Fellow (ehemalig)

Prof. Dr. Nicole Doerr

Associate Professor of Sociology at Sociologisk Institut, University of Copenhagen, Denmark

Research project
How do civil society actors and social movements in Western and Central Eastern Europe build social and political trust between citizens and institutions through and within political conflicts about climate justice and democracy? How and to what extent do they use digital media and affective, polarizing images for recruitment, identity mobilization, political dialogue and/or visual persuasion? Scholars interested in discourse, democracy, and public protest still lack empirical studies on how trust in liberal democratic norms and institutions is fostered through conflict-oriented, contentious practices of awareness raising by social movements, in digital media arenas intersecting with face-to-face dialogue in grassroots citizen assemblies or ‘deliberative mini publics’. To fill this gap, Doerr’s project will empirically explore how climate justice activists in Europe and in selected case studies in the Global South construct conflictual relationships of social and political trust by both stirring and/or mediating conflicts about green transition and energy policy. Theoretically, Doerr will draw on radical democratic, dialogical and contentious theories of democracy, cooperation and political mobilization. Focusing on civil society voices as third-party conflict mediators, brokers (Tarrow 2015), or political translators (Doerr 2018), the project will explore how the climate movement builds local and trans-national relationships of social and political trust and solidarity in liberal democratic societies struggling with a variety of global collective action problems.

  • Biografische Angaben

    Nicole Doerr (PhD Europäisches Hochschulinstitut) ist Politikwissenschaftlerin und Soziologin mit Forschungsschwerpunkt auf transnationale Demokratie, Zivilgesellschaft, Klimawandel, Migration, Gender und der Rolle von digitalen Medien im Kontext von Polarisierung oder gesellschaftlicher Konfliktvermittlung. Doerrs Monografie zu Demokratie und Inklusion von ideologischer und kultureller Diversität in lokalen Bürger:innenversammlungen und transnationalen sozialen Bewegungen erschien 2018 bei Cambridge University Press (Political Translation, How Social Movement Democracies Survive, Contentious Politics Series). Doerr erforscht den affektiven und polarisierenden Gehalt und die Überzeugungskraft digitaler Bilder zu Klimawandel und Energiepolitik mithilfe visueller und computerlinguistischer Methoden (EU Horizon PolarVis Projekt). Doerrs zweites Projekt erforscht die Rolle von Gender als Teil der politischen Identität rechtsextremer und rechtspopulistischen digitaler Medien (Horizon Europe—Democracy in an Age of Turbulence Program).

  • Publikationen

    Nicole Doerr 2022 „Klimaschutz lokal vermitteln: zur Rolle zivilgesellschaftliche Klimaübersetzer:innen in Deutschland und Dänemark.“ Aus Politik und Zeitgeschichte, Sonderheft zu Demokratie und Ökologie, April 2022. Open access.

    Doerr, Nicole, with Sarah Awad, and Anita Nissen (2022). ‘Far-right boundary construction toward the “other”: Visual communication of the Danish People’s Party on social media.’ British Journal of Sociology, 1– 21. https://doi.org/10.1111/1468-4446.12975 Open access.

    Nicole Doerr, and Beth Gardner, 2022. “After the storm: Translating the US Capitol storming in Germany’s right-wing digital media ecosystem‘, Translation in Society,1,1, 83 – 104. https://doi.org/10.1075/tris.21008.doe

    Nicole Doerr. 2019. “Activists as political translators? Addressing structural inequality and positional misunderstandings in refugee solidarity coalitions in Germany and Denmark.” In Irvine, J, S. Lang, & C. Montoya (Eds.), Gendered mobilizations and intersectional challenges: Contemporary social movements in Europe and North America London: Rowman & Littlefield. Pp. 189–207.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
08.07.2026 | Frankfurt am Main

Krisenhafter Wandel der Gegenwart. Einige soziologische Beobachtungen

Vortrag

Der Vortrag von Prof. Dr. Steffen Mau beschäftigt sich mit den Krisensymptomen des liberalen Gesellschaftmodells. Krisenhafter sozialer Wandel ist dadurch zu charakterisieren, dass er nicht allmählich, sondern abrupt vor sich geht und zur Destabilisierung bestehender Institutionen, Ordnungen und Normen führt. Zugleich sollte er von den Menschen auch als krisenhaft erlebt werden und mit Orientierungslosigkeit, Vertrauensverlust und erhöhten Spannungen einhergehen. Der Vortrag findet im Rahmen der Kantorowicz Lectures in Political Language statt.

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Veranstaltung
18.04.2026 | Frankfurt am Main

Das Prinzip Donald Trump und die Verrohung der Welt

Podiumsdiskussion, Vortrag

Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet. Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen.

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Veranstaltung
29.04.2026 | Frankfurt am Main

Kulturindustrie heute?

Podiumsdiskussion

Das Gespräch „Kulturindustrie heute?“ widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie. Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Rahmen der Gesprächsreihe "Frankfurter Schule" mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten.

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News
19.02.2026

Call for Applications – Postdoctoral Fellowships

Am Forschungszentrum Normative Ordnungen sind für das akademische Jahr 2026/2027 mehrere Postdoctoral Fellowships mit einer Laufzeit von 10 Monaten (Beginn: 1. Oktober 2026) ausgeschrieben. Bewerbungsschluss für alle Programme ist der 15. März 2026.

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Veranstaltung
20.03.2026 | Frankfurt am Main

40 Jahre Schengen-Raum

Kolloqium

Der 1984 geschlossene Schengen-Vertrag schuf einen heute 29 Staaten umfassenden Raum ohne Binnengrenzen, doch Migration über die Außengrenzen führte zuletzt zur Wiedereinführung von Kontrollen, auch durch die Bundesregierung ab 8. Mai 2025. Das Walter Hallstein-Kolloquium diskutiert die rechtliche Zulässigkeit, wirtschaftliche Folgen insbesondere für Arbeitsmigration und Arbeitsmarkt sowie die Zukunft des Schengen-Raums.

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News
12.02.2026

Satanistische Politik und der Niedergang der Vernunft in liberalen Demokratien

Ein letztes Mal im Wintersemester 2025/26 lud das Forschungszentrum zur Ringvorlesung „Am Scheidepunkt. Zur Krise der Demokratie“. Zum Abschluss hat der Philosoph Michael Rosen von der Harvard University sein Konzept der „satanic politics“ als eine Variante der politischen Deutung der Welt vorgestellt.

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News
09.02.2026

Zur Aktualität des Gewaltbegriffs anhand von Camus und Derrida

Prof. Dr. Christine Abbt von der Universität St. Gallen hat im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ einen Vortrag über Demokratien und den Gewaltbegriff gehalten. Unter dem Titel „Demokratien verteidigen. Zur Aktualität des Gewaltbegriffs bei Camus und Derrida“ besprach die Philosophin Formen von Gewalt und Revolte und ordnete diese im Hinblick auf ein demokratisches Setting ein.

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Publikation
04.02.2026 | Zeitschriftenartikel

New Perspectives on Trust in International Conflicts

Wille, Tobias; Simon, Hendrik; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Wheeler, Nicholas J.; Holmes, Marcus; Rathbun, Brian C.; Acharya, Amitav; Mitzen, Jennifer (2026): „New Perspectives on Trust in International Conflicts“. In: International Studies Review 28 (1), viaf027. 

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News
02.02.2026

Staatlicher Wettbewerb um Menschen – David Owen über civil geopolitics

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt – Zur Zukunft der Demokratie“ präsentierte David Owen von der Universität Southampton sein Konzept der civil geopolitics.

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