20.11.2025
Zeitschriftenartikel

Einen Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück

Der Postkolonialismus und der Westen

Welche Transformationen in „unserem“ kollektiven Gedächtnis, in „unserem“ Verständnis unseres institutionellen Systems und in „unserem“ moralischen Universalismus sind heute erforderlich, um den kolonialen Verbrechen zu begegnen, die von unseren Vorfahren in der Vergangenheit begangen wurden? Dieser Beitrag geht in drei Schritten vor: Erstens wird gezeigt, dass unsere sozialtheoretische Tradition nicht nur einer postkolonialen Relektüre sämtlicher westlicher Klassiker bedarf, sondern auch der Einbeziehung jener Studien und literarischen Werke, die diese Tradition aus der Perspektive kolonialer Erfahrung heraus kritisch infrage gestellt haben. Zweitens erscheint eine radikale Dezentrierung unserer zentralen politik- und geschichtstheoretischen Begriffe notwendig, um jene institutionellen Bedingungen, die die europäischen Staaten einst in den von ihnen kolonisierten Ländern geschaffen haben, als zu „uns“ gehörig oder sogar als von „uns selbst“ hervorgebracht beschreiben zu können. Drittens bedarf es einer Revision unseres moralischen Universalismus, da dieser eine Form des Anthropozentrismus voraussetzt, die aus der Perspektive der Nachkommen der ehemals kolonisierten Menschen nicht akzeptabel erscheint.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Publikation
19.08.2026 | Sammelband

Sokrates revised and revisited

Bohl, Judith K.; Brandis, Veronika; Pfeifer, Guido (Hrsg.) (2026): „Sokrates revised and revisited. Überlieferung, Diskurs, Inszenierung“. Heidelberg: Propylaeum. 

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Publikation
14.08.2026 | Buchkapitel

Vom rechtshistorischen Erkenntniswert antiker Tragödiendichtung: Überlegungen anhand Euripides’ Medeia

Pfeifer, Guido (2026): "Vom rechtshistorischen Erkenntniswert antiker Tragödiendichtung: Überlegungen anhand Euripides’ Medeia". In: Gsell, Beate; Rüfner, Thomas; Babusiaux, Ulrike (Hrsg.): Die unverzichtbare Wissenschaft – The Indispensable Science, Mohr Siebeck, S. 663-671.

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Publikation
01.08.2026 | Buchkapitel

"Das Andere in uns selbst" (Marcel Gauchet). Das Ideal gesellschaftlicher Autonomie und die Denkfigur der Alterität

Langner-Pitschmann, Annette (2026): „Das Andere in uns selbst“ (Marcel Gauchet). Das Ideal gesellschaftlicher Autonomie und die Denkfigur der Alterität. In: Schlette, Magnus et. al. (Hrsg.): Ordnung im Übergang Zur Funktion von Transzendenzbezügen in der Konstitution und Transformation politischer Gemeinschaft, Tübingen: Mohr Siebeck, S. 185-205.

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Veranstaltung
24.09.2026 | Frankfurt am Main

Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen / Friedensgutachten 2026

Buchvorstellung

Die imperialistische Großmachtpolitik ändert die Vorzeichen von Krieg, Frieden und Sicherheit. Staaten agieren zunehmend wie Warlords und setzen Krieg als Mittel der Politik ein. Übergänge von Gewaltkonflikten zu Frieden werden als „Deals“ behandelt, Mittelmächte treten mit neuem Selbstbewusstsein, aber ambivalentem Kurs auf, und technologische Innovation verändert Kriege und erschwert die Regulierung. Zugleich befindet sich die internationale Kooperation in der Friedenssicherung in ihrer schwersten Krise. Das Friedensgutachten 2026 analysiert Optionen, dennoch Frieden zu fördern.

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News
23.07.2026

Dr. Jonas Heller mit Maria-Weber-Grant ausgezeichnet

Dr. Jonas Heller, assoziiertes Mitglied von Normative Orders, erforscht, wie sich geschichtlicher Wandel als Überwindung geschichtlicher Blockaden verstehen lässt. Hierfür wurde er nun mit einem Preis der Hans-Böckler-Stiftung ausgezeichnet.

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Publikation
23.07.2026 | Zeitschriftenartikel

Governing the Subject of Populism

Biebricher, Thomas: "Governing the Subject of Populism". In: European Journal of Social Theory, OnlineFirst.

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