<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Forschungsfeld 2 &#8211; Normative Orders</title>
	<atom:link href="https://normativeorders.net/category/forschungsprojekte-2012-2017/die-dynamik-normativer-ordnungen-umbruch-wandel-kontinuitaet/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://normativeorders.net</link>
	<description>Forschungszentrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main</description>
	<lastBuildDate>Fri, 25 Apr 2025 16:13:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.6.5</generator>

<image>
	<url>https://normativeorders.net/wp-content/uploads/2024/12/cropped-NrmOrd-Logo_twit-150x150.png</url>
	<title>Forschungsfeld 2 &#8211; Normative Orders</title>
	<link>https://normativeorders.net</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Arenen des Immateriellen: Akteure im Spannungsfeld divergierender Normen des geistigen Eigentums in Afrika</title>
		<link>https://normativeorders.net/arenen-des-immateriellen-akteure-im-spannungsfeld-divergierender-normen-des-geistigen-eigentums-in-afrika/</link>
					<comments>https://normativeorders.net/arenen-des-immateriellen-akteure-im-spannungsfeld-divergierender-normen-des-geistigen-eigentums-in-afrika/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 16:11:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsfeld 2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reverent-antonelli.23-88-7-78.plesk.page/?p=3965</guid>

					<description><![CDATA[Projektleitung: Prof. Dr. Mamadou Diawara]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Arenen des Immateriellen: Akteure im Spannungsfeld divergierender Normen des geistigen Eigentums in Afrika</h2>



<p><strong>Projektleitung:</strong> Prof. Dr. Mamadou Diawara</p>



<p>Das Projekt untersuchte die geschichtliche Entwicklung der Rechte am geistigen Eigentum in Afrika sowie deren Umsetzung durch lokale Akteure im Kontext zunehmender globaler Mobilität. Es verfolgte, wie sich der rechtliche Rahmen des geistigen Eigentums konkret im Feld artikuliert, wie die Akteure vor Ort diese Rechtsnormen umsetzen und wie sich diese verändern, wenn die Akteure mit ihnen arbeiten und sie den lokalen Praxen und ihren Interessen anpassen. Das Projekt analysierte das Spannungsfeld, in dem sich die international angleichenden Rechtsnormen zum Schutz des geistigen Eigentums befinden, wenn sie auf etablierte Rechtsformen vor Ort und das lokale Rechtsempfinden treffen. Konkret sollte herausgefunden werden, in welchem Umfang sich die verschiedenen Normen des geistigen Eigentums (z.B. Autorenrecht, Copyright, Patente, Markenrecht, Folklore, Schutz lokalen Wissens) etablieren konnten, in welcher lokalen Gemengelage sie jeweils eine Rolle zu spielen beginnen, und welche komplexen lokalen Beziehungsgeflechte involviert sind, welche für die mehr oder weniger erfolgreiche Umsetzung eine Rolle spielen.</p>



<p>Das Markenrecht und das Autorenrecht finden als „products of modernity“ oder „travelling models“ in einem andauernden Prozess Eingang in afrikanische Gesellschaften. Um diesen Prozess zu verstehen, ist es wichtig, die Bedingungen der Wirkmächtigkeit von Normen in der Realität gesellschaftlicher Verhältnisse zu untersuchen. Sofern die Regeln als von außen kommend wahrgenommen werden, folgen die individuellen Akteure diesen nur insofern als diese Regeln für sie von direktem Vorteil sind und fordern vom Staat den effektiven Schutz ihrer Rechte. Doch um dies zu tun, wäre der Staat auf ihre Mitarbeit angewiesen. Gleichzeitig folgen auch die Repräsentanten des Staats nicht unbedingt den eingeführten Regeln, da sie ebenso individuelle Akteure mit eigenen Interessen sind. Insofern entsteht eine Spannung, die sich erst produktiv entwickeln kann, wenn die beteiligten Akteure in den Normen eine Sinnhaftigkeit erkennen. Insofern geraten die mit der Einführung des geistigen Eigentums einhergehenden Rechtfertigungsnarrative leicht mit den Interessen und dem Wissensgefälle der Akteure in Konflikt oder erscheinen ihnen vorteilhaft. Durch das selektive Aufnehmen nur bestimmter normativer Bestandteile entstehen von intrinsischen Widersprüchen geprägte, dynamische sich fortlaufend wandelnde normative Ordnungen.</p>



<p>Die Untersuchung fand aus drei Perspektiven statt: einer diachronen, einer akteurszentrierten und einer transnationalen Perspektive. Die Erarbeitung dieser drei Perspektiven geschah durch Literaturanalyse und vor allem durch Feldforschungen vor Ort in Afrika. Das Studium der lokalen Perspektive durch „dichte Teilnahme“ und interaktive Interviews ermöglicht es Ethnologen, die Sichtweise der Akteure, ihr Erleben der Normen, ihre Motive und die Begründungen für ihr Handeln zu erfassen.</p>



<p>Die Ergebnisse der Feldforschung zeigen, dass die unterschiedliche vorkoloniale Geschichte und die durch bestimmte Ideologien geprägten kolonialen und postkolonialen Regierungen gegenwärtige Eigenheiten im Umgang mit Kulturgütern in den untersuchten Ländern (Kamerun und Mali) stark geprägt haben. Die Ergebnisse verweisen dabei insgesamt auf eine Diskrepanz zwischen Norm und Realität (oder Handlungspraxis) hin, insbesondere im Hinblick auf unterschiedliche Diskurse über Piraterie. Sie verweisen auch darauf, dass die vielschichtigen Erfahrungswerte lokaler Akteure dabei eine signifikante Rolle spielen. Dies bedeutet, dass der Staat nicht mehr als neutrales Instrument der Normenumsetzung gelten kann, sondern dass staatliche wie auch die oft gut informierten lokalen Akteure jeweils nach eigenen sozial inskribierten Logiken und Interessen handeln.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigsten Veranstaltungen in diesem Projekt:</h2>



<p>Workshop: Mamadou Diawara und Ute Röschenthaler,&nbsp;<em>State regulations and Local Praxis</em>&nbsp;(mit Nachwuchswissenschaftlern aus Afrika und Deutschland), Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 14.–18. und 27.–28. Juli 2014.</p>



<p>Symposium: Who owns the praise? Oral literature, cultural norms and rights in artistic productions in Africa (zum 60. Geburtstag von Mamadou Diawara, veranstaltet von Ute Röschenthaler und Matthias Grubera), Lautertal, 9. Mai 2014. &nbsp;</p>



<p>Konferenz:&nbsp;<em>How does transnational mobility transform cultural production? Informality and remediation in African popular cultures</em>&nbsp;(organisiert von Ute Röschenthaler, Alessandro Jedlowski, Patrick Oloko und Ibrahima Wane), Point Süd&nbsp; in Ouagadougou, Burkina Faso, 4.–10. Januar 2013.</p>



<p>Internationale Konferenz:&nbsp;<em>Intellectual Property, Normative Orders and Globalisation</em>, Teil 2, (organisiert von Mamadou Diawara und Ute Röschenthaler), in Kooperation mit ZIAF, Forschungskolleg Bad Homburg, 2.–4. Juni 2011.</p>



<p>Internationaler Workshop:&nbsp;<em>Intellectual Property, Normative Orders and Globalisation</em>&nbsp;(organisiert von Mamadou Diawara und Ute Röschenthaler), in Kooperation mit ZIAF, Forschungskolleg Bad Homburg, 2.–4. Dezember 2010.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigsten Publikationen in diesem Projekt:</h2>



<p>*Röschenthaler, Ute: „Copying, branding, and the ethical implications of rights in immaterial cultural goods”, in: N. A. Mhiripiri und T. Chari (Hg.):&nbsp;<em>Media Law, Ethics, and Policy in the Digital Age</em>, Hershey, Pennsylvania: IGI Global, 2017, S. 101–121.</p>



<p>*Röschenthaler, Ute und Mamadou Diawara (Hg.):&nbsp;<em>Copyright Africa: How Intellectual Property, Media and Markets Transform Immaterial Cultural Goods</em>. Canon Pyon: Sean Kingston Publishing, 2016.</p>



<p>Diawara, Mamadou und Ute Röschenthaler (Hg.):&nbsp;<em>Competing Norms: State Regulations and Local Practice</em>&nbsp;(Normative Orders Bd. 19), Frankfurt am Main: Campus, 2016.</p>



<p>*Diawara, Mamadou : „’La bibliothèque coloniale’, la propriété intellectuelle et la romance du développement en Afrique“,&nbsp;<em>Canadian Journal of African Studies</em>48(3), 2014, S. 445–461.</p>



<p>Diawara, Mamadou: „Justice in whose name: The domestication of copyright in Sub-Saharan Africa”, in: Gunther Hermann (Hg.):&nbsp;<em>Justice and Peace. Interdisciplinary Perspectives on a Contested Relationship</em>, Frankfurt am Main/New York: Campus Verlag, 2013, S. 140–162.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Personen in diesem Projekt:</h2>



<p><strong>Projektleitung / Ansprechpartner</strong></p>



<p>Diawara, Mamadou, Prof. Dr.</p>



<p><strong>Projektmitarbeiter</strong></p>



<p>Röschenthaler, Ute, Apl. Prof. Dr.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://normativeorders.net/arenen-des-immateriellen-akteure-im-spannungsfeld-divergierender-normen-des-geistigen-eigentums-in-afrika/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Normativität formalen Wissens: Exakte Wissenschaften, Gleichheit und situierter Universalismus im 18. Jahrhundert</title>
		<link>https://normativeorders.net/die-normativitaet-formalen-wissens-exakte-wissenschaften-gleichheit-und-situierter-universalismus-im-18-jahrhundert/</link>
					<comments>https://normativeorders.net/die-normativitaet-formalen-wissens-exakte-wissenschaften-gleichheit-und-situierter-universalismus-im-18-jahrhundert/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 15:52:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsfeld 2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reverent-antonelli.23-88-7-78.plesk.page/?p=3963</guid>

