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	<title>Forschungsschwerpunkt 1 &#8211; Normative Orders</title>
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	<description>Forschungszentrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main</description>
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	<title>Forschungsschwerpunkt 1 &#8211; Normative Orders</title>
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	<item>
		<title>No Alternative? Challenges to Democracy Today</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 16:30:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsschwerpunkt 1]]></category>
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					<description><![CDATA[Project leaders: Prof. Rainer Forst and Prof. Ayelet Shachar]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">No Alternative? Challenges to Democracy Today</h2>



<p><em>Goethe-Göttingen Workshop</em></p>



<p>Project leaders:<strong>&nbsp;Prof. Rainer Forst&nbsp;</strong>and&nbsp;<strong>Prof. Ayelet Shachar</strong></p>



<p><strong>Project description</strong><br><br>Especially after the historic social changes in 1989, democracy was considered to be the one and only legitimate political order, though debates about its form continued. Today, the situation is different, for various reasons. One is that in various parts of the world, alternative forms of organizing a political order, based on one ruling party, for example, have proven to be both resilient and socially productive, if one thinks of China. Another is that even within Western societies, parties that advocate a populist, illiberal order present themselves as both representing the “true” people and realizing true democracy, in the process seeking to unsettle certain aspects of it once seen as essential. Finally, in a globalized world, many see democracies, at least in their nation-state based form, as not sufficiently autonomous and powerful enough to generate effective responses to the great challenges that lie ahead, such as ecological changes that know no borders and unfettered globalized economic forces. <br><br>These are the questions we plan to take up in this conference planned for December 2019. We will bring together global experts on these themes and aim to shed light on core aspects of the future of democracy. <br>The conference continues a tradition of exchanges between Normative Orders and the Max-Planck-Institute for the Study of Religious and Ethnic Diversity in Göttingen directed by Prof. Ayelet Shachar. It has brought important topics and excellent speakers to both places, such as Wendy Brown, Melissa Williams, Wolfgang Streeck and David Miller. <br><br>Earlier this year, the Third GG Exchange took place on March 15, 2019, at Normative Orders and discussed „The Contours of Citizenship.” </p>



<p><em>Goethe-Göttingen Workshop</em><br><em>September 26, 2019</em><br><strong>Inclusive Parliaments &#8211; Representation, Mobility, Disability</strong></p>



<p></p>
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		<title>Der Staat als Streitschlichter – Von den Grundrechten als Abwehrrechte zu einer Stärkung der objektiven Dimension der Grundrechte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 16:30:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsschwerpunkt 1]]></category>
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					<description><![CDATA[Projektverantwortliche: Prof. Dr. Klaus Günther und Prof. Dr. Stefan Kadelbach]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Der Staat als Streitschlichter – Von den Grundrechten als Abwehrrechte zu einer Stärkung der objektiven Dimension der Grundrechte</h2>



<p><em>Workshop und Publikation</em></p>



<p>Projektverantwortliche:<strong>&nbsp;Prof. Dr. Klaus Günther</strong>&nbsp;und<strong>&nbsp;Prof. Dr. Stefan Kadelbach</strong><strong></strong></p>



<p><strong>Projektbeschreibung</strong><br><br>Während das Dogma, Grundrechte seien in erster Linie Abwehrrechte gegen den Staat, in der verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung und in der Literatur noch immer unangefochten schien, haben die Grundrechte eine Bedeutungsverschiebung erfahren. Schon länger stehen andere Dimensionen im Vordergrund, die sich aus einer geänderten Rolle der Grundrechte für die Gesellschaft ergeben. Wesentliche Gründe sind eine erhöhte Konfliktbereitschaft Privater untereinander, der Rückzug des Staates aus vielen seiner vormaligen Aufgaben und eine zunehmende Preisgabe öffentlicher Räume. Auch die Konstitutionalisierung des Privatrechts mag sich ausgewirkt haben. In der aktuellen Diskussion um eine Konstitutionalisierung des Strafrechts wird von staatlicher Schutzpflicht und einer Verantwortung des Staates für den Schutz der Grundrechte vor Verletzungen durch Dritte auch durch das Strafrecht gesprochen.<br>Am deutlichsten sichtbar geworden ist diese Transformation im Bereich des vormaligen Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (Art. 10 GG). Früher vor allem gegen die Einsichtnahme in private Kommunikation gerichtet, deren Übermittlung und potenzielle Kontrolle geleichermaßen in Händen des Staates lagen, geht es dabei heute in erster Linie um die Verantwortung der Intermediäre (Telekommunikationsunternehmen) für den Schutz der Nutzer ihrer Dienste untereinander oder gegenüber privaten Dritten.</p>



