Praxis und Kritik der Einnahme leistungssteigernder Psychopharmaka
Vortrag von Dr. Greta Wagner am 12. Dezember 2017 in der Reihe Goethe Lectures Offenbach
„Das Besserwerden“ ist in der Gesellschaft der Gegenwart zum Ziel vieler Bereiche der persönlichen Lebensführung geworden – von Erziehung, Karriere und Beziehungsführung bis zu der Funktionsweise des Gehirns, der Gestalt des Körpers und den eigenen Gefühlen.
Im Vortrag werden die gesellschaftlichen Entwicklungen nachgezeichnet, durch die die Bedeutung von Selbstoptimierung gestiegen ist und darauf ein besonderer Fall der Selbstoptimierung behandelt: Neuroenhancement als der Versuch, kognitive Leistungen durch die Einnahme von Psychopharmaka zu optimieren, die zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizitsyndromen zugelassen sind. Diese Praxis wirft nicht nur gerechtigkeitsbezogene Fragen danach auf, ob der Konsum leistungssteigernder Medikamente die Fairness einer Gesellschaft gefährdet, sondern auch die individualethische Frage danach, ob wir uns selbst zurichten, wenn wir auf invasive Weise Selbstoptimierung betreiben.
Veranstalter:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit der Stadt Offenbach, Amt für Wirtschaftsförderung und dem Klingspor Museum
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Simon, Hendrik (2026): Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen. Ditzingen: Reclam.
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Wie soll eine Demokratie mit politischen Kräften umgehen, die ihre eigenen Grundlagen in Frage stellen? Dieser Frage widmete sich das XXIV. Frankfurter Stadtgespräch am 23. Juni 2026 im Frankfurter Museum für Kommunikation.
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Am Freitag, den 19. Juni 2026, würdigte das Forschungszentrum Normative Orders gemeinsam mit dem Suhrkamp-Verlag den verstorbenen Jürgen Habermas mit einem internationalen Symposium an der Goethe-Universität Frankfurt.
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Vertrauen, Zusammenhalt, Demokratie – drei große Begriffe, die in Europa derzeit allgegenwärtig sind und am 02. Juni 2026 im "Crisis Talk" in Brüssel diskutiert wurden.
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Der Sammelband „Gerechtigkeit als Thema der Rechtswissenschaft“ bündelt die Beiträge des Ehrensymposiums zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Dr. hc. Ute Sacksofsky und beleuchtet aus intergenerationeller Perspektive zentrale Fragen feministischer Rechtswissenschaft zu Geschlecht, Gerechtigkeit, Gleichheit und juristischen Methoden.
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