13.10.2021
Buchkapitel

Status und Mitleid. Zur Affektökonomie der Einfühlung

Ungleiche Gesellschaften zeichnen sich nicht nur durch eine ungleiche Verteilung von materiellen und kulturellen Gütern aus, sondern auch durch eine bestimmte affektive Ökonomie (Ahmed 2004). Die Weise, wie sich Akteure zueinander in Bezug setzen und wie sie emotional füreinander empfinden, welche Affekte also zwischen ihnen zirkulieren, sie zu Kollektiven verbinden und sie voneinander abgrenzen, wird durch Ungleichheiten geprägt. Dabei können Emotionen Ungleichheiten herausfordern, beispielsweise durch Wut und Empörung. Diese sind als emotionale Reaktion auf Ungerechtigkeit ein zentrales Movens sozialer Bewegungen. Ebenso aber können Emotionen Ungleichheiten auch reproduzieren, zum Beispiel, wenn jene, die ohnehin geringe Ressourcen haben, aus Scham über ihren Status ihre sozialen Rechte gar nicht erst wahrnehmen oder wenn in beschämenden Situationen ein gesellschaftlich inferiorer Status symbolisch festgeschrieben wird. Status und Scham (Neckel 1991) beginnt mit den Schamgefühlen, die aus der Entwertung der Lebensleistungen Ostdeutscher nach der Wiedervereinigung entstanden – beispielsweise beim Schlange-Stehen für das Begrüßungsgeld. […]

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
02.02.2027 | Frankfurt

Klassenjustiz, race und abolitionistische Demokratie

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Prof. Dr. Daniel Loick (Amsterdam) im Rahmen der Ringvorlesung "Ist das Recht am Ende?" im Wintersemester 2026/2027. Organisiert von Klaus Günther und Benno Zabel.

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Veranstaltung
19.01.2027 | Frankfurt

Nach der Normativität. Zum Verhältnis von Politik und Recht unter komputationalen Bedingungen

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Prof. Dr. Sabine Müller-Mall (Frankfurt am Main) im Rahmen der Ringvorlesung "Ist das Recht am Ende?" im Wintersemester 2026/2027. Organisiert von Klaus Günther und Benno Zabel.

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Veranstaltung
08.12.2026 | Frankfurt am Main

Transformationen des Rechts im Anthropozän?

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Prof. Dr. Doris Schweitzer (Frankfurt am Main) im Rahmen der Ringvorlesung "Ist das Recht am Ende?" im Wintersemester 2026/2027. Organisiert von Klaus Günther und Benno Zabel.

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Veranstaltung
26.11.2026 | Frankfurt am Main

Rechtskritik oder Rechtsnihilismus?

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Prof. em. Dr. Günter Frankenberg (Frankfurt am Main) im Rahmen der Ringvorlesung "Ist das Recht am Ende?" im Wintersemester 2026/2027. Organisiert von Klaus Günther und Benno Zabel.

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Veranstaltung
24.10.2026 | Frankfurt am Main

Machtübergabe? Wie geht es weiter, wenn der demokratische Liberalismus abgewählt wird

Podiumsdiskussion, Vortrag

Gegen den Aufstieg autoritärer und populistischer Parteien hat national wie international bisher kein Mittel geholfen: Weder Brandmauern noch Anbiederung haben Wirkung gezeigt. Was geschieht, wenn sie in Regierungsverantwortung kommen und politische Macht übernehmen? Wie liefe ein solcher Prozess der Machtübergabe ab, welche Folgen hätte er für die Bundesrepublik – und wie kann die Gesellschaft darauf noch reagieren? Die Römerberggespräche als Ort demokratischer Gesprächskultur und gesellschaftlicher Kontroverse wollen sich dieses Themas annehmen und ihm statt Fatalismus Anschauung und Diskussion entgegensetzen.

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Publikation
08.09.2026 | Monographie

Bedingungen unserer Existenz. Zur Aktualität Michel Foucaults

Saar, Martin; Vogelmann, Frieder (2026): Bedingungen unserer Existenz. Zur Aktualität Michel Foucaults. Berlin: Suhrkamp. 

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