„Wo sich der Spaten zurückbiegt“ (PU, § 217). Ideologie und Religion nach Wittgenstein
In der Debatte über religionsphilosophische Entwürfe nach Wittgenstein wurden und werden verschiedene Spielarten des Fideismuseinwands artikuliert. Zwei Formen dieses Einwands, die unter den Schlagworten eines kriteriologischen Internalismus und einer epistemischen Arbeitsverweigerung zusammengefasst werden können, werden der Sache nach nicht nur im Hinblick auf fideistische Varianten religiöser Einstellungen, sondern auch im Hinblick auf ideologische Varianten politischer Haltungen geltend gemacht. Ausgehend von dieser Beobachtung fragt der Beitrag im Hinblick auf beide Spielarten der Kritik, wie ihnen ausgehend von Wittgensteins eigenen Leitbegriffen begegnet werden kann. Insbesondere die Konzepte der ‚übersichtlichen Darstellung‘ und der ‚Angelproposition‘ erweisen sich dabei als aussichtsreich, um das Instrumentarium der Ideologiekritik auszudifferenzieren und zu erweitern.