					<description><![CDATA[Projektleitung: Prof. Dr. Moritz Epple]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Die Normativität formalen Wissens: Exakte Wissenschaften, Gleichheit und situierter Universalismus im 18. Jahrhundert</h2>



<p><strong>Projektleitung:</strong> Prof. Dr. Moritz Epple</p>



<p>Das Projekt untersucht das Zusammenspiel von formalem Wissen und der Formulierung normativer Positionen in der europäischen Aufklärung anhand des französischen Enzyklopädisten Jean d’Alembert. Ziel ist die Herausgabe einer kommentierten Übersetzung seiner Schrift „Essai sur les Éléments de Philosophie“, die drei interpretierende Essays zu den Aspekten ‚Naturwissenschaft‘, ‚Moralphilosophie‘ und ‚Epistemologie‘ umfassen wird. Im Zentrum des Interesses liegt die Allianz zwischen den an Einfluss gewinnenden mathematischen Wissenschaften und den sensualistisch-materialistischen epistemologischen Positionen der Zeit einerseits, mit bestimmten politischen Strömungen der Aufklärung andererseits. So wird etwa in der Diskussion, welches Wissen Gewissheit (certitude) beanspruchen kann, nicht nur Wissen selbst definiert, sondern gleichzeitig jede Art von Metaphysik abgelehnt. Damit werden nicht nur epistemologische Fragen beantwortet, sondern religiöse und traditionelle Geltungsansprüche abgelehnt. Dies verbindet D’Alembert mit Schlussfolgerungen über diejenige Gesellschaftsordnung, die auf einem solchen Wissen aufruht: Aus dem anthropologischen Gesetz der Selbsterhaltung eines auf Gesellschaft angewiesenen Wesens folgt für ihn eine radikale Umverteilungspolitik, solange in einer Gesellschaft Luxus und Armut koexistieren. &nbsp;</p>



<p>Die Untersuchung zieht eine Verbindungslinie von epistemologischen Fragestellungen und Positionen zu normativen, gesellschaftspolitischen Ordnungsvorstellungen. Sie liefert so einen historischen Beitrag zum Verständnis der zentralen Rechtfertigungsbegriffe von Gleichheit und Gerechtigkeit, die im Cluster behandelt werden. Die in diesen Begriffen enthaltene Ambivalenz gibt Aufschluss über normative Konflikte, die sich in der Durchsetzung der Gerechtigkeitsvorstellungen ereignen.</p>



<p>Die Übersetzung und Kommentierung des Essays erfolgt in enger Kooperation mit dem französischen Herausgeberteam der Œuvres von D’Alembert und der französischen Forschungsgruppe „Groupe d’Alembert“ (Pariser Académie des sciences). Wissenstransfers fanden bei Vorträgen, Kooperations- und Arbeitstreffen in Lyon, Paris, Montpellier, Göttingen und in Marseille / Luminy statt. Dort konnte auch Christophe Schmit gewonnen werden, der einen einmonatigen Aufenthalt in Frankfurt absolvierte. Die Projektarbeit wird von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dagmar Comtesse geleistet, die im Laufe der zweiten Förderperiode ihre Promotion im Fach Philosophie absolviert hat. Bei der Revision der Übersetzung hilft die bilinguale wissenschaftliche Hilfskraft Céline Volders. Momentan wird das Manuskript fertig gestellt und beim Meiner-Verlag eingereicht.</p>



<p>Während der zweiten Förderperiode konnte die Arbeitsthese weiter entwickelt werden, dass sich ein Zusammenhang zwischen D’Alemberts epistemologischer Perspektive auf formale Wissenschaften und seinem Konzept einer&nbsp;<em>science morale</em>entwickeln lässt. Dieser Zusammenhang wurde von Moritz Epple in mehreren Vorträgen und Veröffentlichungen am Begriff der ‘Gleichheit’ entfaltet. Außerdem zeichnet sich aus der Bearbeitung der praktischen Philosophie D’Alemberts der Entwurf eines größeren Forschungsprojektes zur Politischen Philosophie der&nbsp;<em>Encyclopédie</em>&nbsp;ab. Beide Zwischenergebnisse ziehen eine Verbindungslinie von epistemologischen Fragestellungen und Positionen zu normativen, gesellschaftspolitischen Ordnungsvorstellungen.</p>



<p>Die Ergebnisse des Projekts wurden auch vorgestellt von Dagmar Comtesse auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Philosophie (DGPhil) im September 2014 in Münster. Der Vortragstitel lautete: „Die Politische Philosophie der Encyclopédie.“ Im Oktober 2017 wird Dagmar Comtesse weitere Ergebnisse vorstellen im Rahmen der internationalen Konferenz zur 300-Jahrfeier D’Alemberts an der Université Montpellier. Der Titel Ihres Vortrags lautet: „D’Alembert dans les débats de son temps“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigsten Publikationen in diesem Projekt:</h2>



<p>Comtesse, Dagmar und Moritz Epple:&nbsp;<em>Jean D’Alembert: Versuch über die Elemente der Philosophie</em>, i.E.</p>



<p>Comtesse, Dagmar und Moritz Epple: „Between Appropriation and Rejection: Translating D’Alembert into German”, and „D’Alembert on Translation&#8220;, in: A. Guilbaud/C. Schmit (Hg.): Tercentenary of Jean Le Rond D’Alembert’s Birth (1717–1783).&nbsp;<em>A Review of the Latest Research</em>, Sonderheft des Journal Centaurus, i.E.</p>



<p>Comtesse, Dagmar: „Religion, Religionskritik, Zivilreligion und Revolution”, in: Franziska Flügel-Martinsen (Hg.):&nbsp;<em>Staatsverständnisse in Frankreich</em>, Baden-Baden: Nomos, i.E.</p>



<p>*Epple, Moritz: „Ulikhet, grenser og alliansen mellom de lærde og de store: Utidssvarende betraktninger fra en encyclopedist“, in: ARR –&nbsp;<em>Idéhistorisk Tidsskrift</em>&nbsp;4, 2015, (= Liv, Arr, idéhistorie: Festtidskrift til Espen Schaanning), 2015, S. 27–49.</p>



<p>Epple, Moritz und Dagmar Comtesse: „Auf dem Weg zu einer Revolution des Geistes? Jean d’Alembert als Testfall&#8220;, in: A. Fahrmeir und A. Imhausen (Hg.):&nbsp;<em>Die Vielfalt normativer Ordnungen: Konflikte und Dynamik in historischer und ethnologischer Perspektive</em>, Frankfurt am Main: Campus, 2013, S. 21–47.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Personen in diesem Projekt:</h2>



<p><strong>Projektleitung / Ansprechpartner</strong></p>



<p>Epple, Moritz, Prof. Dr.</p>



<p><strong>Projektmitarbeiter</strong></p>



<p>Comtesse, Dagmar, Dr.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://normativeorders.net/die-normativitaet-formalen-wissens-exakte-wissenschaften-gleichheit-und-situierter-universalismus-im-18-jahrhundert/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ikonologie der Geschichtswissenschaft. Zur bildlichen Formierung historischen Denkens in der Moderne</title>
		<link>https://normativeorders.net/ikonologie-der-geschichtswissenschaft-zur-bildlichen-formierung-historischen-denkens-in-der-moderne/</link>
					<comments>https://normativeorders.net/ikonologie-der-geschichtswissenschaft-zur-bildlichen-formierung-historischen-denkens-in-der-moderne/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 15:52:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsfeld 2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reverent-antonelli.23-88-7-78.plesk.page/?p=3960</guid>

					<description><![CDATA[Projektleitung: Prof. dr. Andreas Fahrmeir und Prof. Dr. Bernhard Jussen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Ikonologie der Geschichtswissenschaft. Zur bildlichen Formierung historischen Denkens in der Moderne</h2>



<p><strong>Projektleitung:</strong> Prof. dr. Andreas Fahrmeir und Prof. Dr. Bernhard Jussen</p>



<p>Das Projekt untersucht, wie massenhaft verbreitete Medien der historischen Bildung – Schul-, Hand- und Lehrbücher, aber auch Reklamesammelbilder – ihre Narrative durch den Einsatz von Bildern artikulieren. Im Mittelpunkt des Interesses stehen die erstaunlich stabilen Kontinuitäten der eingesetzten Bilder, ferner die starken nationalen Differenzen selbst bei der Visualisierung gemeinsamer Geschichte. Dazu wird einerseits eine Software entwickelt, um die sehr umfangreiche historische Bilddatenbank automatisiert auszuwerten (Paul Warner). Andererseits wird das Massenbild-Corpus serieller Bildquellen qualitativ ausgewertet (Judith Blume).</p>



