„Winchester ‘73“: The Gun That Changed Hollywood (1950, Anthony Mann)

Vortrag von Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Professor für Filmwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“) am 23. Februar 2017 im Deutschen Filmmuseum innerhalb des Rahmenprogramms des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zur Ausstellung „Unter Waffen. Fire & Forget 2“.

Anthony Manns Western „Winchester ‘73“ erzählt die Geschichte eines Präzisionsgewehrs und seiner wechselnden Besitzer in einem Reigen der Gewalt, dessen Ausgangspunkt ein ungelöster Bruderzwist bildet. Der Film markiert aus mehreren Gründen einen Wendepunkt in der Geschichte des Hollywood-Kinos. Der Film läutet die Phase der „Super-Western“ ein, der Prestige-Filme über die Eroberung des amerikanischen Westen, mit denen Hollywood auf die Krise der 1950er Jahre reagierte und die bis in die 1960er neben den Monumentalfilmen mit biblischen und antiken Vorlagen das wirtschaftliche Rückgrat der Industrie bildeten.

Für Hauptdarsteller James Stewart handelte dessen Agent Lew Wasserman den ersten Gewinnbeteiligungsvertrag für einen Schauspieler aus, der dem Star 50 Prozent der Netto-Einnahmen sicherte. Die Kooperation mit Universal Pictures führte schließlich dazu, dass Wasserman das Studio Ende der 1950er Jahre ganz übernahm und MCA-Universal zum ersten Medienkonglomerat neuen Typs ausbaute. Ausgehend von einer Rekonstruktion dieses folgenreichsten Waffendeals der Kinogeschichte stellt der Vortrag die Frage nach einer Ästhetik der Waffengewalt im Hollywood-Kino.

 

Veranstalter:
Museum Angewandte Kunst, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in weiterer Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filmmuseum

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