Darf man das (noch)? Der Streit um Autonomie und Relevanz von Kunst und Literatur
Gespräch mit Sigrid Köhler und Wolfgang Ullrich bei den 53. Römerberggesprächen „Keine Diskussion! Öffentlichkeit als Verbotszone“ am 17. Juni 2023 im Chagallsaal des Schauspiel Frankfurt.
Um die Öffentlichkeit als Ort der argumentativen Auseinandersetzung ist es derzeit schlecht bestellt. Es scheint in allen Lagern vielfach darum zu gehen, abweichende Meinungen als indiskutabel zu diskreditieren. Was der eigenen Überzeugung zuwider läuft, wird als gefährlich gebrandmarkt und soll aus dem öffentlichen Raum, aus Verlagsprogrammen, Museen oder Lehrplänen verbannt werden, kritisieren die einen. Andere erklären den immer wiederkehrenden Streit als Entwicklungsprozess einer gerechter werdenden Gesellschaft.
Aber wer hat nun recht? Und geht es wirklich darum, was wir noch dürfen? In jedem Fall scheint die Fähigkeit zur empathischen Auseinandersetzung mit den jeweils anderen nicht mehr hoch im Kurs zu stehen. Stattdessen herrscht vielerorts die Arroganz der eigenen Unfehlbarkeit. Und wo öffentlicher Streit eigentlich ausgetragen werden sollte, wird er abgesagt.
Anlass für die Römerberggespräche, danach zu fragen, wie sich Vernunft im öffentlichen Diskurs noch herstellen lassen kann, wenn die Leitplanken immer enger werden. Welche Gründe gibt es, bestimmte Meinungen und Gedanken für nicht mehr diskussionswürdig zu halten, und wann kippt die gute Absicht in ihr selbstgerechtes Gegenteil, in Borniertheit oder gar Ignoranz? Wo bleibt zwischen Wokeness und Cancel-Culture der Raum für ein konstruktives Ringen um die besten Lösungen für die drängenden Probleme der Gegenwart für alle?
Aktuelles aus dem Forschungszentrum
When Design Gets Political
Der dritte Tag der Design Policy Days an der Goethe-Universität Frankfurt richtet sich an alle, die Design als politische Kraft denken. Gemeinsam mit dem Deutschen Designtag und der World Design Capital 2026 widmet er sich in Roundtables, Projektpräsentationen, Workshops und Ausstellungen der institutionellen Politik: Wie lässt sich Design methodisch, strukturell und normativ in politische Entscheidungsprozesse integrieren – und wie kann Politik selbst als Gestaltungsfeld verstanden werden?
weitere Infos ›Dr. h.c. Gerhard Wiese – Wirken als Ankläger im Auschwitz Prozess
Der Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965 gilt als ein zentraler Wendepunkt in der juristischen und öffentlichen Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland. Dr. h.c. Gerhard Wiese, der als junger Staatsanwalt zum Anklägerteam des Prozesses gehörte, berichtet aus seiner Perspektive auf die damaligen Ermittlungen und die Hauptverhandlung. Im Gespräch mit der Historikerin Dr. Katharina Rauschenberger (Fritz Bauer Institut) wird die Bedeutung des Prozesses für die strafrechtliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen in den Blick genommen.
weitere Infos ›Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten
Abich, Leon; Adams, Cosima; Biebricher, Thomas; Britz, Gabriele; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Dönges, Jan; Krause, Leon; Nitzschner, Patrick; Siebert, Hannes; Siefert, Julian; Stephanblome, Isabelle (2026): "Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten". DemoReg Working Paper 3.1.
weitere Infos ›Shifting Visions of Peace and Security
Podiumsdiskussion im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times” mit Lisbeth Zimmermann (Goethe University/Normative Orders), Antonia Witt (PRIF), Siddarth Tripathi (University of Erfurt). Moderation: Jonas Wolff (Goethe University/PRIF/Normative Orders).
weitere Infos ›AI, War, and Big Tech
Vortrag von Ingvild Bode (University of Southern Denmark)im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.
weitere Infos ›International arms control in a world of uncertainties
Vortrag von Malte Göttsche (TU Darmstadt/PRIF) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.
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