<p>Diese Beobachtung lässt sich vom Bereich des Art. 10 GG, für den sie nicht neu ist, auf nahezu alle Grundrechte übertragen. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht bedarf des Schutzes nicht nur gegenüber staatlichem Zugriff, der – durchaus durch die Grundrechte induziert – dabei strengen gesetzlichen Voraussetzungen unterworfen worden ist, als vielmehr gegenüber Teilnehmern in den sog. sozialen Medien und anderen Akteuren der Big Data-Industrie. Bei den Grundrechten auf Meinungs- und Kunstfreiheit geht es schon lange nicht mehr um den Schutz vor staatlicher Zensur, sondern nur mehr um Abwägungen in Streitigkeiten zwischen Privatpersonen, in denen diese Rechte den Persönlichkeitsrechten gegenüberstehen und die Zivilgerichte schlichten müssen. In der Religionsfreiheit werden Streitigkeiten zwischen Angehörigen verschiedener Religionen und Weltanschauungen geführt, und die verfassungsgerichtliche Rechtsprechung setzt die Schulleitungen als Schlichtungsinstanzen ein. Selbst die Versammlungsfreiheit (Art. 8 GG) ist heute weniger ein Recht, das gegen den Staat verteidigt werden muss, als der Schauplatz polizeilicher Schlichtungsstrategien im Hinblick auf Konflikte zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten oder zwischen Demonstranten und Unternehmen.</p>



<p>Auch wenn die Beobachtung, dass sich die Bedeutungen der einzelnen Schutzfunktionen der Grundrechte verschoben haben, nicht mehr ganz neu ist, so hat sie durch die oben beispielhaft beschriebenen Entwicklungen eine gesteigerte und in ihren staats- und verfassungsrechtlichen Folgen noch nicht absehbare Bedeutung erhalten.</p>



<p>Die zentrale Hypothese des Projekts lautet, dass es sich nicht mehr um eine punktuelle und bereichsspezifische, sondern eine flächendeckende Bedeutungsverschiebung handelt, und dass dem Staat dabei zunehmend eine neue Funktion als Schlichter und Mediator in Konflikten zwischen Grundrechtsträgern zukommt. Das Projekt wird in einem ersten Schritt untersuchen, ob diese Beobachtungen richtig und die behauptete Verallgemeinerungsfähigkeit zutreffend ist. Womöglich lassen sich die erwähnten Beispiele auch erweitern und in eine vergleichende oder internationale Perspektive (dann der Menschenrechte) stellen. Häufig wird es sich bei den privaten Akteuren, denen gegenüber die Grundrechte in Stellung zu bringen wären, um auswärtige oder multinationale Unternehmen handeln. Zu diesen Themen wären bereichsspezifische Einzelbeiträge von Interesse, die man auf einem gemeinsamen Workshop versammeln könnte. Dann würde man klarer sehen, ob das Projekt Zukunft hat.</p>



