Tatsachenermittlung im russisch-ukrainischen Krieg: Status, Defizite und Desiderata

Vortrag von Prof. Dr. Thilo Marauhn (Justus-Liebig-Universität Gießen, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) am 14. Dezember 2022. Moderation: Prof. Dr. Stefan Kadelbach (Goethe-Universität Frankfurt, Normative Orders).

Jeden Tag erreichen uns unzählige Nachrichten aus dem russisch-ukrainischen Krieg. Die Validität solcher Nachrichten ist nicht immer offensichtlich, unabhängig davon, ob es sich um Bildmaterial oder Zeugenaussagen handelt, ob die Informationen vor Ort oder anderweitig gesammelt wurden. Immer mehr Akteure, staatliche und nicht-staatliche, nationale und internationale, behaupten im Konfliktgebiet zu ermitteln. Wer ist egitimiert zu ermitteln? Was ist der Wert solcher Ermittlungen? Geht es um Tatsachen oder um Bewertungen? Gibt es Ermittlungsstandards? So viel bekannt zu sein scheint, so zweifelhaft sind Herkunft, Qualität und Relevanz tatsächlicher oder vermeintlicher Fakten. Der Vortrag will für die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen von Tatsachenermittlungen in Bezug auf den russisch-ukrainischen Krieg sensibilisieren, nicht zuletzt, um die Opfer dieses bewaffneten Konflikts besser zu schützen.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
24.09.2026 | Frankfurt am Main

Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen / Friedensgutachten 2026

Buchvorstellung

Die imperialistische Großmachtpolitik ändert die Vorzeichen von Krieg, Frieden und Sicherheit. Staaten agieren zunehmend wie Warlords und setzen Krieg als Mittel der Politik ein. Übergänge von Gewaltkonflikten zu Frieden werden als „Deals“ behandelt, Mittelmächte wie die Golfstaaten treten mit neuem Selbstbewusstsein, aber ambivalentem Kurs auf, und technologische Innovation verändert Kriege und erschwert die Regulierung. Zugleich befindet sich die internationale Kooperation in der Friedenssicherung – etwa in der Entwicklungszusammenarbeit oder in den Vereinten Nationen – in ihrer schwersten Krise. Innenpolitisch nehmen auch in Deutschland rassistische Einstellungen zu. Das Friedensgutachten 2026 analysiert Optionen, dennoch Frieden zu fördern.

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News
23.07.2026

Dr. Jonas Heller mit Maria-Weber-Grant ausgezeichnet

Dr. Jonas Heller, assoziiertes Mitglied von Normative Orders, erforscht, wie sich geschichtlicher Wandel als Überwindung geschichtlicher Blockaden verstehen lässt. Hierfür wurde er nun mit einem Preis der Hans-Böckler-Stiftung ausgezeichnet.

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News
16.07.2026

Was verteidigen wir, wenn wir Demokratie verteidigen?

Die Krise der Demokratie stand im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreskonferenz. Angesichts des weltweiten Erstarkens autoritärer und populistischer Bewegungen diskutierten internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuelle Gefährdungen demokratischer Ordnungen und die grundlegende normative Frage: Was genau verteidigen wir eigentlich, wenn wir Demokratie verteidigen?

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News
15.07.2026

Von der normativen Kraft des Rechts in Zeitenwenden

Erleben wir gegenwärtig den Übergang von einer regelbasierten internationalen Ordnung zu einer Machtordnung? Dieser weitverbreiteten Diagnose widerspricht Hendrik Simon in seinem neuen Buch „Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen“, das am 15. Juli im Reclam-Verlag erschienen ist.

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Publikation
15.07.2026 | Monographie

Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen

Simon, Hendrik (2026): Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen. Ditzingen: Reclam.

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Publikation
10.07.2026 | Sammelband

Schnittstellen im Gesundheitsrecht

Kießling, Andrea (Hrsg.) (2026): „Schnittstellen im Gesundheitsrecht“. Nomos.

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