Ich kann, also bin ich? Eine Kritik ableistischer Diskriminierung in unserer Gesellschaft
Vortrag und Diskussion
Dr. Regina Schidel (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Menschen mit »Behinderungen« sind in unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt und werden oft nicht als vollwertige Personen anerkannt. Ihre Diskriminierung – Ableismus – unterläuft das Gleichheitsversprechen liberaler Demokratien. Obwohl diese Stigmatisierung strukturelle Ähnlichkeiten zu Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus aufweist, erfährt sie gegenwärtig viel weniger Aufmerksamkeit.
Der Vortrag analysiert Ableismus aus philosophischer und sozialtheoretischer Perspektive, und zwar exemplarisch am Fall von Menschen mit kognitiven Einschränkungen/geistiger »Behinderung«. Es werden Ursprünge ableistischen Denkens in der philosophischen Tradition entwickelt, in ihrer gesellschaftlichen Funktionalität untersucht und Möglichkeiten befragt, diese zu überwinden – diese stammen etwa aus kritischer und feministischer Theoriebildung.
Dr. Regina Schidel ist Akademische Rätin a. Z. an der Professur für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie wurde 2022 mit einer Arbeit zu „Relationalität der Menschenwürde. Zum gerechtigkeitstheoretischen Status von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen“ (Campus 2023) promoviert. Ihre Dissertation wurde mit dem WISAG Preis der Goethe-Universität Frankfurt für die beste geistes- und sozialwissenschaftliche Arbeit im Themenfeld gesellschaftlichen Zusammenhalts ausgezeichnet. Im Dezember 2025 erscheint bei Suhrkamp ihr neues Buch „Behinderung und Gesellschaft. Ableismus in philosophischer und sozialtheoretischer“ Perspektive. Die Forschungsschwerpunkte von Regina Schidel liegen im Bereich der Moralphilosophie (Menschenwürde und relationale Ansätze), der Sozialphilosophie (feministische Erkenntnistheorie, Fragen struktureller Unterdrückung, ableistische Diskriminierung) und der Rechtsphilosophie (Menschenrechte)
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