<p>Darüber hinaus wäre zu fragen, was aus den skizzierten Beobachtungen folgt. Denn während für Verletzungen des grundrechtlichen Achtungsanspruchs gegenüber dem Staat die Rechtsfolgen klar benennbar sind (ein nicht gerechtfertigter Hoheitsakt ist aufzuheben), sind die Handlungspflichten des Staates im Hinblick auf seine Schlichterrolle wenig kanonisiert, daher schwerer zu beschreiben und auch nicht im selben Maße justiziabel. Womöglich vollzieht sich aber auch gerade eine Verengung des Zusammenhangs zwischen staatlicher Schutzpflicht und gerichtlichem Kontrollmaßstab. In jedem Falle wäre die anspruchsvollste der sich stellenden Fragen, welche Auswirkungen all dies auf die Staats- und Verfassungstheorie hat.</p>
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		<title>Configuring the demos: Cinema, the Global Digital Economy, and the Crisis of Democracy</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 16:29:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsschwerpunkt 1]]></category>
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					<description><![CDATA[Project leader: Prof. Vinzenz Hediger]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Configuring the demos: Cinema, the Global Digital Economy, and the Crisis of Democracy</h2>



<p><em>International Conference and Publication</em></p>



<p>Project leader:<strong>&nbsp;Prof. Vinzenz Hediger</strong></p>



<p><strong>Project description</strong></p>



<p><em>Cinema has been discussed as the paradigmatic cultural space of modern (mass) democracy by thinkers as different and far apart as Siegfried Kracauer, who developed an alternative to the bourgeois fear of masses and mass art in his criticism from the 1920s and his film books, and Alain Badiou, who cast cinema as a “democratic emblem” in an essay published in 2005. But how do modernization and democracy relate to cinema in a moment of the supposed crisis of (modern liberal) democracy? With a focus on three case studies of new players in the global cultural economy, all of which combine the emergence of a popular cinema with the (relative) consolidation of liberal democracy – India, Nigeria and South Korea –, this project argues that cinema, and particularly popular cinema, configures the demos in modern democracies by articulating and dramatizing the conflicts and crises of democratic polities, while developing a significant appeal beyond the geographical and political boundaries of these polities.</em></p>



<p>Among the most remarkable developments of the last thirty years in world cinema has been the emergence a number of new global players, i.e. thriving and market driven rather than state sponsored cinema industries with an international reach, operating below and beyond the confines of the American film industry’s continuing dominance of global middle class film consumption. Enabled by new digital technologies of production and distribution, these new global players include most notably the various Indian film industries, including, but not limited to, Hindi or so-called “Bollywood” cinema; South Korea; and Nigeria. While the Indian cinema industry has dominated its home market since the introduction of sound in the early 1930s and has consistently found an audience in Non Resident Indian or NRI diaspora communities as well as in the Middle East since the 1950s, Indian cinema’s globalized presence coincides with c country’s market liberalization policies in the 1990s.&nbsp; These, in turn, are part of the second wave of globalization after the end of the Cold Ward, which involves, most notably, the emergence of a new world trade system around the GATT treaties and the establishment of the WTO. South Korea’s film industry, which is now one of the dominant cultural industries in East Asia with a strong presence in global pop culture, began its rise in the 1990s and emerged from a policy of market liberalization, combined with tax incentives that induced the Chaebols, the large industrial conglomerates, to enter film production. The Nigerian video industry, which has an output of around 1000 feature films per year and has an audience across Africa and in African diasporas in the Americas, Europe and Asia, emerges out of a situation of economic crisis and in response to the complete collapse of state sponsored film production in the country in the 1980s.&nbsp;<br>Broadly speaking, to all three cases applies what film critic and scholar Meena Pillai argues in her work on Malayalam (Kerala) cinema:</p>



<p>&#8222;As earlier notions of kinship and identity based on clans, natal homes and blood relations disintegrated with the rise of industrialization, spread of Western education and more individualistic and capitalistic modes of production and consumption, there was a need for forms of art and thoughts that could bring together the newly liberated individuals and mobilize them into a new collective. Cinema was inextricably caught in this task of imagining a stable and viable national/subnational community.&#8220; (Raghavendra&nbsp; 2017, 267)</p>