<p>Kollektive Identitäten und ihre historischen Rechfertigungs- und Entwicklungsnarrative werden in besonderem Maß von ständig reproduzierten Bildern oder Bildthemen geformt. Bebilderungen strukturieren die Erzählungen und dominieren das Erinnern. So sind Entstehungsbedingungen und Kanonisierungsprozesse dieser Bildnarrative ein exponiertes, in fast allen Gesellschaften vorkommendes Phänomen, an dem sich die Formierung und Persistenz von Rechtfertigungsnarrativen vergleichend über den gesamten Zeitraum der Moderne beobachten lässt. Ein Alleinstellungsmerkmal dieses ebenso alltäglichen wie allgegenwärtigen Phänomens ist, dass es immer noch in hohem Maß an nationale Rahmen gebunden bleibt.<br>Das Projekt wurde im wesentlichen von der Promovendin Judith Blume betreut, die zusammen mit studentischen Mitarbeiterinnen einen Bildbestand von ca. 100.000 Illustrationen aufbereitet und für eine öffentlich zugängliche, webbasierte Datenbank vorbereitet hat. Ihre Monographie „Wissen und Konsum. Eine Geschichte des Sammelbildalbums 1860-1952“ bietet die erste Gesamtdarstellung dieses kulturwissenschaftlich besonders wichtigen Materials. In einer Kombination von qualitativen und quantitativen Ansätzen demonstriert sie Verfahren zur Erforschung kollektiven Bildwissens. Mehrere Staatsexamensarbeiten haben sich dem Projektthema gewidmet, aus einer ging ein weiteres Promotionsvorhaben (Bramann) hervor, das sich mit den Bildprogrammen von Schulbüchern beschäftigt (durchgeführt an der Universität Salzburg).</p>



<p>Reges Interesse von Studierenden führte zu regelmäßigen Lehrveranstaltungen (Blume, Gorzolla, Jussen) und engem Austausch mit dem Georg Eckert Institut für Schulbuchforschung. Mit diesem und dem Max–Planck–Institut für Kunstgeschichte (Bibl. Hertziana) wird derzeit an der systematischen Internationalisierung der Materialbasis gearbeitet. Wichtige Ergebnisse wurden vom DHM Berlin publiziert und mit öffentliche Auftritten am DHI Washington, am DHI Paris, in Brandeis und am IFA der NYU vorgestellt. Für die qualitative Seite des Projekts wird aktiv die Kooperation mit Autoren und Fachdidaktik gefördert.<br>Die technische Umsetzung der Software wurde von Paul Warner in Kooperation mit IT-Spezialisten der GU vorangetrieben. Die Software wird zum Ende des Projekts in ihrem derzeit erreichten Stand publiziert.</p>



<p>Mit Blick auf die qualitativen Ergebnisse zu Bildkorpora hat die Forschung zu illustrierten „Nationalgeschichten“ sowie Reklamesammelbildalben und Schulbüchern gezeigt, dass selbst die heutigen „europäischen“ Narrative (etwa in länderübergreifenden Schulbuchprojekten wie zwischen Frankreich und Deutschland) noch in hohem Maß nationale Perspektiven weitertragen. Visuelle Narrative bleiben selbst über dramatische politische Brüche hinweg erstaunlich stabil. Exemplarisch kann dies an der Bebilderung der Karolingerzeit in Geschichts- und in Schulbüchern gezeigt werden, die z.B. in Deutschland und Frankreich sehr unterschiedlich ausfällt.</p>



<p>Mit Blick auf die Entwicklung der Software konnten eine Reihe von Problemen gelöst werden, z. B. die Kompression von Bildern ohne Effizienzverlust bei der Suche, die automatisierte Trennung von Bildern und Texten auch bei unkonventionellen Bildformen und stark stockfleckigen Vorlagen mäßiger Qualität, Einsatz von OCR bei unkonventionellen Satztypen, die Kombination von unterschiedlichen Algorithmen zum automatisierten Bildvergleich und die Möglichkeit zur Systematisierung unterschiedlicher Abbildungstypen. Nur teilweise gelöst sind derzeit die Einbindung von machine-learning Elementen in die Bildvergleichsroutinen, der Weg zu automatisierten Gesichtsvergleichen bei Portraits oder – als Fernziel – das zumindest punktuelle Überschreiten der „semantischen Barriere“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigsten Publikationen des Projekts:</h2>



<p>Blume, Judith:&nbsp;<em>Wissen und Konsum. Eine Geschichte des Sammelbildalbums 1860–1952</em>, Inauguraldissertation, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 2016.</p>



<p>Jussen, Bernhard: „Toward an Iconology of Historical Research. Approaches to Visual Narratives in Modern Scholarship”, in: C. Caraffa/T. Serene (Hg.):&nbsp;<em>The Photographic Archive and the Idea of Nation</em>, Berlin: De Gruyter, 2015, S. 141–166.</p>



<p>Jussen, Bernhard: „Plädoyer für eine Ikonologie der Geschichtswissenschaft. Zur bildlichen Formierung historischen Denkens“, in: H. Locher (Hg.):&nbsp;<em>Reinhart Koselleck. Politische Ikonologie. Perspektiven interdisziplinärer Bildforschung</em>(Transformationen des Visuellen, Schriftenreihe des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Bd. 1), München/Berlin: Deutscher Kunstverlag, 2013, S. 260–279.</p>



<p>Fahrmeir, Andreas und Annette Imhausen (Hg.):&nbsp;<em>Die Vielfalt normativer Ordnungen. Konflikte und Dynamik in historischer und ethnologischer Perspektive</em>(Normative Orders Bd. 8), Frankfurt am Main: Campus, 2013.</p>



<p>Fahrmeir, Andreas: „Zwischen Bronzestatue und Aktionskunst: Bildhafte Inszenierungen adeliger Lebenswelten in England im 19. und 20. Jahrhundert“, in: P. Scholz/J. Süßmann (Hg.):&nbsp;<em>Adelsbilder von der Antike bis zur Gegenwart</em>(Historische Zeitschrift, Beiheft 58), München/Oldenbourg, 2013, S. 99–115.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Personen in diesem Projekt:</h2>



<p><strong>Projektleitung / Ansprechpartner</strong></p>



<p>Fahrmeir, Andreas, Prof. Dr.</p>



<p>Jussen, Bernhard, Prof. Dr.</p>



<p><strong>Projektmitarbeiter</strong></p>



<p>Blume, Judith, M.A.</p>



<p>Schlicht, Helene</p>



<p>Schmidl, Petra, Dr.</p>



<p>Warner, Paul</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://normativeorders.net/ikonologie-der-geschichtswissenschaft-zur-bildlichen-formierung-historischen-denkens-in-der-moderne/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Repatriierungsforderungen im postkolonialen Diskurs: Die Restitutionspolitik ethnologischer Museen seit 1970</title>
		<link>https://normativeorders.net/repatriierungsforderungen-im-postkolonialen-diskurs-die-restitutionspolitik-ethnologischer-museen-seit-1970/</link>
					<comments>https://normativeorders.net/repatriierungsforderungen-im-postkolonialen-diskurs-die-restitutionspolitik-ethnologischer-museen-seit-1970/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 15:51:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsfeld 2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reverent-antonelli.23-88-7-78.plesk.page/?p=3958</guid>

					<description><![CDATA[Projektleitung: Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Repatriierungsforderungen im postkolonialen Diskurs: Die Restitutionspolitik ethnologischer Museen seit 1970</h2>



<p><strong>Projektleitung: </strong>Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl</p>



<p>Restitutionen geraubten Kulturguts sind in Europa in größerem Ausmaß zwar bereits nach den Napoleonischen Kriegen erfolgt, doch sollte es noch fast ein Jahrhundert dauern, bis durch die Haager Landkriegsordnung von 1907 die Beschlagnahme von Kunstgegenständen im Kriegsfall international geächtet wurde. Völker- und privatrechtlich durchgesetzt hat sich die Auffassung von der Rechtswidrigkeit solcher Handlungen und der Notwendigkeit der Restitution geraubten Kulturguts aber eigentlich erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Das durch die Haager Konvention von 1954 erweiterte Normengefüge zum Schutz kulturellen Erbes wurde mit dem Beginn der Dekolonisierung auch auf entsprechende Vorgänge in den ehemaligen europäischen Kolonien in Afrika, Asien und Ozeanien übertragen. Postkoloniale Staaten machten seither Forderungen geltend, die sich nicht nur auf die Zurückerstattung der in der Kolonialzeit geraubten und außer Landes gebrachten materiellen Kulturgüter bezogen, sondern auf alle in europäischen Sammlungen aufbewahrten Objekte von kulturhistorischer Bedeutung. Die Restitutionsforderungen waren dabei in aller Regel mit einer Revalidierung der entsprechenden Objekte verbunden. Sie wurden nun (ähnlich wie schon ein gutes Jahrhundert zuvor in den einzelnen europäischen Nationalstaaten) zu Symbolträgern ethnischer und nationaler Identität.</p>



<p>Ziel des Projekts ist es, der Frage nachzugehen, wie ethnologische und archäologische Museen im deutschsprachigen Raum auf Repatriierungsforderungen außereuropäischer Staaten reagierten, welche Objekte sie tatsächlich zurückführten, mit welchen Begründungen sie Restitutionen verweigerten und welchen Bedeutungswandel die Artefakte im Zuge ihres Transfers bzw. der um sie geführten Debatte erleben.</p>



<p>Anhand des Restitutionsdiskurses und der Rückgabepraxis lassen sich konkrete normative politische und kulturelle Konflikte zwischen westlichen und post-kolonialen Gesellschaften aufzeigen. In der völkerrechtlichen Kodifizierung der Restitutionsansprüche lässt sich die Herausbildung eines transnationalen normativen Regelwerks gewissermaßen in statu nascendi beobachten. Ein weiterer Konflikt normativer Ordnungen entsteht in der Rückgabepraxis, in der die Legitimität der Restitution und die Sorge um die Konservierung des kulturellen Erbes und der Artefakte abgewogen werden.</p>



