteam des Prozesses gehörte, berichtet aus seiner Perspektive auf die damaligen Ermittlungen und die Hauptverhandlung. Im Gespräch mit der Historikerin Dr. Katharina Rauschenberger (Fritz Bauer Institut) wird die Bedeutung des Prozesses für die strafrechtliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen in den Blick genommen.
weitere Infos ›Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten
Abich, Leon; Adams, Cosima; Biebricher, Thomas; Britz, Gabriele; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Dönges, Jan; Krause, Leon; Nitzschner, Patrick; Siebert, Hannes; Siefert, Julian; Stephanblome, Isabelle (2026): "Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten". DemoReg Working Paper 3.1.
weitere Infos ›Shifting Visions of Peace and Security
Podiumsdiskussion im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times” mit Lisbeth Zimmermann (Goethe University/Normative Orders), Antonia Witt (PRIF), Siddarth Tripathi (University of Erfurt). Moderation: Jonas Wolff (Goethe University/PRIF/Normative Orders).
weitere Infos ›AI, War, and Big Tech
Vortrag von Ingvild Bode (University of Southern Denmark)im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.
weitere Infos ›International arms control in a world of uncertainties
Vortrag von Malte Göttsche (TU Darmstadt/PRIF) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.
weitere Infos ›Enabling Authoritarianism: UN Peacekeeping and the Politics of Authoritarianism
Vortrag von Sarah von Billerbeck (University of Reading) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.
weitere Infos ›