<p>What is more, the rise and global reach of a self-sustaining, market driven cinema industry coincides in all three cases with the emergence and consolidation of or the transition to liberal democracy. As historians Bipan Chandra, Mridula Mukherjee and Adiya Mukerjee argue, the mass movement of resistance against colonial rule in the 19th and 20th centuries in India was “influenced deeply by democratic thought and traditions of the Enlightenment” and “succeeded in making democracy and civil liberty basic elements of the Indian political ethos”, establishing India as the largest democracy in the world after its liberation from British rule in 1947. (Chandra, Mukherjee, Mukherjee 2008, 28) While governed by authoritarian rulers and military dictatorships until the 1980s and 1990s, both South Korea and Nigeria have since evolved into relatively stable liberal democracies, if by liberal democracy we understand a political system in which parties loose elections and accept the result, and in which no section or fraction of society dominates the political system permanently at the expense of other sections. (Lefort 1991) </p>



<p>These parallel histories are all the more remarkable as they unfold against the backdrop of a growing sense of crisis of Western liberal democracy. In the United States, for instance, still the dominant player in the global economy of cinema, this crisis plays out as a conflict between two competing visions of egalitarianism and two concomitant and mutually exclusive conceptions of democracy: an inclusive democracy based on the notion of the continuous expansion of equal civil rights, and an exclusive, ethnic or racial democracy in the tradition of John C. Calhoun and Andrew Jackson, in which equality is  the equality of “white” people, combined with the selective attribution and revocation of civil rights based on ethnicity. One can argue that this conflict, which has marked the history of American Democracy since the 1830 and through the Civil War, Reconstruction and the Civil Rights Movement of the 1960s, has now engulfed the American political system in its entirety, with Barack Obama, the first black president, being the emblematic figure of the first and Trump, who replaced the portrait of president Lincoln in the Oval Office with a portrait of Andrew Jackson, the epitome of the second type of mass democracy. One can further argue that since its inception, and particularly since the emergence of the feature film, cinema has been a privileged site for the articulation of this conflict. The first full-length feature film produced in American, D.W. Griffith’s “Birth of a Nation” from 1914, celebrates the creation of the Ku Klux Klan, while the representation, or rather – non-representation – of non-“white” people in American cinema has been a matter of contention and public debate throughout the 20th century.</p>



<p>Against the backdrop of the literature on questions of representation and the experience of mass democracy in American cinema, and drawing on more recent work on non-Western cinemas, this project looks at the three cases of India, South Korea and Nigeria in a comparative perspective and inquires into the relationship of cinema and democracy under the conditions of a globalized economy. The exploratory claim of the project is that, rather than contributing to a process of “undoing the demos”, cinema, through its broad appeal and wide reach, has a privileged role in configuring the <em>demos</em> in modern democracies, dramatizing the conflict and articulating the potentials, but also the pathologies of modern democratic polities.</p>



<p><strong>References</strong><br>Chandra, Bipan, Mridula Mukherjee, Aditya Mukherjee, India Since Independence. Revised and Updated edition, New Delhi: Penguin India 2008, 28.<br>Lefort, Claude, Democracy and Political Theory, Cambridge: Polity Press 1991.<br>Raghavendra, M.K.&nbsp; (ed.), Beyond Bollywood. The Cinemas of South India, New Dehli: Harper Collins India 2017, 267.</p>



<p><strong>Configuring the Demos: Cinema, the Global Digital Economy, and the Crisis of Democracy<br></strong><em>International Conference</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nach dem Eurozentrismus. Das Neudenken Europas hat erst begonnen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 16:29:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsschwerpunkt 1]]></category>
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					<description><![CDATA[Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Bernhard Jussen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Nach dem Eurozentrismus. Das Neudenken Europas hat erst begonnen</h2>