<p>Nach einer Literaturerhebung wurden 18 Gespräche mit leitenden MuseumsmitarbeiterInnen und Beamten geführt. Ein 50-seitiger Ergebnisbericht dokumentiert die Auswertung. Die zentralen Forschungsfragen des Projekts haben in die universitäre Lehre, in Veranstaltungen des Frobenius-Instituts, in akademische Abschlussarbeiten und zwei Dissertationsprojekten Eingang gefunden. Prof. Justin Richland (Chicago) wurde eingeladen, um im Rahmen der Jensen Memorial Lectures&nbsp; über die Restitutionspolitik in den USA zu berichten.</p>



<p>Obwohl die Legitimität von Restitutionsansprüchen von Kulturobjekten von den entsprechenden Entscheidungsträgern allgemein anerkannt wird, kam es in Deutschland bisher nur zu einer geringen Zahl an Rückführungen (mit der Ausnahme menschlicher Überreste). Es herrscht Zweifel, ob die Forderungen ausschließlich von Personen erhoben werden, die als legitime Vertreter ihrer jeweiligen Gruppe auftreten, insbesondere, da Artefakte kurz nach ihrer Rückgabe wieder auf dem internationalen Kunstmarkt aufgetaucht seien. Wichtiger als die erfolgten Restitutionen selbst sind durch die Forderungen ausgelösten öffentlichen&nbsp; Diskussionen, wird durch sie doch Öffentlichkeit auf das den indigenen Völkern zugefügte Unrecht aufmerksam gemacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigsten Publikationen in diesem Projekt:</h2>



<p>Kohl, Karl-Heinz: „Der ‚Ureinwohner’ kehrt zurück. Mit Hilfe europäischer Klischees über ‚Eingeborene’ haben sich Indigene gesonderte Rechte erstritten”, in:&nbsp;<em>Welt-Sichten. Magazin für globale Entwicklung und ökumenische Zusammenarbeit</em>, 3/2017, S. 12–18.</p>



<p>Fründt, Sarah: „Return logistics – repatriation business. Managing the return of ancestral remains to New Zealand&#8220;, in: L.V. Prott, B. Hauser-Schäublin (Hg.):&nbsp;<em>Cultural Property and Contested Ownership: The Trafficking of Artefacts and the Quest for Restitution</em>, Oxford: Oxbow Books, 2016.</p>



<p>Kohl, Karl-Heinz: „Malanggan: Abbild und doppelter Tod”, in: V. Lepper/P. Deuflhard/C. Markschies (Hg.):&nbsp;<em>Räume – Bilder – Kulturen</em>&nbsp;(Forschungsberichte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 36), Berlin/Boston: Walter De Gruyter, 2015, S. 169–188.</p>



<p>*Kohl, Karl-Heinz: „The Future of Anthropology Lies in its Past”, in:<em>&nbsp;Social Research. An international Quarterly</em>&nbsp;81 (3), 2014, S. 555–570.</p>



<p>Kohl, Karl-Heinz: „Muss die Ethnologie sich schämen? In Berlin werden Forderungen laut, bei der Gestaltung des Humboldtforums solle auf Artefakte aus indigenen Kulturen verzichtet werden“,&nbsp;<em>Frankfurter Allgemeine Zeitung</em>&nbsp;vom 17. September 2014, S. N3.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Personen in diesem Projekt:</h2>



<p><strong>Projektleitung / Ansprechpartner</strong></p>



<p>Kohl, Karl-Heinz, Prof. Dr.</p>



<p><strong>Projektmitarbeiter</strong></p>



<p>Fründt, Sarah, M.A.</p>



<p>Vogel, Vanessa</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://normativeorders.net/repatriierungsforderungen-im-postkolonialen-diskurs-die-restitutionspolitik-ethnologischer-museen-seit-1970/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kaiserliche Politik und Räume der Religionen im 3. Jahrhundert</title>
		<link>https://normativeorders.net/kaiserliche-politik-und-raeume-der-religionen-im-3-jahrhundert/</link>
					<comments>https://normativeorders.net/kaiserliche-politik-und-raeume-der-religionen-im-3-jahrhundert/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 15:51:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsfeld 2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reverent-antonelli.23-88-7-78.plesk.page/?p=3956</guid>

					<description><![CDATA[Projektleitung: Prof. Dr. Hartmut Leppin]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Kaiserliche Politik und Räume der Religionen im 3. Jahrhundert</h2>



<p><strong>Projektleitung:</strong> Prof. Dr. Hartmut Leppin</p>



<p>Das Projekt stellt einen Beitrag zum neuen Forschungsschwerpunkt „Post/Säkularismus“ dar. Die Fragen, die die Postsäkularismus-Debatte aufwirft, erscheinen auch für die Alte Geschichte aufschließend, obgleich die Diskussion von den Gegenwartsgesellschaften ausgeht. Denn sie reflektiert das Problem des Verhältnisses von Religion und öffentlichem Raum und dessen Wandel, das eine epochenübergreifende Bedeutung besitzt.&nbsp;<br>Mit dem Projekt wurden Forschungen des Principal Investigators Hartmut Leppin zu der eben durch die Postsäkularismus-Debatte inspirierten These, dass die Ausbreitung des Christentums eine Neutralisierung bestimmter Räume generierte, fortgesetzt.</p>



<p>Das Projekt fragte danach, wie im Römischen Reich mit religiöser Vielfalt umgegangen wurde, nachdem mit dem Christentum eine Religion prominent geworden war, die sowohl einen Anspruch auf universale Gültigkeit als auch auf exklusive Wahrheit erhob. Die Frage nach der Rolle von Rechtfertigungsnarrativen bei der Herausbildung einer neuen normativen Ordnung hat sich als außerordentlich fruchtbar erwiesen, vor allem im Hinblick auf die Bedeutung christlicher Narrative für die Etablierung eines Kaisertums, das im christlichen Diskurs nicht vorgesehen war. Ferner hat das Projekt zur vergleichenden Perspektive beigetragen, insbesondere dazu, bestimmte Schlüsselbegriffe des Clusters, namentlich Toleranz, Anerkennung und Post-Säkularismus, kritisch zu reflektieren.</p>



<p>Die Arbeit erfolgte einerseits durch übergreifende Tätigkeiten des Projektleiters, andererseits durch eine Reihe von Spezialstudien teils durch den Projektleiter selbst, teils durch (assoziierte) Mitarbeiter. Unter ihnen war das Projekt der Mitarbeiterin Sophie Röder am wichtigsten: Es untersuchte die Regierungspraxis römischer Kaiser während der Jahre 253-268. Anhand von Gesetzeserlassen wurden die Reaktionen der Herrscher auf die Ausbreitung des Christentums behandelt, wodurch wichtige Erkenntnisse über die Wirkung religiöser Vielfalt auf normative Ordnungen gewonnen werden konnten. Die Arbeit wurde im Januar 2017 eingereicht.</p>



<p>Frau Röders Forschungen zogen die verbreitete These in Zweifel, derzufolge Verordnungen von Valerian (253-260) und Gallienus (253-268) die ersten systematischen Christenverfolgungen auslösten. Sie konnte überzeugend darlegen, dass diese Perspektive der christlichen Überlieferung der Quellen entspringt. Besonders wichtig innerhalb der Forschungen von Hartmut Leppin ist die Beobachtung, dass durch eine Politik der religiösen Neutralisierung bestimmter Bereiche eine zeitweilige Beruhigung erreicht werden konnte und dass in diesem Kontext Rechtfertigungsnarrative entstanden, die für moderne Ohren den Klang von Toleranz haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigsten Veranstaltungen in diesem Projekt:</h2>



<p>Podiumsdiskussion:&nbsp;<em>Im Namen Gottes? Monotheismus und Gewalt</em>, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide im Gespräch mit Prof. Dr. Harmut Leppin (in der Reihe Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“), Historisches Museum, Frankfurt am Main, 19. April 2017.</p>



<p>Vorlesungsreihe:&nbsp;<em>Modelling Transformation</em>&nbsp;(Ringvorlesung des Exzellenzclusters “Die Herausbildung normativer Ordnungen”), mit Vorträgen von Prof. Dr. Wolfgang Knöbl, Prof. Dr. Rudolf Stichweh, Prof. Dr. Eva Geulen, Prof. Dr. Andrew Abbott, Prof. Dr. Lorraine Daston, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Sommersemester 2016.</p>



<p>Frankfurt-Birmingham Study Day:&nbsp;<em>Contesting the Sacred – Contexts of Greek and Roman Religion</em>, University of Birmingham, 4. December 2015.</p>



<p>Internationaler Nachwuchsworkshop:&nbsp;<em>Religiöse Differenzierungen im Übergang von Kaiserzeit zur Spätantike</em>, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 29.–30. November 2013.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigsten Publikationen in diesem Projekt:</h2>



<p>*Leppin, Hartmut: „Christianity and the Discovery of Religious Freedom”,&nbsp;<em>Rechtsgeschichte / Legal History</em>&nbsp;22, S. 62–78. (French translation: „Le christianisme et la découverte de la liberté religieuse”, in: T. Itgenshorst und Ph. Le Doze (Hg.): La norme sous la République et le Haut-Empire romains (Scripta antiqua 96), Bordeaux, 2017, S. 217–237.</p>



