13.10.2021
Buchkapitel

Status und Mitleid. Zur Affektökonomie der Einfühlung

Ungleiche Gesellschaften zeichnen sich nicht nur durch eine ungleiche Verteilung von materiellen und kulturellen Gütern aus, sondern auch durch eine bestimmte affektive Ökonomie (Ahmed 2004). Die Weise, wie sich Akteure zueinander in Bezug setzen und wie sie emotional füreinander empfinden, welche Affekte also zwischen ihnen zirkulieren, sie zu Kollektiven verbinden und sie voneinander abgrenzen, wird durch Ungleichheiten geprägt. Dabei können Emotionen Ungleichheiten herausfordern, beispielsweise durch Wut und Empörung. Diese sind als emotionale Reaktion auf Ungerechtigkeit ein zentrales Movens sozialer Bewegungen. Ebenso aber können Emotionen Ungleichheiten auch reproduzieren, zum Beispiel, wenn jene, die ohnehin geringe Ressourcen haben, aus Scham über ihren Status ihre sozialen Rechte gar nicht erst wahrnehmen oder wenn in beschämenden Situationen ein gesellschaftlich inferiorer Status symbolisch festgeschrieben wird. Status und Scham (Neckel 1991) beginnt mit den Schamgefühlen, die aus der Entwertung der Lebensleistungen Ostdeutscher nach der Wiedervereinigung entstanden – beispielsweise beim Schlange-Stehen für das Begrüßungsgeld. […]

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
20.10.2026 | Frankfurt

Dr. h.c. Gerhard Wiese – Wirken als Ankläger im Auschwitz Prozess

Film, Podiumsdiskussion

Der Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965 gilt als ein zentraler Wendepunkt in der juristischen und öffentlichen Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland. Dr. h.c. Gerhard Wiese, der als junger Staatsanwalt zum Anklägerteam des Prozesses gehörte, berichtet aus seiner Perspektive auf die damaligen Ermittlungen und die Hauptverhandlung. Im Gespräch mit der Historikerin Dr. Katharina Rauschenberger (Fritz Bauer Institut) wird die Bedeutung des Prozesses für die strafrechtliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen in den Blick genommen.

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Publikation
21.09.2026 | Working Paper

Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten

Abich, Leon; Adams, Cosima; Biebricher, Thomas; Britz, Gabriele; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Dönges, Jan; Krause, Leon; Nitzschner, Patrick; Siebert, Hannes; Siefert, Julian; Stephanblome, Isabelle (2026): "Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten". DemoReg Working Paper 3.1.

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Veranstaltung
10.02.2027 | Frankfurt am Main

Shifting Visions of Peace and Security

Podiumsdiskussion, Ringvorlesungen

Podiumsdiskussion im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times” mit Lisbeth Zimmermann (Goethe University/Normative Orders), Antonia Witt (PRIF), Siddarth Tripathi (University of Erfurt). Moderation: Jonas Wolff (Goethe University/PRIF/Normative Orders).

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Veranstaltung
03.02.2027 | Frankfurt am Main

AI, War, and Big Tech

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Ingvild Bode (University of Southern Denmark)im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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Veranstaltung
16.12.2026 | Frankfurt am Main

International arms control in a world of uncertainties

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Malte Göttsche (TU Darmstadt/PRIF) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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Veranstaltung
02.12.2026 | Frankfurt am Main

Enabling Authoritarianism: UN Peacekeeping and the Politics of Authoritarianism

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Sarah von Billerbeck (University of Reading) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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