Problematisierte polizeiliche Gewaltanwendungen und ihre Aufarbeitung
Die Polizei ist unter bestimmten Voraussetzungen befugt, ausnahmsweise Gewalt anzuwenden, um polizeiliche Maßnahmen durchzusetzen. Dabei kann es zu Fehlern, Überschreitung der rechtlichen Grenzen und Missbrauch kommen. Gleichzeitig ist die aus dieser Gewaltbefugnis folgende Praxis gesellschaftlich durchaus umstritten. Vor diesem Hintergrund werden konkrete polizeiliche Gewaltanwendungen von Betroffenen und in der öffentlichen Debatte immer wieder problematisiert. Der Beitrag geht der Frage nach, wie dabei Diskrepanzen in der Wahrnehmung und Bewertung des Geschehens durch die verschiedenen Beteiligten entstehen und wie diese damit umgehen. Außerdem wird ein Blick auf die Aufarbeitung einschlägiger Vorwürfe insbesondere in folgenden Strafverfahren geworfen. Der Vortrag stützt sich auf die Ergebnisse des DFG-Forschungsprojekts „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt:innen“ (https://kviapol.uni-frankfurt.de).
Der Vortragende: Tobias Singelnstein ist Professor für Kriminologie und Strafrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zuvor war er von 2017 bis 2022 Inhaber des Lehrstuhls für Kriminologie an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Kriminologie (u.a. soziale Kontrolle und Gesellschaft, Polizei und Justiz, Sicherheitsforschung) sowie im Strafrecht und Strafprozessrecht (u.a. Ermittlungsmaßnahmen und Beweisrecht, Datenverarbeitung im Strafverfahren, Strafrecht und Digitalisierung). Neben mehr als 60 Beiträgen in Fachpublikationen hat er verschiedene Monografien zu Themen aus diesen Bereichen verfasst und eine Reihe von Sammelbänden herausgegeben. 2022 ist sein gemeinsam mit Benjamin Derin verfasstes Sachbuch „Die Polizei. Helfer, Gegner, Staatsgewalt“ bei Econ/Ullstein erschienen.
Aktuelles aus dem Forschungszentrum
Dr. h.c. Gerhard Wiese – Wirken als Ankläger im Auschwitz Prozess
Der Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965 gilt als ein zentraler Wendepunkt in der juristischen und öffentlichen Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland. Dr. h.c. Gerhard Wiese, der als junger Staatsanwalt zum Anklägerteam des Prozesses gehörte, berichtet aus seiner Perspektive auf die damaligen Ermittlungen und die Hauptverhandlung. Im Gespräch mit der Historikerin Dr. Katharina Rauschenberger (Fritz Bauer Institut) wird die Bedeutung des Prozesses für die strafrechtliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen in den Blick genommen.
weitere Infos ›Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten
Abich, Leon; Adams, Cosima; Biebricher, Thomas; Britz, Gabriele; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Dönges, Jan; Krause, Leon; Nitzschner, Patrick; Siebert, Hannes; Siefert, Julian; Stephanblome, Isabelle (2026): "Dimensionen wehrhafter Demokratie in unsicheren Zeiten". DemoReg Working Paper 3.1.
weitere Infos ›Shifting Visions of Peace and Security
Podiumsdiskussion im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times” mit Lisbeth Zimmermann (Goethe University/Normative Orders), Antonia Witt (PRIF), Siddarth Tripathi (University of Erfurt). Moderation: Jonas Wolff (Goethe University/PRIF/Normative Orders).
weitere Infos ›AI, War, and Big Tech
Vortrag von Ingvild Bode (University of Southern Denmark)im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.
weitere Infos ›International arms control in a world of uncertainties
Vortrag von Malte Göttsche (TU Darmstadt/PRIF) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.
weitere Infos ›Enabling Authoritarianism: UN Peacekeeping and the Politics of Authoritarianism
Vortrag von Sarah von Billerbeck (University of Reading) im Rahmen der Ringvorlesung “Peace and Security in Post-Liberal Times”.
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