<p>*Leppin, Hartmut: „Aspects of the Christianisation of Foreign Policy in Late Antiquity: The Impact of Religious Universalism”, in: G. Hellmann/A. Fahrmeir/M. Vec (Hg.):&nbsp;<em>The Transformation of Foreign Policy. Drawing and Managing Boundaries from Antiquity to the Present</em>, Oxford: Oxford University Press, 2016, S. 105–124.</p>



<p>Leppin, Hartmut: „Religiöse Vielfalt und öffentlicher Raum in der Spätantike“, in: M. Lutz-Bachmann (Hg.):&nbsp;<em>Postsäkularismus</em>&nbsp;(Normative Orders Bd. 7), Frankfurt am Main: Campus, 2015, S. 335–360.</p>



<p>*Leppin, Hartmut: „Überlegungen zum Umgang mit Anhängern von Bürgerkriegsgegnern in der Spätantike“, in: K. Harter-Uibopuu und F. Mitthof (Hg.):&nbsp;<em>Vergeben und Vergessen? Amnestie in der Antike. Beiträge zum ersten Wiener Kolloquium zur Antiken Rechtsgeschichte</em>&nbsp;(Wiener Kolloquien zur Antiken Rechtsgeschichte 1), Wien, 2013, S. 337–358; erweiterte englische Fassung: “Coping with the Tyrant’s Faction: Civil War Amnesties and Christian Discourses in the Fourth Century AD“, in: J. Wienand (Hg.):&nbsp;<em>Contested Monarchy. Integrating the Roman Empire in the 4th Century AD</em>, Oxford: Oxford University Press, 2015, S. 198–214.</p>



<p>Leppin, Hartmut: „Kaisertum und Christentum in der Spätantike: Überlegungen zu einer unwahrscheinlichen Synthese“, in: A. Fahrmeir und A. Imhausen (Hg.):&nbsp;<em>Die Vielfalt normativer Ordnungen. Konflikte und Dynamik in historischer und ethnologischer Perspektive</em>&nbsp;(Normative Orders Bd. 8), Frankfurt am Main, Campus, 2013, S. 197–223.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Personen in diesem Projekt:</h2>



<p><strong>Projektleitung / Ansprechpartner</strong></p>



<p>Leppin, Hartmut, Prof. Dr.</p>



<p><strong>Projektmitarbeiter</strong></p>



<p>Röder, Sophie</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://normativeorders.net/kaiserliche-politik-und-raeume-der-religionen-im-3-jahrhundert/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Genese und Geltung des Konzepts des Säkularen</title>
		<link>https://normativeorders.net/genese-und-geltung-des-konzepts-des-saekularen/</link>
					<comments>https://normativeorders.net/genese-und-geltung-des-konzepts-des-saekularen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 15:50:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsfeld 2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reverent-antonelli.23-88-7-78.plesk.page/?p=3954</guid>

					<description><![CDATA[Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann und Prof. Dr. Thomas Schmidt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Genese und Geltung des Konzepts des Säkularen</h2>



<p><strong>Projektleitung: </strong>Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann und Prof. Dr. Thomas Schmidt</p>



<p>Säkulare Gesellschaft und Religion sind in ihren Selbstbeschreibungen notwendig und konstitutiv aufeinander bezogen und zwar so, dass sie ihr Gegenüber als das Andere konstituieren, auf das sie zugleich als unverzichtbare semantische Ressource und Bedrohung ihrer Identität Bezug nehmen. Jeder abstrakte und einseitige Versuch, entweder die Unaufhaltsamkeit der Säkularisierung oder die Unverzichtbarkeit von Religion zu proklamieren, evoziert daher die Gegenreaktion der Verabschiedung dieser Verabschiedung.</p>



<p>Die Auffassung, dass Modernisierung mit dem notwendigen Verschwinden von Religiosität gleich zu setzen sei, wurde in den letzten Jahren stark kritisiert. Aber auch die Bestreitung und Relati¬vierung dieser These und die damit laut verkündete „Rückkehr der Religionen“ (Martin Riesebrodt) ist selbst wiederum bestritten worden. Bereits in den 60er Jahren haben Religionssoziologen zu engen theoretischen Rahmen der klassischen Säkularisierungstheorie kritisiert. Seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts kommt es zu einer anders akzentuierten Kritik an der klassischen Säkularisierungsthese. Sie wird aus der Perspektive von Positionen formuliert, welche die „säkularisierungsresistente“ Bedeutung der Religion stärker von ihrer politisch aktiven Rolle her bestimmen und weniger von ihrer gesellschaftlichen Integrationsfunktion.</p>



<p>Die Frage der Religion beschäftigt daher in der Gegenwart nicht nur die Religionsphilosophie, die Religionswissenschaft oder die Theologien, sondern in zunehmendem Maße auch die politische Philosophie. Dies hängt nicht nur mit politischen, gesellschaftlichen oder kulturellen Entwicklungen in den westlichen Gesellschaften zusammen, die der Religion im Raum der Öffentlichkeit einen größeren Stellenwert geben, als dies im Lichte der klassischen Säkularisieriungstheorien im Anschluss an Max Weber zu erwarten waren, sondern auch mit veränderten Prämissen innerhalb der Debatten der Philosophie selbst.<br>Der erste Schwerpunkt des einen Teilprojekts bestand in der die Untersuchung der Postsäkularitätsthese. Postsäkularismus, nach Habermas, widmet sich der Analyse und Erklärung des wachsenden Bewusstseins in den säkularisierten Gesellschaften heute, dass Religion aus einer sich weiterhin modernisierenden Gesellschaft nicht verschwindet, wie die weithin verbreitete Säkularisierungsthese besagt.<br>Ein zweiter Schwerpunkt dieses Teilprojekts zielte auf die Untersuchung des Postsäkularismus im Kontext postkolonialer Theorie. Dabei ging es um die Frage: Wie soll die theoretische Beschäftigung mit der Religion unter Bedingungen der Säkularisierung aus einer postkolonialen Perspektive verstanden werden?<br>Das dritte Teilprojekt beschäftigte sich mit den Herausforderungen, welche die Rede von Postsäkularität, wie sie von Habermas und Taylor verstanden wird, aus Sicht der normativen politischen Philosophie für die Rechtfertigung politischer Ordnungen, also säkularer, liberaler Demokratien mit sich zieht.<br>Nachdem im ersten Teilprojekt die Postsäkularismus-Konzeption von Habermas und Taylor in einem ersten Schritt rekonstruiert wurde, wurde sie anschließend problematisiert, indem diesen Konzeptionen der programmatisch anders angelegte Entwurf Talal Asads gegenübergestellt wurde. Insbesondere wurde die  epistemologische Dichotomie von Säkularität/Religiösität rekonstruiert und kritisch hinterfragt.</p>



<p>Zudem zeigte sich im zweiten Teilprojekt, in der Erörterung der Frage des Universalismus und Partikularismus bezüglich des Postsäkularismus-Begriffs, dass die inter-kontextuelle Erweiterung und Anwendung des Konzepts des Postsäkularismus auf der globalen Ebene gesucht werden sollte, und nicht vor dem Hintergrund der vom Universalismus geprägten normativen Säkularisierung. In einem vielbeachteten internationalen Workshop mit dem Titel „Postsecularism in a Global Context: New Perspectives on the Place of Religion in Postsecular Societies“ (Goethe-Universität, 4.-5. September 2015), an dem Vertreter aus Afrika, Mittel- und Nordamerika, Asien und Europa teilnahmen, wurden die Ergebnisse des zweiten Teilprojekts diskutiert. Die nunmehr anstehende Publikation dieser Arbeitsergebnisse wird zusammenfassend dokumentieren, welche kontextspezifischen Erfahrungen zu einer theoretischen Beschäftigung mit Religion im postkolonialen Kontext beitragen und welche Bedeutung sie für eine Politik im postkolonialen Kontext besitzen.</p>



<p>Im dritten Teilprojekt konnte eine Position entwickelt werden, die die Frage nach Religiosität und Säkularität politischer Deutungen und Diskussionsbeiträgen in eine Theorie des Pluralismus einfügt, der keine Selektion „angemessener“ und „unangemessener“ Deutungen entlang liberal demokratischer Positionen vollzieht. Ohne zu versuchen, religiöse Deutungsmuster als „vernünftig“ oder „rational“ zu verstehen, wurde die Frage danach gestellt, welchen Raum das nicht auf Vernunft Reduzierbare bei der Rechtfertigung politischer Ordnungen annehmen kann. Dabei wurde vorgeschlagen, die Frage nach der Vernunft und dem nicht auf Vernunft Reduzierbaren so zu formulieren, dass nicht nach der Vernunft und Rationalität der Glaubensinhalte, ästhetischen Erfahrungen etc. gefragt wird, sondern danach, ob es vernünftig sein kann, sich bei der Rechtfertigung politischer Entscheidungen auch auf das nicht auf Vernunft Reduzierbare zu berufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigsten Publikationen in diesem Projekt:</h2>



<p>Lutz-Bachmann, Matthias (Hg.):&nbsp;<em>Postsäkularismus. Zur Diskussion eines umstrittenen Begriffs</em>, (Normative Orders Bd. 12), Frankfurt am Main: Campus, 2015.</p>



<p>Lutz-Bachmann, Matthias und Michael Kühnlein (Hg.):&nbsp;&nbsp;<em>Vermisste Tugend? Zur Philosophie Alasdair MacIntyres</em>, Berlin: Berlin University Press, 2015.</p>



<p>Schmidt, Thomas und Annette Pitschmann (Hg.):&nbsp;<em>Religion und Säkularisierung. Ein interdisziplinäres Handbuch</em>, Stuttgart: Metzler, 2014.</p>



