01.01.2019
Zeitschriftenartikel

Mitleid und Krise. Zur Aufnahme von Flüchtlingen in der Bundesrepublik

Ende 1978 flog der niedersächsische CDU-Chef und Minister für Bundesangelegenheiten Wilfried Hasselmann nach Malaysia. Den »Marschbefehl« hatte er vom damaligen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht erhalten (vgl. Der Spiegel 1978). Wilfried Hasselmann sollte sich ein Bild von der Lage vor Ort machen und mit den Behörden sprechen. Denn in Malaysia waren zahlreiche vietnamesische Flüchtlinge angekommen und in Lagern untergebracht. Nachdem die Truppen der Vereinigten Staaten aus Vietnam abgezogen waren, kapitulierte Südvietnam im Sommer 1975. Bald darauf entstand die Sozialistische Republik Vietnam. Immer mehr Menschen flohen vor dem kommunistischen Regime (Oltmer 2016: 105). Seit 1978 begaben sich viele Flüchtlinge auf das Südchinesische Meer, um nach Malaysia, Singapur, Indonesien oder auf die Philippinen zu gelangen, unzählige Menschen ertranken dabei: »Die Bilder der ›Boatpeople‹ mit ihren primitiven Schiffen, die für keine weiten Strecken und Stürme auf hoher See ausgestattet waren, gingen um die Welt.« (Ther 2017: 256) In den folgenden Jahren sollten vietnamesische Flüchtlinge per Flugzeug und auf Schiffen nach Deutschland gelangen. Knapp 40 000 Vietnames_innen kamen in den späten 70er und frühen 80er Jahren als »humanitäre Flüchtlinge« nach Westdeutschland (Beuchling 2003: 51). […]

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Publikation
14.08.2026 | Buchkapitel

Vom rechtshistorischen Erkenntniswert antiker Tragödiendichtung: Überlegungen anhand Euripides’ Medeia

Pfeifer, Guido (2026): "Vom rechtshistorischen Erkenntniswert antiker Tragödiendichtung: Überlegungen anhand Euripides’ Medeia". In: Gsell, Beate; Rüfner, Thomas; Babusiaux, Ulrike (Hrsg.): Die unverzichtbare Wissenschaft – The Indispensable Science, Mohr Siebeck, S. 663-671.

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Publikation
01.08.2026 | Buchkapitel

"Das Andere in uns selbst" (Marcel Gauchet). Das Ideal gesellschaftlicher Autonomie und die Denkfigur der Alterität

Langner-Pitschmann, Annette (2026): „Das Andere in uns selbst“ (Marcel Gauchet). Das Ideal gesellschaftlicher Autonomie und die Denkfigur der Alterität. In: Schlette, Magnus et. al. (Hrsg.): Ordnung im Übergang Zur Funktion von Transzendenzbezügen in der Konstitution und Transformation politischer Gemeinschaft, Tübingen: Mohr Siebeck, S. 185-205.

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Veranstaltung
24.09.2026 | Frankfurt am Main

Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen / Friedensgutachten 2026

Buchvorstellung

Die imperialistische Großmachtpolitik ändert die Vorzeichen von Krieg, Frieden und Sicherheit. Staaten agieren zunehmend wie Warlords und setzen Krieg als Mittel der Politik ein. Übergänge von Gewaltkonflikten zu Frieden werden als „Deals“ behandelt, Mittelmächte treten mit neuem Selbstbewusstsein, aber ambivalentem Kurs auf, und technologische Innovation verändert Kriege und erschwert die Regulierung. Zugleich befindet sich die internationale Kooperation in der Friedenssicherung in ihrer schwersten Krise. Das Friedensgutachten 2026 analysiert Optionen, dennoch Frieden zu fördern.

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News
23.07.2026

Dr. Jonas Heller mit Maria-Weber-Grant ausgezeichnet

Dr. Jonas Heller, assoziiertes Mitglied von Normative Orders, erforscht, wie sich geschichtlicher Wandel als Überwindung geschichtlicher Blockaden verstehen lässt. Hierfür wurde er nun mit einem Preis der Hans-Böckler-Stiftung ausgezeichnet.

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Publikation
23.07.2026 | Zeitschriftenartikel

Governing the Subject of Populism

Biebricher, Thomas: "Governing the Subject of Populism". In: European Journal of Social Theory, OnlineFirst.

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News
16.07.2026

Was verteidigen wir, wenn wir Demokratie verteidigen?

Die Krise der Demokratie stand im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreskonferenz. Angesichts des weltweiten Erstarkens autoritärer und populistischer Bewegungen diskutierten internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuelle Gefährdungen demokratischer Ordnungen und die grundlegende normative Frage: Was genau verteidigen wir eigentlich, wenn wir Demokratie verteidigen?

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