Multireligious Utopias? Youth, Secularization and Islamic Education Across the Western Indian Ocean World

(working title) / ‘Generation Absent: Youth Identity and Belonging in the “Zanzibar Diaspora”’

Dr. Franziska Fay

Im Zentrum des komparativen, ethnographischen Forschungsprojekts, dessen zugleich mehrheitlich muslimische und multireligiöse, urbane Forschungsfelder in Sansibar Stadt (Tansania), Mombasa (Kenia) und Muskat (Oman) liegen, stand die Frage nach den Bedingungen eines multireligiösen Zusammenlebens in Zeiten abnehmender Toleranz hinsichtlich religiöser Vielfalt. Die Untersuchung ‚multireligiöser Utopien‘ ermöglicht ein Hinterfragen der Qualitäten und Merkmale einer Gesellschaftsidee der ‚Moderne‘, die sich durch die positive Hervorhebung inner- und inter-religiöser Heterogenität auszeichnet. Interreligiöse Zentren, die mit Projektansätzen versuchen Kinder und Jugendlichen verschiedener Glaubensrichtungen zusammen zu bringen, waren bezüglich des Erkenntnisinteresses des Projekts zentrale Orientierungspunkte.
Ab 2020 fand die Fortführung des Postdoc-Projekts unter dem Titel „Generation Absent: Youth Identity and Belonging in the “Zanzibar Diaspora”’ statt. Das Habilitationsprojekt, dass sich aus den Erkenntnissen während der Feldforschungsphasen herausgebildet hat, fokussierte dann zentral die zeitgenössischen translokalen Identitätskonstruktionen junger Menschen in der sogenannten ‚Zanzibar Diaspora‘ (Sansibari-Omanis und Omani-Sansibaris), zu denen religiöse Zuschreibungsprozesse als fester Bestandteil gehören. Methodologisch stützte sich das Projekt, auch aufgrund der Corona-bedingten Änderung der Forschungslage, sowohl auf ethnographische Forschungsmethoden wie Interviews und Beobachtungen, jedoch ebenfalls auf eine dichte Analyse sozialer Medienräume.

Publikationen:

Fay, Franziska: Ordinary Childhoods, Islam and the Everyday in Zanzibar. Journal of the British Academy [Special Issue: Searching for the Everyday in African Childhoods] (in preparation)

Fay, Franziska: Blending Belongings: Young Swahili-speaking Omanis and the Postdiaspora in Contemporary Oman. Arabian Humanities, Vol 15 [Special Issue: Oman Over Times: A Nation from the Nahda to the Oman Vision 2040] (under review)

Fay, Franziska: Living with Absence: Waiting Youth, Belonging, and the Contemporary ‘Zanzibar Diaspora’. Journal of Indian Ocean World Studies – Special Issue, Edited by Walker, Iain and Martin Slama. (forthcoming)

Veranstaltungen

“Waswahili (Vijana) wa Oman na Dhana ya ‘Zanzibar Diaspora’”, Baraza la Kiswahili la Berlin (BALAKI-BE), ZMO (online) (2020)

“After Waithood? Contemporary Approaches to Research with Youth Across ‘Muslim Worlds’.” Organiser, International Workshop, Research Centre Normative Orders, Goethe University Frankfurt (2020)

“Youth Identity and Belonging in the Zanzibar Diaspora”, Presenter, Conference: Us and Them: Diasporas for Others in the Indian Ocean, Centre for Interdisciplinary Area Studies, Martin-Luther University Halle, Germany (2019)

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Publikation
14.08.2026 | Buchkapitel

Vom rechtshistorischen Erkenntniswert antiker Tragödiendichtung: Überlegungen anhand Euripides’ Medeia

Pfeifer, Guido (2026): "Vom rechtshistorischen Erkenntniswert antiker Tragödiendichtung: Überlegungen anhand Euripides’ Medeia". In: Gsell, Beate; Rüfner, Thomas; Babusiaux, Ulrike (Hrsg.): Die unverzichtbare Wissenschaft – The Indispensable Science, Mohr Siebeck, S. 663-671.

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Publikation
01.08.2026 | Buchkapitel

"Das Andere in uns selbst" (Marcel Gauchet). Das Ideal gesellschaftlicher Autonomie und die Denkfigur der Alterität

Langner-Pitschmann, Annette (2026): „Das Andere in uns selbst“ (Marcel Gauchet). Das Ideal gesellschaftlicher Autonomie und die Denkfigur der Alterität. In: Schlette, Magnus et. al. (Hrsg.): Ordnung im Übergang Zur Funktion von Transzendenzbezügen in der Konstitution und Transformation politischer Gemeinschaft, Tübingen: Mohr Siebeck, S. 185-205.

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Veranstaltung
24.09.2026 | Frankfurt am Main

Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen / Friedensgutachten 2026

Buchvorstellung

Die imperialistische Großmachtpolitik ändert die Vorzeichen von Krieg, Frieden und Sicherheit. Staaten agieren zunehmend wie Warlords und setzen Krieg als Mittel der Politik ein. Übergänge von Gewaltkonflikten zu Frieden werden als „Deals“ behandelt, Mittelmächte treten mit neuem Selbstbewusstsein, aber ambivalentem Kurs auf, und technologische Innovation verändert Kriege und erschwert die Regulierung. Zugleich befindet sich die internationale Kooperation in der Friedenssicherung in ihrer schwersten Krise. Das Friedensgutachten 2026 analysiert Optionen, dennoch Frieden zu fördern.

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News
23.07.2026

Dr. Jonas Heller mit Maria-Weber-Grant ausgezeichnet

Dr. Jonas Heller, assoziiertes Mitglied von Normative Orders, erforscht, wie sich geschichtlicher Wandel als Überwindung geschichtlicher Blockaden verstehen lässt. Hierfür wurde er nun mit einem Preis der Hans-Böckler-Stiftung ausgezeichnet.

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Publikation
23.07.2026 | Zeitschriftenartikel

Governing the Subject of Populism

Biebricher, Thomas: "Governing the Subject of Populism". In: European Journal of Social Theory, OnlineFirst.

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News
16.07.2026

Was verteidigen wir, wenn wir Demokratie verteidigen?

Die Krise der Demokratie stand im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreskonferenz. Angesichts des weltweiten Erstarkens autoritärer und populistischer Bewegungen diskutierten internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuelle Gefährdungen demokratischer Ordnungen und die grundlegende normative Frage: Was genau verteidigen wir eigentlich, wenn wir Demokratie verteidigen?

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