<p>Okeja, Uchenna B.:&nbsp;<em>Normative Justification of a Global Ethic: A Perspective from African Philosophy</em>, Lanham/Plymouth: Rowman &amp; Littlefield,&nbsp; 2013.</p>



<p>Winandy, Julien:&nbsp;<em>Normativität im Konflikt. Zum Verhältnis von religiösen Überzeugungen und politischen Entscheidungen</em>, Baden-Baden: Nomos, 2013.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Personen in diesem Projekt:</h2>



<p><strong>Projektleitung / Ansprechpartner</strong></p>



<p>Lutz-Bachmann, Matthias, Prof. Dr. Dr.</p>



<p>Schmidt, Thomas, Prof. Dr.&nbsp;</p>



<p><strong>Projektmitarbeiter</strong></p>



<p>Okeja, Uchenna, Dr.&nbsp;</p>



<p>Winandy, Julien, Dr. des.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://normativeorders.net/genese-und-geltung-des-konzepts-des-saekularen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Formierung einer neuen Geschlechterordnung in Tunesien nach der Revolution</title>
		<link>https://normativeorders.net/formierung-einer-neuen-geschlechterordnung-in-tunesien-nach-der-revolution/</link>
					<comments>https://normativeorders.net/formierung-einer-neuen-geschlechterordnung-in-tunesien-nach-der-revolution/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 15:49:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsfeld 2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reverent-antonelli.23-88-7-78.plesk.page/?p=3952</guid>

					<description><![CDATA[Projektleitung: Prof. Dr. Susanne Schröter]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Formierung einer neuen Geschlechterordnung in Tunesien nach der Revolution</h2>



<p><strong>Projektleitung: </strong>Prof. Dr. Susanne Schröter</p>



<p>In der Forschung, die in den Schwerpunkt „Post/ Säkularismus“ eingebettet war, wurde die neu verhandelte Geschlechterordnung des postrevolutionären Tunesien thematisiert. Frau Zayed arbeitet mit Parlamentarierinnen der islamistischen Ennahdha Partei in der verfassungsgebenden Nationalversammlung und beobachtete Entscheidungsprozesse. Nach langen politischem Ringen und Streiten endet die Transformationsphase mit der Verabschiedung der „neuen“ tunesischen Verfassung der „zweiten“ Republik am 26.01.2014.<br>Die tunesische Geschlechterordnung wird durch überkommene Bräuche, Religion und scheinbar unerschütterliche Hierarchien definiert. In dieser Hinsicht stemmen sich patriarchalische Eliten gegen einen sozialen Wandel, den die Jugend sucht und verlangt. Das war das Credo der tunesischen Revolution. Es geht um ein Thema, das aber eng mit Fragen des Rechts, der Wirtschaft und der Gesellschaftspolitik verwoben ist.<br>Die Interviews bildeten den Ist-Zustand im Hinblick auf die Geschlechterordnung der tunesischen Gesellschaft ab. Dabei spielte die Positionierung der Forscherin eine zentrale Rolle. Als kopftuchtragende Frau gewann Frau Zayed das spontane Zutrauen der Geschlechtsgenossinnen in der islamistischen Partei der Ennahdha, die einem männlichen Forscher keineswegs vergleichbar offen Auskunft gegeben hätten. Als bekennende Muslima erwarb sie zudem den Respekt von Männern, die ihr, der Wissenschaftlerin, auch auf Fragen die Antwort nicht verweigerten. Der Zugang zeigte ihr aber auch die Grenzen ihrer Arbeit. Die säkularorientierten Frauenrechtsaktivisten der „Association des Femmes Démocrates“ verweigerten ihr Antworten auf wissenschaftliche Fragen, weil sie das Kopftuch als „politisches Symbol“ ansahen. Aus diesem Grund wandelte sie ihre eingangs sehr weit gefasste Forschungsfrage und konzentrierte sich auf den Frauenflügel der prominentesten, islamistischen Partei Tunesiens.<br>Die Forschung zeigt ein rigides Islamverständnis der Akteurinnen und eine Persistenz traditioneller Rollenbilder. Es sind Frauen, die die Unterdrückungsmechanismen rechtfertigen und gegenüber der Jugend durchsetzen. Die patriarchalische Familie gilt als Keimzelle der tunesischen Gesellschaft, und das Machtwort des Vaters gilt bei den Islamisten als nichthinterfragbar. Vorehelicher Geschlechtsverkehr bei Frauen ist ein strafwürdiges Vergehen, bei Männern wird es ausschließlich als ein Kavaliersdelikt angesehen. Der Jungfräulichkeitskult nimmt immer groteskere Züge an und befördert nichts anderes als den ebenfalls verpönten Analverkehr unverheirateter Frauen sowie medizinische Betriebe in Tunesien, die künstliche Jungfernhäutchen herstellen und einsetzen. Homosexuelle müssen sich verstecken und werden strafrechtlich verfolgt. Geschiedene Frauen sind stigmatisiert und werden als schwer vermittelbar gebrandmarkt. Dazu kommt die sexuelle Gewalt, die zunimmt und selten zur Anzeige kommt, weil die Polizei fast immer das Opfer beschuldigt.<br>Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die skizzierte Doppelmoral ein gravierendes Problem für Frauen darstellt. Individuelle Rechte, die die Frauen schützen, müssen in Zukunft weiter durchgesetzt werden, vor allem gegen orthodoxe Muslime und gegen die mächtigen Salafisten.</p>



<p>Das Projekt befindet sich in der Phase der Verschriftlichung der Ergebnisse. Ziel ist, die Dissertation Ende des Jahres 2017 einzureichen.</p>



<p>Frühe Zwischenergebnisse wurden publiziert als:&nbsp;<br><br>Schröter, Susanne und Sonia Zayed: „Tunesien: Vom Staatsfeminismus zum revolutionären Islamismus“, in: S. Schröter (Hg.):&nbsp;<em>Geschlechtergerechtigkeit durch Demokratisierung? Transformationen und Restaurationen von Genderverhältnissen in der islamischen Welt</em>, Bielefeld: Transcript, 2013, S. 17–44.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Personen in diesem Projekt:</h2>



<p><strong>Projektleitung / Ansprechpartner</strong></p>



<p>Schröter, Susanne, Prof. Dr.</p>



<p><strong>Projektmitarbeiter</strong></p>



<p>Hensler, Jonas</p>



<p>Khatib, Hakim</p>



<p>Lang, Sabine, Dr.</p>



<p>Zayed, Sonja</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://normativeorders.net/formierung-einer-neuen-geschlechterordnung-in-tunesien-nach-der-revolution/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Normativität formaler Ordnungen und Prozeduren in der Antike – Mathematische und rechtliche Regelsysteme im Vergleich</title>
		<link>https://normativeorders.net/die-normativitaet-formaler-ordnungen-und-prozeduren-in-der-antike-mathematische-und-rechtliche-regelsysteme-im-vergleich/</link>
					<comments>https://normativeorders.net/die-normativitaet-formaler-ordnungen-und-prozeduren-in-der-antike-mathematische-und-rechtliche-regelsysteme-im-vergleich/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 15:48:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsfeld 2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reverent-antonelli.23-88-7-78.plesk.page/?p=3950</guid>

					<description><![CDATA[Projektleitung: Prof. Dr. Annette Warner (Imhausen)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Die Normativität formaler Ordnungen und Prozeduren in der Antike – Mathematische und rechtliche Regelsysteme im Vergleich</h2>



<p><strong>Projektleitung:</strong> Prof. Dr. Annette Warner (Imhausen)</p>



<p>Das Projekt &#8222;Normativität formaler Ordnungen und Prozeduren in der Antike – Mathematische und rechtliche Regelsysteme im Vergleich&#8220; ist Teil eines Projektes, das den Zeitraum von der Antike (inklusive Ägypten und Mesopotamien) bis in die Moderne erfassen soll. Systeme von Rechtsnormen (Verfassungen, Gesetzessammlungen, juristische Lehrtexte) und mathematische Satz- oder Regelsysteme stellen beide formale Ordnungen dar, deren Wert in bestimmten rechts- und wissenschaftstheoretischen Perspektiven gerade darin liegt, dass sie eine hohe innere Kohärenz besitzen, welche deduktive Ableitungen ermöglichen kann und in ihrer Anwendung auf konkrete Probleme eindeutige Entscheidungen (Problemlösungen) erstrebt. Auf beiden Seiten wird das Bestehen einer formalen Ordnung durch gewisse übergeordnete Normen geprägt, die den Aufbau und die Anwendung des Normen- bzw. Regelsystems leiten (im Folgenden: Meta-Normen).</p>



<p>Die Orientierung an solchen Meta-Normen, die einem formalen Verständnis von rechtlichen und mathematischen Ordnungen und Prozeduren zugrunde liegen, ist auf den ersten Blick ein charakteristisches Kennzeichen eines spezifisch modernen Rechts- und Mathematikverständnisses, formuliert und begründet vor allem in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts im Kontext der wissenschaftlichen und kulturellen Moderne, auf rechtstheoretischer Seite etwa durch Hans Kelsen, auf mathematischer Seite durch Vertreter der ‘modernen’ Mathematik, unter denen David Hilbert ikonische Stellung erlangt hat.</p>



