Fellow (ehemalig)

Prof. Dorothy Noyes

College of Arts & Sciences Distinguished Professor of English and Professor in Comparative Studies, The Ohio State University, Columbus, Ohio, US

Research project title:
1. Trust and Suspicion in Interdisciplinary Knowledge-Making
2. Exemplary Failures: Gesture and Emulation in Liberal Politics

Research abstract:
Noyes will help the researchers at ConTrust to reflect on their own culture of interdisciplinarity, developing a reflexive account of trust and suspicion as complementary dimensions of knowledge production. Recognizing the sources of tension inherent in research collaboration, we can identify strategies to generate learning from conflict. Preliminary results of the work will be documented in a concept paper.

Noyes will also draw on the research group’s expertise to further her own monograph on exemplarity in liberal politics. Her book describes a trajectory in which the mediation necessary to mass societies has extended the reach and availability of symbolic politics as an instrument. Facilitating the amplification and emulation of acts deemed exemplary, mediated transmission undoes the context of interpersonal answerability that can guarantee follow-through, creating feedback loops that can further damage trust in political action.

Events:
9 May 2022
Lecture within the ConTrust Speaker Series: The Theater of Clemency: Trust, Mediation, and Distance in Social Reconciliation.

10 May 2022
Workshop with ConTrust junior researchers

25 May 2022
Workshop: Trust and Suspicion in Interdisciplinary Research, with Profs. Regina Bendix and Kilian Bizer, both of Georg-August University, Göttingen.

  • Biografische Angaben

    Dorothy Noyes is College of Arts & Sciences Distinguished Professor of English, with a joint appointment in the Department of Comparative Studies. Noyes studies political performance and the traditional public sphere in Europe, with an emphasis on how shared symbolic forms and indirect communication facilitate coexistence in situations of endemic social conflict. She also writes on folklore theory and the international policy careers of culture concepts. Among her books are Fire in the Plaça: Catalan Festival Politics After Franco (University of Pennsylvania Press, 2003); Humble Theory: Folklore’s Grasp on Social Life (Indiana University Press, 2016); and Sustaining Interdisciplinary Collaboration: A Guide for the Academy, co-authored with Regina F. Bendix and Kilian Bizer (University of Illinois Press, 2017). Her current book projects are Exemplary Failures: Gesture and Emulation in Liberal Politics and, co-edited with Tobias Wille, The Global Politics of Exemplarity. Noyes served as President of the American Folklore Society in 2018 and 2019, and received the Society’s Kenneth Goldstein Award for Lifetime Academic Leadership. She has lectured or taught in more than 20 countries, and in 2019 was awarded an honorary doctorate from the University of Tartu. In 2021 she received the Ohio State University’s Distinguished Scholar Award. In summer 2022 she will begin an appointment as Director of Ohio State’s Mershon Center for International Security Studies.

  • Publikationen

    • „Talking About the Weather: Common Sense, Common Sensing, Commonplaces.“ Journal of American Folklore 134 (532): 272-291. Summer 2021.  https://muse-jhu-edu.proxy.lib.ohio-state.edu/article/800151
    • „Blaming the Polish Plumber: Phantom Agents, Invisible Workers, and the Liberal Arena.“ Journal of International Relations and Development 22: 853–881. 2019.
    • Sustaining Interdisciplinary Collaboration: A Guide for the Academy. With Regina Bendix and Kilian Bizer. Urbana: University of Illinois Press. 2017.
    • „Compromised Concepts in Rising Waters: Making the Folk Resilient. In Dorothy Noyes, Humble Theory: Folklore’s Grasp on Social Life, 410-437. Bloomington: Indiana University Press. 2016.

Aktuelles aus dem Forschungszentrum

News
17.03.2026

Kommunikative Vernunft. Zum Tod von Jürgen Habermas

Von Rainer Forst und Klaus Günther. Mit Jürgen Habermas verlieren wir einen unvergleichlichen, weltweit die Geistes- und Sozialwissenschaften über viele Jahrzehnte prägenden Gelehrten und engagierten Intellektuellen, der, wie er selbst anlässlich seiner Rede zu seinem 90. Geburtstag an der Goethe-Universität sagte, an dieser Universität drei glückliche Phasen seines akademischen Lebens erfahren hat. Er hat auch nach seiner Emeritierung an vielen unserer Diskussionen am Zentrum Normative Ordnungen aktiv teilgenommen, und seine Theorie war für uns stets ein zentraler Bezugspunkt der Forschung. Wir selbst verlieren unseren wichtigsten akademischen Lehrer, der uns über die Jahrzehnte hinweg freundschaftlich verbunden war.

