Prof. Dr. Darrel Moellendorf

Die Clusterprofessur befindet sich an der Schnittstelle von Politikwissenschaft und Philosophie und untersucht insbesondere Phänomene, die nationale Grenzen überschreiten.

Zentrale Themengebiete der Professur sind: Die Idee und Bedeutung menschlicher Würde in politischen Rechtfertigungen; der moralische Wert und die richtige Zielsetzung nachhaltiger Entwicklung; die Begründung und Rolle sozio-ökonomischer Rechte für die menschliche Entwicklung; die Bestimmung geeigneter Ziele der Post-2015-Agenda für nachhaltige Entwicklung; die Anforderungen an einen gerechten internationalen Handel und gerechte Finanzregime; die Ursachen von Armut und globaler Ungleichheit; die gerechte Verteilung der Pflichten zur Abschwächung des Klimawandels sowie der Lasten der Klimaanpassung; die Bestimmung geeigneter internationaler Klimaschutzregime; die Relevanz von Geo-Engineering für die Klimapolitik; die Rechtfertigung und praktischen Möglichkeiten nachhaltiger Entwicklung durch ein internationales Steuersystem; und schließlich die moralischen Grundlagen grenzüberschreitender Solidarität.

Die Arbeiten im Bereich normativer Theorien globaler Gerechtigkeit gehen in vielerlei Hinsicht auf empirische Analysen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Recht und Internationale Beziehungen zurück, sofern diese transnationale Probleme behandeln. Ausgehend von diesen Studien werden an der Professur die damit verbundenen Formen der Normativität in der transnationalen Politik untersucht und reflektiert. Viele Fragen bezüglich normativer Ordnungen von Umweltkrisen, lassen ähnliche Modi der Reflexivität erkennen und rücken zusätzlich interdisziplinäre Fragen der Normativität von intergenerationellen Ordnungen in den Fokus.

Unsere Publikationen und Präsentationen konzentrierten sich auf Themen globaler Gerechtigkeit, globaler Bioethik, Menschenrechte, Theorien des gerechten Kriegs und Umweltrassismus. Die zentralen Ergebnisse wurden in  Publikationen und Präsentationen vorgestellt.

Darrel Moellendorf hat zu der Frage veröffentlicht, wie ein Krieg zu einem gerechten Ende gebracht werden kann, sowie zu der Frage, ob ein Staat die Auswanderung von Bürgern einschränken kann, deren medizinische Ausbildung er finanziert hat. Auch Daniel Callies arbeitete und publizierte zu der Frage, ob es legitim sein kann, die Auswanderung von Bürgern einzuschränken, deren medizinische Ausbildung vom Staat finanziert wurde. Eszter Kolllár hat über Gerechtigkeit, Einwanderung, und Globale Chancengleichheit geschrieben. Und Merten Reglitz veröffentlichte einen Artikel über Kant, globale Armut und Gerechtigkeit. Daniel Hammer hat seine Arbeit über kollektives Handeln und Eigenverantwortung in einer internationalen Präsentation vorgestellt. Und auch Susanne Börner stellte ihre Arbeiten zum Thema Umweltgerechtigkeit in einer internationalen Präsentation vor. Brian Milstein hielt einen Vortrag über Krisentheorie. Alle diese Themen sind für die politische Diskussion relevant und viele der Veröffentlichungen bewerten ausgewählte Aspekte staatlicher Politik.

Die wichtigsten Publikationen dieser Professur des Exzellenzclusters:

Moellendorf, Darrel: “Just Endings”, in: H. Frowe & S. Lazar (eds.), The Oxford Handbook of the Ethics of War, Oxford: Oxford University Press, 2016.

Moellendorf, Darrel: “Two Doctrines of Jus ex Bello”, in: Ethics 125:3: 2015, pp. 653-673.

Callies, Daniel: “Brain Drain, Contracts, and Moral Obligation”, in: Moral Philosophy and Politics Vol. 3 No. 1: March 2016, pp. 83–93.

Kollár, Eszter: “Global Equality of Opportunity and Self-determination in the Context of Immigration”, in: Critical Review of International Social and Political Philosophy, 2016 (published online).

Reglitz, Merten: “A Kantian Argument against World Poverty”, in: European Journal of Political Theory, 2016, (online: http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1474885116662566).


Die wichtigsten Veranstaltungen dieser Professur des Exzellenzclusters:

Workshop on Chris Armstrong’s Manuscript “Justice and Natural Resources”, January 22 2016.