<p>Allerdings – und dies bildet den Ansatzpunkt des vorliegenden Projekts – zeigt sich schon beim Blick auf sehr frühe Stadien schriftlich verfasster rechtlicher und mathematischer Systeme und Verfahren, dass der Aufbau formaler Ordnungen in diesen beiden (und in der Tat weiteren) Bereichen eine historisch frühe Errungenschaft mindestens mancher (wenn nicht gar aller) Schriftkulturen war. Die Herausbildung, aber auch die historische und kulturelle Variation jener Meta-Normen, die sich auf den Aufbau und die Anwendung formaler Ordnungen und Prozeduren in Recht und Mathematik beziehen, kann (und muss) daher als ein historischer Prozess der longue durée verstanden werden. Eben diesen Prozess in wichtigen Phasen besser zu verstehen ist das Ziel des hier vorgestellten Vorhabens.</p>



<p>Das Projekt untersucht anhand von ägyptischen, mesopotamischen, hethitischen sowie griechischen und römischen Rechtssammlungen und mathematischen Texten die Normativität formaler Ordnungen und Prozeduren. Die in den frühen Schriftkulturen entstehenden Regelsysteme geben bedeutende Aufschlüsse über die Bedingungen für die Normativität und Charakteristiken des Formalen, beispielsweise auf sprachlicher Ebene. Sie erzwingen eine Reflexion über die Begriffe von Kohärenz und Abstraktion und ermöglichen Rückschlüsse für die Gültigkeit, Anerkennung und prozedurale Durchsetzung von Normen in vormodernen Kulturen.</p>



<p>Die Erforschung der Regelwerke früher Schriftkulturen fördert wichtige Erkenntnisse über die Bedingungen für die Entstehung und Akzeptanz formal strukturierter Normensysteme. Die Bedeutung kasuistischer Verfahren, regionaler und temporaler Einflüsse sowie die Notwendigkeit von Konsistenz und Kohärenz in ihrer logischen Struktur lassen wichtige Aussagen über die Beschaffenheit von Ordnungssystemen zu, die auch in der Forschung zu neueren und neusten Entwicklungen verwendet werden können. Eine enge Zusammenarbeit mit Prof. Moritz Epple und Prof. Guido Pfeifer förderte die Diskussion der Ergebnisse projektübergreifend.</p>



<p>Der Austausch der Wissenschaftler über den Forschungsgegenstand und geeignetes Quellenmaterial wurde durch einen initialen Workshop im April 2013 sichergestellt. Dieser bereitete eine internationale Tagung vor, die im März 2015 stattfand. Die Ergebnisse wurden in einem weiteren Workshop im Februar 2016 diskutiert und werden zurzeit für eine Publikation aufbereitet. Der Workshop diente der weiteren Vernetzung der einzelnen Beiträge untereinander.</p>



<p>Vormoderne mathematische&nbsp; und rechtliche Textsammlungen weisen bereits spezifische formale Strukturen auf. Die Normativität dieser formalen Strukturen ist schon in den frühesten Texten aus Ägypten und Mesopotamien ausgeprägt und ermöglicht Rückschlüsse auf inhaltliche Einschnitte (vgl. z.B. die Analyse des Codex Hammurapi durch Jim Ritter und die Analyse des Codex Urnamma durch Hans Neumann). Zwischen Ägypten und Mesopotamien sind in Bezug auf die Verschriftlichung von Rechtstexten signifikante Unterschiede festzustellen (Annette Imhausen). Anhand hethitischer (Daliah Bawanypeck) und griechischer sowie römischer Rechtstexte (Markus Asper, Peter Gröschler) sowie Texten aus dem ptolemäischen Ägypten (Katelijn Vandorpe, Mark Depauw) lassen sich verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, wie durch Normativität (sprachliche Ausgestaltung, Formelhaftigkeit, besondere Gestaltung der Schriftträger) dauerhafte Gültigkeit und Autorität erzeugt werden sollten. Guido Pfeifer belegt die Verwendung mathematisch spezifizierter Werte in den mesopotamischen Rechtstexten als weitere Verbindung zwischen den beiden Fachgebieten.</p>



<p>Die Ergebnisse des Projekts erscheinen in Form eines Projektbandes (Publikation in Vorbereitung). Dieser wird in der Reihe KEF (Kārum – Emporion – Forum. Beiträge zur Wirtschafts-, Rechts- und Sozialgeschichte des östlichen Mittelmeerraums und Altvorderasiens) im Ugarit-Verlag erscheinen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigsten Veranstaltungen des Projekts:</h2>



<p>Vorträge: Hans Neumann (Münster) und Jim Ritter (Paris),&nbsp;<em>Wissensordnungen im Codex Ur-Namma und im Codex Hammurapi</em>&nbsp;(Wissenschaftshistorisches Kolloquium), Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen”, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 10. Mai 2016.</p>



<p>Workshop:&nbsp;<em>The Normativity of formal structures</em>, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen”, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 4.–5. Februar 2016.</p>



<p>Vortrag: Markus Asper (Berlin),&nbsp;<em>On the Authority of Normative Texts. Inscriptional Law and Mathematical Literature in Ancient Greece</em>&nbsp;(Wissenschaftshistorisches Kolloquium), Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen”, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 15. Dezember 2015.</p>



<p>Internationaler Workshop:&nbsp;<em>Die Normativität formaler Ordnungen und Prozeduren in der Antike und im Mittelalter: Mathematische und rechtliche Regelsysteme im Vergleich</em>, Exzellenzcluster „Die Herausbildung Normativer Ordnungen”, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 17.–19. März 2015.</p>



<p>Workshop:&nbsp;<em>Normativity of formal structures and procedures in the ancient world. A comparison of mathematical and juridical systems</em>, Exzellenzcluster „Die Herausbildung Normativer Ordnungen”, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 11.–13. April 2013.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Personen in diesem Projekt:</h2>



<p><strong>Projektleitung / Ansprechpartner</strong></p>



<p>Warner (Imhausen), Annette, Prof. Dr.&nbsp;</p>



<p><strong>Projektmitarbeiter</strong><br><br>Schmidl, Petra, Dr.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://normativeorders.net/die-normativitaet-formaler-ordnungen-und-prozeduren-in-der-antike-mathematische-und-rechtliche-regelsysteme-im-vergleich/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Professur des Exzellenzclusters – Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen</title>
		<link>https://normativeorders.net/professur-des-exzellenzclusters-ethnologie-kolonialer-und-postkolonialer-ordnungen-2/</link>
					<comments>https://normativeorders.net/professur-des-exzellenzclusters-ethnologie-kolonialer-und-postkolonialer-ordnungen-2/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 15:48:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsfeld 2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reverent-antonelli.23-88-7-78.plesk.page/?p=3948</guid>

					<description><![CDATA[Prof. Dr. Susanne Schröter]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Professur des Exzellenzclusters – Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen</h2>



<p>Prof. Dr. Susanne Schröter</p>



<p>Der Forschungsschwerpunkt der Cluster-Professur „Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen“ liegt auf Transformationen normativer Ordnungen in der islamisch geprägten Welt sowie in Ländern mit numerisch starken muslimischen Minderheiten. Dabei werden gegenwärtige Entwicklungen in den Bereichen Religion, Kultur und Politik sowohl in diachroner (kolonialer) als auch synchroner (postkolonialer) Perspektive untersucht, Theorie und Empirie eng miteinander verzahnt.</p>



<p>&nbsp;Methodisch sind ethnographische Verfahren, insbesondere die teilnehmende Beobachtung von besonderer Bedeutung. Die regionalen Schwerpunkte lagen auf Südostasien (Indonesien, Malaysia, Philippinen und Thailand), China, Zentral- und Südasien (Afghanistan, Pakistan, Indien, Iran), auf dem Mittelmeerraum (Türkei, Libanon, Ägypten, Tunesien und Marokko) sowie auf Westeuropa (Deutschland, England, Frankreich und Belgien).</p>



<p>Die Forschungen wurden von der Inhaberin der Professur, wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen und Doktorand/innen durchgeführt, die überwiegend aus den Ländern stammten, in denen die Studien durchgeführt wurden. Durch eine fortlaufende Vortragsreihe sowie internationale Workshops und Konferenzen wurde der Rahmen zusätzlich durch Fallbeispiele aus Afrika sowie weiteren Ländern Asiens erweitert, in denen keine eigenen Daten erhoben wurden.</p>



<p>Dadurch wurde es möglich, Veränderungen normativer Ordnungen in einer globalen Dimension zu erfassen, in der lokale, nationale, regionale und transnationale Aspekte miteinander korrespondieren. Im Verbund mit Kolleg/innen aus anderen Disziplinen des EXNO wurde der Schwerpunkt Post/Säkularismus konstituiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Religion als normbegründende Kraft eine zunehmende Bedeutung zuwächst und dass diese „Rückkehr der Religion“ (Riesebrodt) vorwiegend fundamentalistische oder sogar extremistische Kräfte stärkt.</p>



<p>Die Forschungen des Schwerpunktes wurden auf nationalen und internationalen Tagungen vorgestellt, die in Kooperation mit hessischen Ministerien (Soziales und Integration; Wissenschaft und Kunst), dem hessischen LKA, der Konrad Adenauer-Stiftung sowie dem französischen und dem US-Generalkonsulat standen. Sie führten zu zahlreichen Publikationen, darunter zu zwei Sammelbänden in der Clustereigenen Reihe im Campus Verlag. Im Bereich der Internationalisierung wurden acht Dissertationen ausländischer Doktorand/innen betreut. 2014 wurde das „Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam“ (FFGI) am EXNO gegründet, das die Sichtbarkeit des Forschungsschwerpunkts deutlich erhöhte und den Transfer der wissenschaftlichen Ergebnisse in Politik und Gesellschaft (Third Mission) erleichterte. Mitglieder des FFGI am EXNO wurden seitdem für Vorträge und Beratungen an Schulen und Jugendämtern, von Einrichtungen der Justiz, Verwaltung und Polizei sowie von politischen Parteien angefragt. Frau Prof. Schröter wurden ehrenamtliche Aufgaben in mehreren zivilgesellschaftlichen Einrichtungen, darunter dem Vorstand des Deutschen Orient-Instituts, dem Hessischen Informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE) und dem Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) übertragen.</p>



