01.01.2025
Zeitschriftenartikel

Stichwort: Kritik der Vulnerabilität

Dass ›Vulnerabilität‹ zu einem Schlüsselkonzept der Gegenwartsdiagnostik geworden ist,
lässt sich kaum bezweifeln: Je krisenhafter die gesellschaftlichen Verhältnisse, umso größer
das sozialwissenschaftliche und gesellschaftstheoretische Interesse an der Erforschung und
Ergründung von Verwundbarkeit. Die jüngste Konjunktur des ebenso sperrigen wie um-
strittenen Begriffs beginnt Mitte des letzten Jahrzehnts, kritisch begleitet unter anderem
durch den für dieses Stichwort wiederentdeckten und ins Deutsche übertragenen Text von
Alyson Cole zur politischen Ambivalenz der Vulnerabilitätskategorie und der mit ihr operie-
renden Vulnerability Studies. Während im deutschsprachigen Publikationsraum bis heute das
Genre der Zusammenschau disziplinärer und interdisziplinärer Perspektiven und Zugriffe
auf das soziale Phänomen und Problem der Verwundbarkeit dominiert (vgl. Burghardt et al.
2017; Dederich und Zirfas 2022; Keul 2023; Maio 2025), beschäftigte sich die englischsprachi-
ge Literatur praktisch von Beginn des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses an mit der
Frage nach der (im weiteren Sinne) politischen Dimension der Mobilisierung von Fremd-
und Selbstdiagnostiken der Vulnerabilität (zum Beispiel Ferrarese 2018b; Oliviero 2018; vgl.
aber zuletzt auch Hartmann und Nungesser 2025). Dieser Spur folgt auch der vorliegende
WestEnd-Schwerpunkt. […]

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
20.10.2026 | Frankfurt

Dr. h.c. Gerhard Wiese – Wirken als Ankläger im Auschwitz Prozess

Film, Podiumsdiskussion

Der Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965 gilt als ein zentraler Wendepunkt in der juristischen und öffentlichen Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland. Dr. h.c. Gerhard Wiese, der als junger Staatsanwalt zum Anklägerteam des Prozesses gehörte, berichtet aus seiner Perspektive auf die damaligen Ermittlungen und die Hauptverhandlung. Im Gespräch mit der Historikerin Dr. Katharina Rauschenberger (Fritz Bauer Institut) wird die Bedeutung des Prozesses für die strafrechtliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen in den Blick genommen.

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Publikation
21.09.2026 | Working Paper

Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten

Abich, Leon; Adams, Cosima; Biebricher, Thomas; Britz, Gabriele; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Dönges, Jan; Krause, Leon; Nitzschner, Patrick; Siebert, Hannes; Siefert, Julian; Stephanblome, Isabelle (2026): "Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten". DemoReg Working Paper 3.1.

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Veranstaltung
10.02.2027 | Frankfurt am Main

Shifting Visions of Peace and Security

Podiumsdiskussion, Ringvorlesungen

Podiumsdiskussion im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times” mit Lisbeth Zimmermann (Goethe University/Normative Orders), Antonia Witt (PRIF), Siddarth Tripathi (University of Erfurt). Moderation: Jonas Wolff (Goethe University/PRIF/Normative Orders).

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Veranstaltung
03.02.2027 | Frankfurt am Main

AI, War, and Big Tech

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Ingvild Bode (University of Southern Denmark)im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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Veranstaltung
16.12.2026 | Frankfurt am Main

International arms control in a world of uncertainties

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Malte Göttsche (TU Darmstadt/PRIF) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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Veranstaltung
02.12.2026 | Frankfurt am Main

Enabling Authoritarianism: UN Peacekeeping and the Politics of Authoritarianism

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Sarah von Billerbeck (University of Reading) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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