„International Workshop on the Ethics and Economics of Climate Change”, March 3-4 2016.

Frankfurt-Ottawa Workshop “Normative Perspectives on Labour Immigration”, June 6, 2016.

Arguing for Equality – ‘Author meets Critics’ workshop and Political Egalitarianism – Public Lecture by John Baker, December 19-20, 2016.

Lecture Series “Der Wert der Natur” organized in cooperation with ISOE and Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, December 2016-January 2017.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

Veranstaltung
18.04.2026 | Frankfurt am Main

Das Prinzip Donald Trump und die Verrohung der Welt

Podiumsdiskussion, Vortrag

Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet. Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen.

weitere Infos ›
Veranstaltung
29.04.2026 | Frankfurt am Main

Kulturindustrie heute?

Podiumsdiskussion

Das Gespräch „Kulturindustrie heute?“ widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie. Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Rahmen der Gesprächsreihe "Frankfurter Schule" mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten.

weitere Infos ›
News
19.02.2026

Call for Applications – Postdoctoral Fellowships

Am Forschungszentrum Normative Ordnungen sind für das akademische Jahr 2026/2027 mehrere Postdoctoral Fellowships mit einer Laufzeit von 10 Monaten (Beginn: 1. Oktober 2026) ausgeschrieben. Bewerbungsschluss für alle Programme ist der 15. März 2026.

weitere Infos ›
Veranstaltung
20.03.2026 | Frankfurt am Main

40 Jahre Schengen-Raum

Kolloqium

Der 1984 geschlossene Schengen-Vertrag schuf einen heute 29 Staaten umfassenden Raum ohne Binnengrenzen, doch Migration über die Außengrenzen führte zuletzt zur Wiedereinführung von Kontrollen, auch durch die Bundesregierung ab 8. Mai 2025. Das Walter Hallstein-Kolloquium diskutiert die rechtliche Zulässigkeit, wirtschaftliche Folgen insbesondere für Arbeitsmigration und Arbeitsmarkt sowie die Zukunft des Schengen-Raums.

weitere Infos ›
News
12.02.2026

Satanistische Politik und der Niedergang der Vernunft in liberalen Demokratien

Ein letztes Mal im Wintersemester 2025/26 lud das Forschungszentrum zur Ringvorlesung „Am Scheidepunkt. Zur Krise der Demokratie“. Zum Abschluss hat der Philosoph Michael Rosen von der Harvard University sein Konzept der „satanic politics“ als eine Variante der politischen Deutung der Welt vorgestellt.

weitere Infos ›
News
09.02.2026

Zur Aktualität des Gewaltbegriffs anhand von Camus und Derrida

Prof. Dr. Christine Abbt von der Universität St. Gallen hat im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ einen Vortrag über Demokratien und den Gewaltbegriff gehalten. Unter dem Titel „Demokratien verteidigen. Zur Aktualität des Gewaltbegriffs bei Camus und Derrida“ besprach die Philosophin Formen von Gewalt und Revolte und ordnete diese im Hinblick auf ein demokratisches Setting ein.

weitere Infos ›
Publikation
04.02.2026 | Zeitschriftenartikel

New Perspectives on Trust in International Conflicts

Wille, Tobias; Simon, Hendrik; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Wheeler, Nicholas J.; Holmes, Marcus; Rathbun, Brian C.; Acharya, Amitav; Mitzen, Jennifer (2026): „New Perspectives on Trust in International Conflicts“. In: International Studies Review 28 (1), viaf027. 

weitere Infos ›
News
02.02.2026

Staatlicher Wettbewerb um Menschen – David Owen über civil geopolitics

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt – Zur Zukunft der Demokratie“ präsentierte David Owen von der Universität Southampton sein Konzept der civil geopolitics.

weitere Infos ›
News
20.01.2026

Christine Hentschel über Neuorientierungen in katastrophischen Zeiten

Im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ sprach die Soziologin über das Leben in und den Umgang mit katastrophischen Zeiten. Vor dem Hintergrund der Zerstörung der Lebensbedingungen, Kriegen, dauerhafter Krisenhaftigkeit sowie der Bedrohungen der Demokratie widmete sich Hentschel dem Einsickern des Katastrophischen in den gesellschaftlichen Alltag und einem sich verändernden aktivistischen und literarischen Umgang mit der Zukunft.

weitere Infos ›