Römerberggespräche „1968-2018“: Wie emanzipatorisch war 1968?

Christina von Hodenberg und Gisela Notz im Gespräch im Rahmen der Römerberggespräche „1968-2018: What is left? Errungenschaften und Bürde eines politischen Aufbruchs“ in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Schauspiel Frankfurt.

Christina von Hodenberg ist Professorin für Europäische Geschichte an der Queen Mary University in London. Ihr besonderes Interesse gilt der Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre, den Protestbewegungen und den Massenmedien. Im Februar 2018 legt sie mit dem Buch ‚Das andere Achtundsechzig: Gesellschaftsgeschichte einer Revolte‘ (Beck Verlag) eine Neuinterpretation der Studentenrevolte vor. In anderen Veröffentlichungen hat sie sich der Bedeutung des Unterhaltungsfernsehens für den Wertewandel der 1970er Jahre (‘Television’s Moment’, 2015) und der Rolle des politischen Journalismus für die Demokratisierung der Bundesrepublik (‚Konsens und Krise‘, 2006) gewidmet. Sie studierte in Bonn, München und Bielefeld, war Assistentin am Historischen Seminar der Universität Freiburg, John F. Kennedy Fellow an der Harvard University, Visiting Associate Professor an der University of California at Berkeley und Humboldt-Preisträgerin an der Universität Halle. Ihre ersten zwei Bücher zur preußischen Geschichte des 19. Jahrhunderts behandelten den schlesischen Weberaufstand sowie die Rolle der preußischen Richter in der Revolution 1848/49.

Gisela Notz, Dr. phil., geboren in Schweinfurt am Main, studierte Sozialwissenschaften an der TU in Berlin und arbeitete bis 2007 als wissenschaftliche Referentin im Historischen Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn. Daneben hatte sie Lehraufträge und Vertretungsprofessuren in Soziologie und Politikwissenschaften an verschiedenen Universitäten. Von 1985 bis 1997 war sie Mitherausgeberin der Zeitschrift „beiträge zur feministischen theorie und praxis“, seit 2007 gehört sie dem Redaktionsteam von Lunapark21, zeitschrift zur kritik der globalen ökonomie an. Sie lebt und arbeitet freiberuflich in Berlin, schreibt in verschiedenen Zeitungen, Zeitschriften und Büchern.  Zuletzt schrieb sie: 50 Jahre 1968: Warum flog die Tomate? Die autonomen Frauenbewegungen der Siebzigerjahre, Neu-Ulm: 2018, aktualisierte und erweiterte Neu-Auflage.  Kritik des Familismus, Stuttgart 2015. In Kürze erscheint: Wegbereiterinnen. Berühmte, bekannte und zu Unrecht vergessene Frauen aus der Geschichte, Neu-Ulm 2018.

 

Veranstalter:
Römerberggespräche e.V. in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

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Event
18.04.2026 | Frankfurt am Main

Das Prinzip Donald Trump und die Verrohung der Welt

Panel Discussion, Lecture

Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet. Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen.

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Event
29.04.2026 | Frankfurt am Main

Kulturindustrie heute?

Panel Discussion

Das Gespräch „Kulturindustrie heute?“ widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie. Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Rahmen der Gesprächsreihe "Frankfurter Schule" mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten.

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Event
20.03.2026 | Frankfurt am Main

40 Jahre Schengen-Raum

Colloquium

Der 1984 geschlossene Schengen-Vertrag schuf einen heute 29 Staaten umfassenden Raum ohne Binnengrenzen, doch Migration über die Außengrenzen führte zuletzt zur Wiedereinführung von Kontrollen, auch durch die Bundesregierung ab 8. Mai 2025. Das Walter Hallstein-Kolloquium diskutiert die rechtliche Zulässigkeit, wirtschaftliche Folgen insbesondere für Arbeitsmigration und Arbeitsmarkt sowie die Zukunft des Schengen-Raums.

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12.02.2026

Satanist politics and the decline of reason in liberal democracies

For the last time in the winter semester 2025/26, the Research Center hosted the lecture series "Am Scheidepunkt. On the crisis of democracy". At the end, philosopher Michael Rosen from Harvard University presented his concept of "satanic politics" as a variant of the political interpretation of the world.

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09.02.2026

On the topicality of the concept of violence based on Camus and Derrida

Prof. Dr. Christine Abbt from the University of St. Gallen gave a lecture on democracies and the concept of violence as part of the lecture series "At the crossroads? On the crisis of democracy", she gave a lecture on democracies and the concept of violence. Under the title "Defending democracies. On the topicality of the concept of violence in Camus and Derrida", the philosopher discussed forms of violence and revolt and categorized them with regard to a democratic setting.

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Publication
04.02.2026 | Journal article

New Perspectives on Trust in International Conflicts

Wille, Tobias; Simon, Hendrik; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Wheeler, Nicholas J.; Holmes, Marcus; Rathbun, Brian C.; Acharya, Amitav; Mitzen, Jennifer (2026): „New Perspectives on Trust in International Conflicts“. In: International Studies Review 28 (1), viaf027.

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02.02.2026

States competing for people - David Owen on civil geopolitics

As part of the lecture series "At the Crossroads - The Future of Democracy", David Owen from the University of Southampton presented his concept of civil geopolitics.

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20.01.2026

Christine Hentschel on reorientation in catastrophic times

As part of the lecture series "At the crossroads? On the crisis of democracy", the sociologist spoke about living in and dealing with catastrophic times. Against the backdrop of the destruction of living conditions, wars, permanent crises and threats to democracy, Hentschel addressed the infiltration of the catastrophic into everyday social life and a changing activist and literary approach to the future.

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08.01.2026 | Journal article

Gender Differences in Financial Advice

Bucher-Koenen, Tabea; Hackethal, Andreas; Koenen, Johannes; Laudenbach, Christine (2025): „Gender Differences in Financial Advice“. In: American Economic Review, 115 (12), pp. 4218–4252.

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