Von ferngesteuerten Fahrzeugen zu Drohnen
Die Algorithmisierung menschlicher Entscheidung und Wahrnehmung
Vortrag von Dr. Valentin Rauer (Postdoc des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“) und Gespräch mit der Kuratorin der Ausstellung Ellen Blumenstein am 2. November 2016 innerhalb des Rahmenprogramms des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zur Ausstellung „Unter Waffen. Fire & Forget 2“.
Maschinen können nicht selbst entscheiden, sie dienen nur dem Menschen. Diese simple Annahme erscheint seit dem Beginn dieses neuen Jahrhunderts erschüttert. Die Metapher der ‚Drohne‘ für ferngesteuerte Fahrzeuge markiert diese Erschütterung sprachlich. Drohnen sind eigentlich nicht neu, sie stammen aus dem Militär und wurden entweder als Waffen oder als mobile Wahrnehmungsmaschinen seit den 1930er Jahren eingesetzt. Doch mit der Algorithmisierung der Fernsteuerungstechniken wurden sie unabhängig vom steuernden Menschen. Die Metapher der ‚Drohne‘ markiert diese Unabhängigkeit. Tatsächlich werden aktuell Algorithmen entwickelt, die selbstständig wahrnehmen und autonom über die Kriterien ihrer Wahrnehmung entscheiden. Die Arbeit „Cloud Face (detection process)“, 2012, des Künstlers Shinseungback Kimyonghun führt ins Zentrum dieser Problematik. Sie führt uns fehlerhafte Interpretationen eines Gesichtserkennungsalgorithmus vor und zeigt zugleich, dass die menschliche Wahrnehmung ähnlich irrend interpretiert. Die Arbeit verweist also nicht nur auf die Algorithmen, sondern irritiert auch allzu selbstgewisse Überlegenheitsgefühle menschlichen Wahrnehmungsvermögens.
Der Vortrag wird an diese künstlerische Position sozialwissenschaftlich anschließen und die gesellschaftlichen Folgen und Problematiken algorithmischer Entscheidungs-, Überwachungs- und Wahrnehmungstechnologien an aktuellen Beispielen und Forschungsarbeiten erläutern.
Veranstalter:
Museum Angewandte Kunst, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
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Vertrauen, Zusammenhalt, Demokratie – drei große Begriff, die in Europa derzeit allgegenwärtig sind. Doch wie belastbar sind sie eigentlich und was beschreiben sie? Was genau meinen wir eigentlich, wenn wir von politischem Vertrauen und gesellschaftlichem Zusammenhalt sprechen? Und braucht es – wie häufig behauptet – ein gewisses Maß an sozialer oder kultureller Homogenität, damit Vertrauen wachsen und Zusammenhalt entstehen kann? Diesen Fragen widmen wir uns in der aktuellen Ausgabe der Crisis Talks – auf dem Podium und im Gespräch mit unseren Gästen.
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Im Rahmen der Gesprächsreihe Frankfurter Schule hat die Professorin für Filmwissenschaft gemeinsam mit dem Journalisten und Filmkritiker Bert Rebhandl über die Aktualität des Begriffs Kulturindustrie und sein Verständnis im Kontext digitaler und globaler Medien gesprochen.
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Britz, Gabriele (2026): "Körpergeschlecht und Selbstbestimmung". In. Mangold, Anna Katharina; Völzmann, Berit (Hrsg.): Gerechtigkeit als Thema der Rechtswissenschaft, Nomos, S. 41-48.
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