15.12.2023
Zeitschriftenartikel

(Was bleibt vom) Strafrecht in der Big Data-Überwachungsgesellschaft?

Um einer ernst zu nehmenden Big Data-Überwachungsgesellschaft strafrechtswissenschaftlich etwas Substantielles entgegenzusetzen, ist eine Strafrechtskritik erforderlich, die weder technologischen Solutionismus predigt noch ein Interventionsrecht oder ein klassisch entworfenes Strafrecht glorifiziert. Es kommt daher darauf an, welches Strafrecht in der Leitfrage „Was bleibt vom Strafrecht in einer post-digitalen Big Data-Überwachungsgesellschaft?“ angesprochen ist. Von den hellen Seiten eines idealisierten und essentialisierten liberal-rechtsstaatlichen Straf- und Strafprozessrechts bleibt weniger als vielen lieb sein dürfte. Und von seinen dunklen Seiten bleibt mehr, als uns lieb sein sollte.

Entfalten werde ich diese Thesen anhand der Einzelfragen, ob uns in der post-digitalen Big Data-Überwachungsgesellschaft ein Ende der Normativität (unten III.) wie auch der Anfang vom Ende des Anfangsverdachts (unten IV.) ins Haus steht. Bevor ich hierzu komme, sind die zuvor aufgerufenen Begriffe zu schärfen. Damit pointiere ich zugleich meine o.g. Thesen und skizziere den Strukturwandel formaler Sozialkontrolle, die in einer Big Data-Überwachungsgesellschaft weder zwingend rechtlich verfasst ist noch auf Strafe im herkömmlichen Sinne setzt (unten II.).

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
24.09.2026 | Frankfurt am Main

Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen / Friedensgutachten 2026

Buchvorstellung

Die imperialistische Großmachtpolitik ändert die Vorzeichen von Krieg, Frieden und Sicherheit. Staaten agieren zunehmend wie Warlords und setzen Krieg als Mittel der Politik ein. Übergänge von Gewaltkonflikten zu Frieden werden als „Deals“ behandelt, Mittelmächte wie die Golfstaaten treten mit neuem Selbstbewusstsein, aber ambivalentem Kurs auf, und technologische Innovation verändert Kriege und erschwert die Regulierung. Zugleich befindet sich die internationale Kooperation in der Friedenssicherung – etwa in der Entwicklungszusammenarbeit oder in den Vereinten Nationen – in ihrer schwersten Krise. Innenpolitisch nehmen auch in Deutschland rassistische Einstellungen zu. Das Friedensgutachten 2026 analysiert Optionen, dennoch Frieden zu fördern.

weitere Infos ›
News
23.07.2026

Dr. Jonas Heller mit Maria-Weber-Grant ausgezeichnet

Dr. Jonas Heller, assoziiertes Mitglied von Normative Orders, erforscht, wie sich geschichtlicher Wandel als Überwindung geschichtlicher Blockaden verstehen lässt. Hierfür wurde er nun mit einem Preis der Hans-Böckler-Stiftung ausgezeichnet.

weitere Infos ›
News
16.07.2026

Was verteidigen wir, wenn wir Demokratie verteidigen?

Die Krise der Demokratie stand im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreskonferenz. Angesichts des weltweiten Erstarkens autoritärer und populistischer Bewegungen diskutierten internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuelle Gefährdungen demokratischer Ordnungen und die grundlegende normative Frage: Was genau verteidigen wir eigentlich, wenn wir Demokratie verteidigen?

weitere Infos ›
News
15.07.2026

Von der normativen Kraft des Rechts in Zeitenwenden

Erleben wir gegenwärtig den Übergang von einer regelbasierten internationalen Ordnung zu einer Machtordnung? Dieser weitverbreiteten Diagnose widerspricht Hendrik Simon in seinem neuen Buch „Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen“, das am 15. Juli im Reclam-Verlag erschienen ist.

weitere Infos ›
Publikation
15.07.2026 | Monographie

Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen

Simon, Hendrik (2026): Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen. Ditzingen: Reclam.

weitere Infos ›
Publikation
10.07.2026 | Sammelband

Schnittstellen im Gesundheitsrecht

Kießling, Andrea (Hrsg.) (2026): „Schnittstellen im Gesundheitsrecht“. Nomos.

weitere Infos ›