31.12.2024
Zeitschriftenartikel

Wer hat uns verraten? Friedens- und Sicherheitsforschung in Kriegszeiten

Abstract:

Das Verhältnis von Friedensforschung und Sicherheitsforschung hat sich gewandelt. Dabei ist die begriffliche Trennung unscharf. Friedensforschung kann in kritische Friedensforschung und Friedens- und Konfliktforschung unterteilt werden, während Sicherheitsforschung wiederum in sicherheitspolitische Forschung und Strategische Studien zerfällt. Kern unserer Argumentation ist, dass sich Friedens- und Konfliktforschung und sicherheitspolitische Forschung in den letzten vierzig Jahren weitgehend verschränkt haben. Im Zuge des russischen Kriegs gegen die Ukraine wird von einigen Vertreter*innen der kritischen Friedensforschung einerseits und der Strategischen Studien andererseits versucht, die konzeptionelle Trennung von Frieden und Sicherheit neu zu akzentuieren und den ideologischen Unterschied zwischen Friedens- und Sicherheitsforschung zu betonen. Im Beitrag wird argumentiert, dass dadurch wichtige konzeptionelle Entwicklungen geleugnet, akademische Professionalisierung rückgängig gemacht und zentrale Forschungsergebnisse vernachlässigt würden. Das bedeutet nicht, dass Frieden und Sicherheit identisch sind und es nicht unterschiedliche Fragestellungen gäbe, die einerseits nach den langfristigeren Perspektiven einer friedlicheren Welt und andererseits nach den kurzfristigeren Zielen einer sichereren Umwelt fragen würden.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
20.10.2026 | Frankfurt

Dr. h.c. Gerhard Wiese – Wirken als Ankläger im Auschwitz Prozess

Film, Podiumsdiskussion

Der Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965 gilt als ein zentraler Wendepunkt in der juristischen und öffentlichen Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland. Dr. h.c. Gerhard Wiese, der als junger Staatsanwalt zum Anklägerteam des Prozesses gehörte, berichtet aus seiner Perspektive auf die damaligen Ermittlungen und die Hauptverhandlung. Im Gespräch mit der Historikerin Dr. Katharina Rauschenberger (Fritz Bauer Institut) wird die Bedeutung des Prozesses für die strafrechtliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen in den Blick genommen.

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Publikation
21.09.2026 | Working Paper

Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten

Abich, Leon; Adams, Cosima; Biebricher, Thomas; Britz, Gabriele; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Dönges, Jan; Krause, Leon; Nitzschner, Patrick; Siebert, Hannes; Siefert, Julian; Stephanblome, Isabelle (2026): "Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten". DemoReg Working Paper 3.1.

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Veranstaltung
10.02.2027 | Frankfurt am Main

Shifting Visions of Peace and Security

Podiumsdiskussion, Ringvorlesungen

Podiumsdiskussion im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times” mit Lisbeth Zimmermann (Goethe University/Normative Orders), Antonia Witt (PRIF), Siddarth Tripathi (University of Erfurt). Moderation: Jonas Wolff (Goethe University/PRIF/Normative Orders).

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Veranstaltung
03.02.2027 | Frankfurt am Main

AI, War, and Big Tech

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Ingvild Bode (University of Southern Denmark)im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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Veranstaltung
16.12.2026 | Frankfurt am Main

International arms control in a world of uncertainties

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Malte Göttsche (TU Darmstadt/PRIF) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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Veranstaltung
02.12.2026 | Frankfurt am Main

Enabling Authoritarianism: UN Peacekeeping and the Politics of Authoritarianism

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Sarah von Billerbeck (University of Reading) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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