Wie Waffen verschwinden. Zur Ästhetik der Zerstörung
Podiumsgespräch (zugleich „Blickwechsel. Zukunft gestalten“. Reihe des Museum Angewandte Kunst) mit Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Direktorin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“), Prof. Dr. Christopher Daase (Professor für Internationale Organisationen der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Hessische Stiftung Friedens- und Konflitkforschung), Dr. Simone Wisotzki (Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung), Peter Zizka (Designer) et al. am 16. November 2016 innerhalb des Rahmenprogramms des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zur Ausstellung „Unter Waffen. Fire & Forget 2“.
Zumeist sprechen wir über die Ästhetik von Waffen, ihre Verwendung in Design und Mode oder ihren spezifischen Sex Appeal. Aber auch die Zerstörung von Waffen weist eine eigene Ästhetik auf. Waffenzerstörung ist eine der großen Herausforderungen für die Politik, um Konflikte nachhaltig zu beenden, so im Rahmen von Peacebuilding-Missionen oder der Prävention von Konflikten überhaupt, wie in der Überwachung der Einhaltung und der Sanktionierung von geltenden Waffenverboten. Zu denken ist hier an die Verbote von Chemie- und Biowaffen, an das Nukleare Nichtverbreitungsregime oder auch Landminen. Anders als das zerstörerische Potenzial dieser Waffen es erwarten lässt, ist die Zerstörung der Waffen selbst eine eher profane, bestenfalls technisch aufregende Angelegenheit. Umso wichtiger ist daher für die Politik, Waffenzerstörung symbolisch zu inszenieren, um Glaubwürdigkeit und Wirkmächtigkeit in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Beispiele sind dafür etwa die jüngste öffentlichkeitswirksame Entsorgung syrischer Chemiewaffen auf hoher See oder Großeinschmelzungen von Kleinwaffen in Konfliktgebieten. Das Podium spürt diesen Inszenierungen und der spezifischen Ästhetik, die sie erzeugen, aus unterschiedlichen Perspektiven nach.
Veranstalter:
Museum Angewandte Kunst, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
Aktuelles aus dem Forschungszentrum
Neuer Sammelband zu Ehren von Ute Sacksofsky
Der Sammelband „Gerechtigkeit als Thema der Rechtswissenschaft“ bündelt die Beiträge des Ehrensymposiums zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Dr. hc. Ute Sacksofsky und beleuchtet aus intergenerationeller Perspektive zentrale Fragen feministischer Rechtswissenschaft zu Geschlecht, Gerechtigkeit, Gleichheit und juristischen Methoden.
weitere Infos ›Zusammenhalt, Vertrauen und Demokratie in Europa
Vertrauen, Zusammenhalt, Demokratie – drei große Begriff, die in Europa derzeit allgegenwärtig sind. Doch wie belastbar sind sie eigentlich und was beschreiben sie? Was genau meinen wir eigentlich, wenn wir von politischem Vertrauen und gesellschaftlichem Zusammenhalt sprechen? Und braucht es – wie häufig behauptet – ein gewisses Maß an sozialer oder kultureller Homogenität, damit Vertrauen wachsen und Zusammenhalt entstehen kann? Diesen Fragen widmen wir uns in der aktuellen Ausgabe der Crisis Talks – auf dem Podium und im Gespräch mit unseren Gästen.
weitere Infos ›Rechtsextremismus und Polizei - Erscheinungsformen, Umgangsweisen, Perspektiven
Die Diskussion knüpft an den Sammelband „Rechtsextremismus als Herausforderung für Polizei und Gesellschaft“ an, der aktuelle Perspektiven aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft zusammenführt.
weitere Infos ›Videopodcast-Reihe „Our Planet, Our Health“ gestartet
Mit „Our Planet, Our Health“ startet eine neue Videopodcast-Reihe zu Fragen globaler Gesundheitsgerechtigkeit. Die Reihe, gehostet von Dr. Romina Rekers, ist eine Initiative des Global Health Justice Postdoctoral Programme (GHJ), gefördert von der Höppschen Stiftung.
weitere Infos ›Disinhibited Informalization: Talk Radio, Bro Podcasts and the Aesthetics of Populism
This essay by Johannes Völz is a revised and updated translation of “Enthemmte Informalisierung: Talk Radio, Bro-Podcasts und die Ästhetik des Populismus,” WestEnd: Neue Zeitschrift für Sozialforschung 22.2 (2025): 3–24. It is published here as part of the b2o Review’s “Stop the Right” dossier.
weitere Infos ›Von der Selbstermächtigung zum sozialen Widerstand
Vortrag von Prof. Dr. Axel Honneth (Frankfurt am Main / New York Columbia University) mit anschließender Diskussion im Rahmen des Rechtstheoretischen Mittwochsseminars von Klaus Günther, Dan Wielsch und Benno Zabel.
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Im Rahmen der Gesprächsreihe Frankfurter Schule hat die Professorin für Filmwissenschaft gemeinsam mit dem Journalisten und Filmkritiker Bert Rebhandl über die Aktualität des Begriffs Kulturindustrie und sein Verständnis im Kontext digitaler und globaler Medien gesprochen.
weitere Infos ›Shifting Regimes, Changing Orders
Conference as part of WDC2026 in collaboration with Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung (DGTF), Kunstgewerbemuseum/Design Campus SKD and Design and Democracy
weitere Infos ›Körpergeschlecht und Selbstbestimmung
Britz, Gabriele (2026): "Körpergeschlecht und Selbstbestimmung". In. Mangold, Anna Katharina; Völzmann, Berit (Hrsg.): Gerechtigkeit als Thema der Rechtswissenschaft, Nomos, S. 41-48.
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