<p><em>Internationale Autorenworkshops</em></p>



<p>Projektverantwortlicher:<strong>&nbsp;Prof. Dr. Bernhard Jussen</strong></p>



<p><strong>Projektbeschreibung</strong></p>



<p>Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Diskussion – im Prinzip – allgegenwärtig: Lateineuropa oder „der Westen“ können nicht länger globale Deutungshoheit beanspruchen, Provincializing Europe ist – wiederum: im Prinzip – die intellektuelle wie politische Herausforderung. „Die Moderne“ gilt nur mehr als eine unter multiple modernities im Rahmen einer Welt-Neuordnung, für die sich nach dem Ende des Kalten Krieges in rasantem Tempo das Programmwort post colonial durchgesetzt hat. Auch das zutiefst in der sogenannten „Aufklärung“ verwurzelte Säkularisierungsparadigma, also die zur Selbstverständlichkeit gewordene Hypothese der immer weiter fortschreitenden Säkularisierung, gilt längst als – selbst für den „Westen“ – nicht mehr brauchbare Prognose. Kurz, der Denkrahmen, der fast alle historischen und kulturellen – damit auch politischen und ökonomischen – Deutungen gesteuert hat, ist dysfunktional geworden. Weder Wissenschaft noch Politik bezweifeln, dass wir die fundamentale Neuorganisation jener Welt erleben, die seit dem Beginn der europäischen Expansion im 16. Jahrhundert global durchgesetzt worden ist. Ihre aktuelle Transformation in eine post-eurozentrische (oder postwestliche) Ordnung ist der klassische Fall eines Paradigmenwechsels.</p>



<p>Soweit der Konsens. Aber was bedeutet diese prinzipiell breit geteilte Einsicht im Einzelnen? Wie steht es um die Arbeit an den praktischen und – für die Wissenschaft vornehmlich – konzeptuellen Konsequenzen? Welche Wissensareale sind betroffen, wie werden sie reorganisiert?</p>



<p>In einigen Feldern ist die Neukonzeption inzwischen ein breites öffentliches Thema – so in der Diskussion um Restitution von Kulturgütern aus ehemaligen Kolonien, um die Revision des westlichen Kunstbegriffs, um die zum globalen Prinzip gemachten westlichen Formate des Politischen. In vielen anderen Feldern sind Neukonzeptionen aber noch Randerscheinungen, so etwa bei der Deutung der Geschichte des lateinischen Europa, mithin auch bei der universitären Organisation von Forschung und Studium in den Geisteswissenschaften. Wenn man Geschichte, Germanistik oder Kunstgeschichte studiert, zum Beispiel des „Mittelalters“, muss dann tatsächlich die Geschichte des „Europa als Weltprovinz“ anders aussehen als jene Geschichte Europas, die noch unserer Lehrer für selbstverständlich hielten? Natürlich muss sie anders aussehen. Aber bislang kommen Studierende problemlos durch, ohne mit den fundamentalen Erkenntnisproblemen post-eurozentrischer Humanities in Berührung zu kommen. Wie kann das sein – eine ganze Generation nach dem Ende des Kalten Krieges?</p>



<p>Ziel des Projektes „Nach dem Eurozentrismus“ ist – zunächst mit Blick auf den Gegenstand „Europa“ – eine systematische Zusammenschau der in den Geistes- und Sozialwissenschaften betroffenen Wissensfelder und Deutungskategorien, des jeweiligen Diskussionsstandes und des Standes der institutionellen Reorganisation (Denominationen, Curricula, Umgang mit Museumssammlungen usw.). Es geht dabei um die Argumentationsgrundlage für wissenschafts-, erziehungs-, kulturpolitische Interventionen.</p>



<p><strong>Autorenworkshops</strong></p>



<p><em>Workshop</em><br>&#8222;<strong>Posteurozentrismus</strong>&#8222;<br>8. November 2019, Frankfurt am Main</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Staat&#124;Gesellschaft. Neue Perspektiven auf ein krisenhaftes Verhältnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 16:28:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsschwerpunkt 1]]></category>
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					<description><![CDATA[Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Christoph Menke]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Staat|Gesellschaft. Neue Perspektiven auf ein krisenhaftes Verhältnis</h2>