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Veranstaltung
08.07.2026 | Frankfurt am Main

Krisenhafter Wandel der Gegenwart. Einige soziologische Beobachtungen

Vortrag

Der Vortrag von Prof. Dr. Steffen Mau beschäftigt sich mit den Krisensymptomen des liberalen Gesellschaftmodells. Krisenhafter sozialer Wandel ist dadurch zu charakterisieren, dass er nicht allmählich, sondern abrupt vor sich geht und zur Destabilisierung bestehender Institutionen, Ordnungen und Normen führt. Zugleich sollte er von den Menschen auch als krisenhaft erlebt werden und mit Orientierungslosigkeit, Vertrauensverlust und erhöhten Spannungen einhergehen. Der Vortrag findet im Rahmen der Kantorowicz Lectures in Political Language statt.

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Veranstaltung
18.04.2026 | Frankfurt am Main

Das Prinzip Donald Trump und die Verrohung der Welt

Podiumsdiskussion, Vortrag

Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet. Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen.

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Veranstaltung
29.04.2026 | Frankfurt am Main

Kulturindustrie heute?

Podiumsdiskussion

Das Gespräch „Kulturindustrie heute?“ widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie. Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Rahmen der Gesprächsreihe "Frankfurter Schule" mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten.

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News
19.02.2026

Call for Applications – Postdoctoral Fellowships

Am Forschungszentrum Normative Ordnungen sind für das akademische Jahr 2026/2027 mehrere Postdoctoral Fellowships mit einer Laufzeit von 10 Monaten (Beginn: 1. Oktober 2026) ausgeschrieben. Bewerbungsschluss für alle Programme ist der 15. März 2026.

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Veranstaltung
20.03.2026 | Frankfurt am Main

40 Jahre Schengen-Raum

Kolloqium

Der 1984 geschlossene Schengen-Vertrag schuf einen heute 29 Staaten umfassenden Raum ohne Binnengrenzen, doch Migration über die Außengrenzen führte zuletzt zur Wiedereinführung von Kontrollen, auch durch die Bundesregierung ab 8. Mai 2025. Das Walter Hallstein-Kolloquium diskutiert die rechtliche Zulässigkeit, wirtschaftliche Folgen insbesondere für Arbeitsmigration und Arbeitsmarkt sowie die Zukunft des Schengen-Raums.

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News
12.02.2026

Satanistische Politik und der Niedergang der Vernunft in liberalen Demokratien

Ein letztes Mal im Wintersemester 2025/26 lud das Forschungszentrum zur Ringvorlesung „Am Scheidepunkt. Zur Krise der Demokratie“. Zum Abschluss hat der Philosoph Michael Rosen von der Harvard University sein Konzept der „satanic politics“ als eine Variante der politischen Deutung der Welt vorgestellt.

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News
09.02.2026

Zur Aktualität des Gewaltbegriffs anhand von Camus und Derrida

Prof. Dr. Christine Abbt von der Universität St. Gallen hat im Rahmen der Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ einen Vortrag über Demokratien und den Gewaltbegriff gehalten. Unter dem Titel „Demokratien verteidigen. Zur Aktualität des Gewaltbegriffs bei Camus und Derrida“ besprach die Philosophin Formen von Gewalt und Revolte und ordnete diese im Hinblick auf ein demokratisches Setting ein.

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Publikation
04.02.2026 | Zeitschriftenartikel

New Perspectives on Trust in International Conflicts

Wille, Tobias; Simon, Hendrik; Daase, Christopher; Deitelhoff, Nicole; Wheeler, Nicholas J.; Holmes, Marcus; Rathbun, Brian C.; Acharya, Amitav; Mitzen, Jennifer (2026): „New Perspectives on Trust in International Conflicts“. In: International Studies Review 28 (1), viaf027. 

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