31.12.2024
Zeitschriftenartikel

Wer hat uns verraten? Friedens- und Sicherheitsforschung in Kriegszeiten

Abstract:

Das Verhältnis von Friedensforschung und Sicherheitsforschung hat sich gewandelt. Dabei ist die begriffliche Trennung unscharf. Friedensforschung kann in kritische Friedensforschung und Friedens- und Konfliktforschung unterteilt werden, während Sicherheitsforschung wiederum in sicherheitspolitische Forschung und Strategische Studien zerfällt. Kern unserer Argumentation ist, dass sich Friedens- und Konfliktforschung und sicherheitspolitische Forschung in den letzten vierzig Jahren weitgehend verschränkt haben. Im Zuge des russischen Kriegs gegen die Ukraine wird von einigen Vertreter*innen der kritischen Friedensforschung einerseits und der Strategischen Studien andererseits versucht, die konzeptionelle Trennung von Frieden und Sicherheit neu zu akzentuieren und den ideologischen Unterschied zwischen Friedens- und Sicherheitsforschung zu betonen. Im Beitrag wird argumentiert, dass dadurch wichtige konzeptionelle Entwicklungen geleugnet, akademische Professionalisierung rückgängig gemacht und zentrale Forschungsergebnisse vernachlässigt würden. Das bedeutet nicht, dass Frieden und Sicherheit identisch sind und es nicht unterschiedliche Fragestellungen gäbe, die einerseits nach den langfristigeren Perspektiven einer friedlicheren Welt und andererseits nach den kurzfristigeren Zielen einer sichereren Umwelt fragen würden.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
24.09.2026 | Frankfurt am Main

Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen / Friedensgutachten 2026

Buchvorstellung

Die imperialistische Großmachtpolitik ändert die Vorzeichen von Krieg, Frieden und Sicherheit. Staaten agieren zunehmend wie Warlords und setzen Krieg als Mittel der Politik ein. Übergänge von Gewaltkonflikten zu Frieden werden als „Deals“ behandelt, Mittelmächte wie die Golfstaaten treten mit neuem Selbstbewusstsein, aber ambivalentem Kurs auf, und technologische Innovation verändert Kriege und erschwert die Regulierung. Zugleich befindet sich die internationale Kooperation in der Friedenssicherung – etwa in der Entwicklungszusammenarbeit oder in den Vereinten Nationen – in ihrer schwersten Krise. Innenpolitisch nehmen auch in Deutschland rassistische Einstellungen zu. Das Friedensgutachten 2026 analysiert Optionen, dennoch Frieden zu fördern.

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News
23.07.2026

Dr. Jonas Heller mit Maria-Weber-Grant ausgezeichnet

Dr. Jonas Heller, assoziiertes Mitglied von Normative Orders, erforscht, wie sich geschichtlicher Wandel als Überwindung geschichtlicher Blockaden verstehen lässt. Hierfür wurde er nun mit einem Preis der Hans-Böckler-Stiftung ausgezeichnet.

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News
16.07.2026

Was verteidigen wir, wenn wir Demokratie verteidigen?

Die Krise der Demokratie stand im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreskonferenz. Angesichts des weltweiten Erstarkens autoritärer und populistischer Bewegungen diskutierten internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuelle Gefährdungen demokratischer Ordnungen und die grundlegende normative Frage: Was genau verteidigen wir eigentlich, wenn wir Demokratie verteidigen?

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News
15.07.2026

Von der normativen Kraft des Rechts in Zeitenwenden

Erleben wir gegenwärtig den Übergang von einer regelbasierten internationalen Ordnung zu einer Machtordnung? Dieser weitverbreiteten Diagnose widerspricht Hendrik Simon in seinem neuen Buch „Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen“, das am 15. Juli im Reclam-Verlag erschienen ist.

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Publikation
15.07.2026 | Monographie

Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen

Simon, Hendrik (2026): Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen. Ditzingen: Reclam.

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Publikation
10.07.2026 | Sammelband

Schnittstellen im Gesundheitsrecht

Kießling, Andrea (Hrsg.) (2026): „Schnittstellen im Gesundheitsrecht“. Nomos.

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