<p><em>Veranstaltungsreihe</em></p>



<p>Projektverantwortlicher:&nbsp;<strong>Prof. Dr. Christoph Menke</strong></p>



<p><strong>Projektbeschreibung</strong></p>



<p>Dass das Verhältnis von Staat und Gesellschaft in der Krise ist, scheint als ausgemacht zu gelten. Die überkommene Gestalt politischer Institutionen, insbesondere der Nationalstaat, hat in den westlichen Gesellschaften weitgehend an Funktionsfähigkeit eingebüßt. Das betrifft nicht nur die politische Regulierungsfähigkeit gegenüber einer global integrierenden Wirtschaft, sondern zeigt sich auch darin, dass aktuelle politische Herausforderungen – wie etwa die sogenannte „Flüchtlingskrise“ und der Klimawandel – den nationalstaatlichen Rahmen sprengen. Diese Krise der Staatlichkeit äußert sich auch als Erosion der Demokratie, da demokratische Selbstbestimmung und Repräsentation bisher vornehmlich in nationalstaatlichen Institutionen organisiert sind. So werden etwa das Auseinanderfallen der Volksparteien, ein erstarkender, besonders rechtsnationaler und fremdenfeindlicher Populismus, die Auflösung der Zivilgesellschaft sowie der Vertrauensverlust gegenüber demokratischen Institutionen diagnostiziert.</p>



<p>An diese Krisendiagnosen möchte das Projekt anknüpfen. Die Ausgangsthese lautet dabei, dass die genannten Krisenphänomene auf ein grundlegendes Problem hinweisen, das den modernen Begriff des Staates selbst betrifft. Dabei handelt es sich um das Verhältnis von Staat und Gesellschaft, in dem der Staatsbegriff erst seine Bestimmung erfährt. Dieses Verhältnis konstituiert seine Relata – außerhalb desselben gibt es weder Staat noch Gesellschaft – und darin ist es zugleich wesentlich instabil und krisenhaft: Es bringt seine beiden Seiten als zwei Entitäten hervor, die sich gegeneinander verselbstständigen und daher jeweils mit der anderen (und dadurch mit dem Verhältnis, das sie konstituiert) im Konflikt stehen. </p>



<p>Eine Reaktion auf diese Krise besteht darin, die Staat-Gesellschaft-Differenz selbst zurückzuweisen. Das geschieht etwa in Entwürfen zu einer Verfassung nach dem Staat: als „dynamisches Verfassungsverständnis“ (Habermas), „horizontale Konstitutionalisierung“ (Joerges) oder als „Globalverfassung“ (Fischer-Lescano). Ihnen ist gemeinsam, dass sie an die Stelle der Organisation des Sozialen durch den Staat Modelle der Selbstorganisation des Sozialen stellen. Das Projekt soll erörtern, welche Konsequenzen die Aufgabe der Staat-Gesellschaft-Differenz und damit die Zurücknahme des Staates in die Gesellschaft für die Idee politischer Freiheit haben. Die Hypothese lautet dabei, dass durch die Vereinseitigung des Politischen auf die selbstorganisierenden und -regulierenden Kräfte des Sozialen nicht mehr beantwortet werden kann, wie politische Freiheit in ihrer spezifischen Normativität – den Ideen der Allgemeinheit, Gleichheit und Solidarität – im Sozialen Wirksamkeit erlangen kann. Gerade um die Normativität des Politischen im Sozialen geltend machen zu können, bedarf es eines Denkens der Differenz des Politischen gegenüber dem Sozialen. Um diese These zu begründen, wird sich das Projekt insbesondere die Frage nach der spezifischen Existenz- und Operationsweise der Gesellschaft stellen, die ebenso in den eingangs genannten Krisendiagnosen wie in den soeben genannten Relativierungen der Staat-Gesellschaft-Differenz eigentümlich unanalysiert bleibt. Mit der – in der Hypothese formulierten – Differenz des Politischen gegenüber dem Sozialen geht daher zugleich und umgekehrt die Differenz des Sozialen gegenüber dem Politischen einher. Beide Differenzen müssen in ihrer Spannung zusammengedacht werden; sie bilden die Gelingensbedingung politischer Freiheit.</p>



