20.11.2025
Zeitschriftenartikel

Einen Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück

Der Postkolonialismus und der Westen

Welche Transformationen in „unserem“ kollektiven Gedächtnis, in „unserem“ Verständnis unseres institutionellen Systems und in „unserem“ moralischen Universalismus sind heute erforderlich, um den kolonialen Verbrechen zu begegnen, die von unseren Vorfahren in der Vergangenheit begangen wurden? Dieser Beitrag geht in drei Schritten vor: Erstens wird gezeigt, dass unsere sozialtheoretische Tradition nicht nur einer postkolonialen Relektüre sämtlicher westlicher Klassiker bedarf, sondern auch der Einbeziehung jener Studien und literarischen Werke, die diese Tradition aus der Perspektive kolonialer Erfahrung heraus kritisch infrage gestellt haben. Zweitens erscheint eine radikale Dezentrierung unserer zentralen politik- und geschichtstheoretischen Begriffe notwendig, um jene institutionellen Bedingungen, die die europäischen Staaten einst in den von ihnen kolonisierten Ländern geschaffen haben, als zu „uns“ gehörig oder sogar als von „uns selbst“ hervorgebracht beschreiben zu können. Drittens bedarf es einer Revision unseres moralischen Universalismus, da dieser eine Form des Anthropozentrismus voraussetzt, die aus der Perspektive der Nachkommen der ehemals kolonisierten Menschen nicht akzeptabel erscheint.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
13.11.2026 | Frankfurt am Main

When Design Gets Political

Ausstellungen, Konferenz, Podiumsdiskussion, Vortrag, Workshop

Der dritte Tag der Design Policy Days an der Goethe-Universität Frankfurt richtet sich an alle, die Design als politische Kraft denken. Gemeinsam mit dem Deutschen Designtag und der World Design Capital 2026 widmet er sich in Roundtables, Projektpräsentationen, Workshops und Ausstellungen der institutionellen Politik: Wie lässt sich Design methodisch, strukturell und normativ in politische Entscheidungsprozesse integrieren – und wie kann Politik selbst als Gestaltungsfeld verstanden werden?

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Veranstaltung
20.10.2026 | Frankfurt

Dr. h.c. Gerhard Wiese – Wirken als Ankläger im Auschwitz Prozess

Film, Podiumsdiskussion

Der Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965 gilt als ein zentraler Wendepunkt in der juristischen und öffentlichen Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland. Dr. h.c. Gerhard Wiese, der als junger Staatsanwalt zum Anklägerteam des Prozesses gehörte, berichtet aus seiner Perspektive auf die damaligen Ermittlungen und die Hauptverhandlung. Im Gespräch mit der Historikerin Dr. Katharina Rauschenberger (Fritz Bauer Institut) wird die Bedeutung des Prozesses für die strafrechtliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen in den Blick genommen.

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Publikation
21.09.2026 | Working Paper

Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten

Abich, Leon; Adams, Cosima; Biebricher, Thomas; Britz, Gabriele; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Dönges, Jan; Krause, Leon; Nitzschner, Patrick; Siebert, Hannes; Siefert, Julian; Stephanblome, Isabelle (2026): "Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten". DemoReg Working Paper 3.1.

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Veranstaltung
10.02.2027 | Frankfurt am Main

Shifting Visions of Peace and Security

Podiumsdiskussion, Ringvorlesungen

Podiumsdiskussion im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times” mit Lisbeth Zimmermann (Goethe University/Normative Orders), Antonia Witt (PRIF), Siddarth Tripathi (University of Erfurt). Moderation: Jonas Wolff (Goethe University/PRIF/Normative Orders).

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Veranstaltung
03.02.2027 | Frankfurt am Main

AI, War, and Big Tech

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Ingvild Bode (University of Southern Denmark)im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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Veranstaltung
16.12.2026 | Frankfurt am Main

International arms control in a world of uncertainties

Ringvorlesungen, Vortrag

Vortrag von Malte Göttsche (TU Darmstadt/PRIF) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.

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