<p><strong>Veranstaltungen<br></strong><br><em>Workshop<br>6. Juni 2019, 15 Uhr</em><br><strong>&#8222;Politik in der Zeit der Legitimitätskrise: warum Carl Schmitt heute lesen, und wie?&#8220;</strong><br>Mit<strong> Jean-François Kervégan</strong> (Université Paris, Panthéon-Sorbonne)</p>



<p><em>Workshop<br>11. Juli 2019, 16 Uhr</em><br><strong>Der privatrechtliche Diskurs der Moderne revisited</strong><br>Mit <strong>Marietta Auer</strong> (Gießen)</p>



<p><em>Workshop</em><br><em>28. November 2019, 15 Uhr</em><br><strong>„Das Finanzregime“</strong><br>Mit <strong>Joseph Vogl</strong> (HU Berlin)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Geschichte und Kritik: systematische und methodische Ressourcen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 16:27:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsschwerpunkt 1]]></category>
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					<description><![CDATA[Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Martin Saar]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">„Geschichte und Kritik: systematische und methodische Ressourcen“</h2>



<p><em>Tagung, Workshop, Publikationen</em></p>



<p>Projektverantwortlicher:<strong>&nbsp;Prof. Dr. Martin Saar</strong></p>



<p><strong>Projektbeschreibung</strong></p>



<p>Die Forschungsperspektive mit dem Titelbegriff „Normative Ordnungen“ richtet sich auf soziale und politische Ordnungsgefüge, um deren Macht- und Herrschaftsfunktion einerseits, ihre Geltungs- und Legitimationsweise andererseits zu analysieren und zu erläutern. In diesem Forschungszusammenhang werden bestimmte Ordnungen daraufhin untersucht, wie sie faktisch oder effektiv Ordnung herstellen und wie sie zugleich Legitimität beanspruchen oder Rechtfertigungsgründe bereitstellen. Das methodische Verbinden der beiden Perspektiven („von außen“ auf Ordnungsbildung und „von innen“ auf Geltung oder Sinn) kann dabei auch die besondere Seinsweise des Sozialen und Politischen aufschließen: Es ist nie einfach nur da, sondern immer auch schon in bestimmten Narrativen, Bilder, Diskursen erzählt, gedeutet und mit Wert versehen. Jede materiale, spezifische Analyse und auch jede Zurückweisung einer bestimmten Ordnungsform werden also auf beiden Ebenen operieren müssen, auf der Ebene der Beschreibung faktischer Ordnungs- und Herrschaftseffekte und auf der Ebene der Explikation sinn- und werthafter Begründungseffekte. Und sie werden versuchen, den internen Zusammenhang der beiden Ebenen zu beschreiben.<br>Was diese Ausgangsentscheidung methodologisch oder grundbegrifflich heißt, wird seit längerem im Rahmen einer Theorie der normativen Ordnungen und ihrer Rechtfertigungsdiskurse und –narrative erforscht, wobei unterschiedliche theoretische Ressourcen, oft disziplinenabhängig, genutzt worden sind. In diesem Teilprojekt „Geschichte und Kritik“ soll ein Beitrag zu diesen Grundlagenfragen erarbeitet werden, der sich aus dem Durchgang durch zwei Theorietraditionen ergibt, die, wenn man sie auf die Perspektive „Normative Ordnungen“ zuspitzt, enorm hilfreich sein können. Beide spielten in den vergangenen Jahren eine Rolle, waren aber nicht immer direkt Gegenstand einer isolierten methodologischen Betrachtung. Erstens sollen – im Anschluss an etliche Veranstaltungen der vergangenen Jahre – neuere Beiträge aus der Kritischen Theorie jüngerer Prägung in ihrem politisch-theoretischen Teil, nämlich als Analyse und Kritik heutiger, demokratischer Herrschaftsformen, auf ihre Verfahren und begrifflichen Mittel befragt werden. Zweitens soll die hiervon doch recht divergierende Perspektive einer historischen Macht-, Wissens- und Selbstgeschichte, wie sie Michel Foucault verfolgt hat, auf ihre methodische Aktualität und Leistungsfähigkeit gefragt werden. In beiden Hinsichten verfolgt das Projekt „Geschichte und Kritik“ die Leitfrage, mit welchen theoretischen und begrifflichen Mitteln eine Analyse und Problematisierung heutiger und zukünftiger normativer Ordnungen ausgestattet sein kann und sollte.</p>



<p><strong>Öffentlicher Workshop: Philosophie, Kritik, Geschichte: Foucaults historisch-philosophische Praxis</strong> (organisiert gemeinsam mit Dr. Frieder Vogelmann)<br>30. und 31. Juli 2019</p>



<p><strong>Tagung „Kritische Theorie der Politik“</strong><br>1. November 2019</p>



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		<title>„Materiale Gleichheit“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 16:27:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsschwerpunkt 1]]></category>
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					<description><![CDATA[Projektverantwortliche: Prof. Dr. Ute Sacksofsky in Kooperation mit Prof. Dr. Anna Katharina Mangold]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">„Materiale Gleichheit“</h2>



<p><em>Interdisziplinäre und internationale Tagung</em></p>



<p>Projektverantwortliche:<strong>&nbsp;Prof. Dr. Ute Sacksofsky</strong>&nbsp;in Kooperation mit&nbsp;<strong>Prof. Dr. Anna Katharina Mangold</strong></p>



<p><strong>Projektbeschreibung</strong><br><br>In unterschiedlichen Verständnissen von Gleichheit kulminieren derzeit Konflikte darum, was in einer Demokratie notwendige Bedingungen gedeihlichen Zusammenlebens sind. Während populistische Bewegungen substanzhaft-homogenen Gleichheitsvorstellungen anhängen, pochen historisch exkludierte Personengruppen auf ihre Gleichberechtigung und fordern gleiche Rechte ein, und zwar nicht nur formal, sondern auch tatsächlich.<br><br><em>Rechtshistorische</em>&nbsp;Studien zeichnen nach, wie anfänglich formale Gleichheitsvorstellungen allmählich um materiale Gleichheitsverständnisse ergänzt werden. In&nbsp;<em>philosophischer</em>&nbsp;Perspektive bedeuten solche materialen Gleichheitskonzepte eine deutliche Komplexitätssteigerung, nicht zuletzt, weil sie die Gerechtigkeitsfrage wesentlich differenzierter aufwerfen. Zudem sind materiale Gleichheitsbegriffe von vornherein „intersektional“ zu denken, wie die&nbsp;<em>Geschlechterstudien</em>&nbsp;herausgearbeitet haben, und rücken damit interne Hierarchisierungen innerhalb kategorial bestimmter Personengruppen in den Blick.&nbsp;<br><br>Materiale Gleichheitskonzepte stellen&nbsp;<em>rechtswissenschaftliche</em>&nbsp;Konzepte von Gleichheit vor große methodische Herausforderungen, weil der Blick auf die relevanten Normen ergänzt werden muss um den Blick auf die Auswirkungen dieser Normen in der Lebenswirklichkeit der betroffenen Personen und Personengruppen. Eine rein rechtsinterne, normzentrierte Betrachtung wird mit&nbsp;<em>sozialwissenschaftlichen</em>&nbsp;Wissensbeständen konfrontiert und muss um diese ergänzt werden, um unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Personengruppen sichtbar zu machen. Die&nbsp;<em>Rechtspraxis</em>&nbsp;wiederum reagiert mit der Entwicklung neuer dogmatischer Figuren, die eine Abbildung der komplexeren Gleichheitsverständnisse in rechtlichen Verfahren erlauben. Zu nennen sind insbesondere die mittelbare Diskriminierung, der Anspruch auf angemessene Vorkehrungen und Gleichstellungsmaßnahmen.&nbsp;<br><br>Die Tagung bringt deutschsprachige Expert*innen zusammen, um in systematischer Weise über diese Entwicklungen und verschiedene disziplinäre Perspektiven auf materiale Gleichheitsverständnisse zu sprechen.</p>



<p><em>Internationale Tagung</em><br><strong>Materiale Gleichheit</strong><br>14. und 15. November 2019, Frankfurt am Main</p>



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