<p><strong>Die wichtigsten Publikationen dieser Professur des Exzellenzclusters:</strong></p>



<p>Schröter, Susanne: „Islamic feminism. National and transnational dimensions”, in: J. Cesari, (ed.),&nbsp;<em>Islam, gender and democracy,</em>&nbsp;Oxford: Oxford University Press, 2017, pp. 115-138.</p>



<p>Schröter, Susanne:&nbsp;<em>Gott näher sein als seiner eigenen Halsschlagader. Fromme Muslime in Deutschland,</em>&nbsp;Frankfurt: Campus, 2016.<br><br>Schröter, Susanne/Christoph Günther/Mariella Ourghi/Nina Wiedl: „Dschihadistische Rechtfertigungsnarrative und mögliche Gegennarrative“, in:&nbsp;<em>HSFK-Report 4/2016,</em>&nbsp;Frankfurt am Main.</p>



<p>Schröter, Susanne: „Die jungen Wilden der Ummah. Heroische Geschlechterkonstruktionen im Jihadismus“, in:&nbsp;<em>Friedensgutachten 2015,</em>&nbsp;Berlin: Lit, 2015, pp. 175-186.</p>



<p>Schröter, Susanne (ed.):&nbsp;<em>Geschlechtergerechtigkeit durch Demokratisierung? Transformationen und Restaurationen von Genderverhältnissen in der islamischen Welt,</em>&nbsp;Bielefeld: Transcript, 2013.</p>



<p>Schröter, Susanne (ed.):&nbsp;<em>Gender and Islam in Southeast Asia. Women&#8217;s rights movements, religious resurgence and local traditions,</em>&nbsp;Leiden: Brill, 2013.<br></p>



<p><strong>Die wichtigsten Veranstaltungen dieser Professur des Exzellenzclusters:</strong></p>



<p>&nbsp;<em>„Entstehung von islamistischem Terrorismus: Die Rolle rechtsfreier Räume und Parallelgesellschaften“,</em>&nbsp;February 3, 2017, Berlin.</p>



<p><em>„Muslimische Jugend – zwischen Integration, Abschottung und neuen Wegen“</em>, October 28, 2016, Frankfurt am Main.</p>



<p><em>„Welcher Islam gehört zu Deutschland?”,</em>&nbsp;April 29, Frankfurt am Main.</p>



<p><em>„Islamischer Extremismus: Prävention und Deradikalisierung zwischen Anspruch und Wirklichkeit“,</em>&nbsp;July 3, 2015, Frankfurt am Main.</p>



<p><em>„Salafismus und Jihadismus. Der Traum vom Gottesstaat im 21. Jh.”,</em>&nbsp;November 28, 2014, Frankfurt am Main.</p>



<p><em>“Islamism versus Post-Islamism? Mapping topographies of Islamic political and cultural practices and discourses“,</em> December 13 – 15, 2013, Frankfurt am Main.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://normativeorders.net/professur-des-exzellenzclusters-ethnologie-kolonialer-und-postkolonialer-ordnungen-2/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Professur des Exzellenzclusters – Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt</title>
		<link>https://normativeorders.net/professur-des-exzellenzclusters-wissenschaftsgeschichte-der-vormodernen-welt-2/</link>
					<comments>https://normativeorders.net/professur-des-exzellenzclusters-wissenschaftsgeschichte-der-vormodernen-welt-2/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chamich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 15:45:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschungsfeld 2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reverent-antonelli.23-88-7-78.plesk.page/?p=3942</guid>

					<description><![CDATA[Prof. Dr. Annette Warner (Imhausen)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Professur des Exzellenzclusters – Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt</h2>



<p>Prof. Dr. Annette Warner (Imhausen)</p>



<p>Zwei Themen stehen im Fokus der wissenschaftlichen Ausrichtung der Clusterprofessur: 1.) die Erforschung der vormodernen Wissenschaften, insbesondere der altägyptischen und mesopotamischen wissenschaftlichen Praktiken und ihrer Ausprägungen; sowie 2.) die Historiographie der vormodernen, insbesondere frühen antiken wissenschaftlichen Quellen.</p>



<p>Normative Ordnungen (und ihre Veränderungen) werden dabei im Bereich der frühen Wissenschaften durch die Analyse der wissenschaftlichen Quellen gefasst, denn die wissenschaftlichen Texte bilden formal strukturierte Normensysteme. Die Bedeutung kasuistischer Verfahren, regionaler und temporaler Einflüsse sowie die Notwendigkeit von Konsistenz und Kohärenz in ihrer logischen Struktur lassen Aussagen über die Beschaffenheit von Ordnungssystemen zu, die auch für die Forschung zu neueren und neusten Entwicklungen relevant sein können.</p>



<p>Die Forschung der Professur ist grob in drei Bereiche zu gliedern:</p>



<p>1.) Die Entwicklung der ägyptischen Mathematik von der Erfindung des Zahlensystems bis in die griechisch-römische Zeit<br>Die Entwicklung der ägyptischen Mathematik kann über einen Zeitraum von insgesamt 3000 Jahren vor dem Hintergrund verschiedener sozialer und kultureller Konstellationen verfolgt werden (Publikation: Ancient Egyptian Mathematics. A contextual history). Am detailliertesten ist dies zu den Zeiten möglich, aus denen sogenannte mathematische Texte vorliegen (Mittleres Reich und griechisch-römische Zeit). Diese sind entsprechend ihres prozeduralen Charakters als Algorithmen analysierbar (laufendes Projekt).</p>



<p>2.) Die Normativität formaler Ordnungen und Prozeduren in der Antike. Mathematische und rechtliche Regelsysteme im Vergleich<br>Zentrales Clusterprojekt, siehe Bericht: http://www.normativeorders.net/de/forschung/forschungsprojekte-2012-2017/66-forschung/forschungsprojekte-2012-2017/1316-die-normativitaet-formaler-ordnungen-und-prozeduren-in-der-antike-mathematische-und-rechtliche-regelsysteme-im-vergleich</p>



<p>3.) (Buchprojekt Daliah Bawanypeck) „Mesopotamische Gelehrte und ihre Texte – Normative Ordnungen und keilschriftliche Wissenskonzepte“ (ursprünglicher Arbeitstitel: Zur Funktion von Normierungen bei der Wissensüberlieferung in Mesopotamien)<br>Das Buchprojekt von Daliah Bawanypeck „Mesopotamische Gelehrte und ihre Texte – Normative Ordnungen und keilschriftliche Wissenskonzepte“ (ursprünglicher Arbeitstitel: Zur Funktion von Normierungen bei der Wissensüberlieferung in Mesopotamien) wurde weitergeführt. Die Studie, die sich mit keilschriftlichen Wissenstexten, schriftkundigen Experten und den Orten der Wissensakkumulation befasst, soll veranschaulichen, unter welchen Voraussetzungen sich die mesopotamischen Wissenskulturen bildeten, wer die Wissensträger waren und welche Erkenntnisprozesse und Instrumentarien bei der Herausbildung, Etablierung, Tradierung und Entwicklung von verschriftetem Wissen eine Rolle gespielt haben.</p>



<p>Die zentralen Ergebnisse lassen sich dabei wie Folgt skizzieren: In einer Publikation zu zwei Workshops aus der ersten Laufzeit des Clusters wurden insgesamt acht Fallstudien aus den Wissensgebieten Medizin, Magie und Ritual, Astronomie, Mathematik und Recht zur Analyse wissenschaftlicher Quellen im Bereich der frühen Wissenschaften untersucht. Da verschriftetes Wissen in beiden Kulturen geplant bewahrt und weitergegeben wurde, können sich die Paradigmen der institutionellen Wissensbewahrung in den Texten widerspiegeln. Die Fallstudien bieten sowohl Übersichten über die Texttraditionen einiger Wissensgebiete als auch Betrachtungen besonderer Aspekte bestimmter Textkorpora.<br>In der Monographie zur ägyptischen Mathematik wurde erstmalig eine Geschichte der ägyptischen Mathematik vorgelegt, die mit der Erfindung des Zahlensystems beginnt und mit den letzten indigenen demotischen Quellen endet. Für die Beschreibung der einzelnen Epochen wurde dabei die ägyptische Mathematik jeweils in ihren sozialen und kulturellen Kontext eingebettet, um die Entwicklungen besser verstehen zu können.</p>



<p>Im Anschluss an die Tagung und Publikation „Writing of Early Scholars in the Ancient Near East, Egypt, Rome and Greece“, die sich mit Übersetzungen antiker wissenschaftlicher Texte beschäftigte, wurde im Anschlussprojekt ein Handbuch zum Übersetzen früher wissenschaftlicher Texte erarbeitet und inzwischen vorgelegt. Dort werden von Experten für die einzelnen Kulturen Fallbeispiele aus den Bereichen der antiken Heilkunde, Astronomie, Astrologie und Mathematik benutzt um so an konkreten Beispielen Vorschläge zu machen, wie beim Übersetzen vormoderner wissenschaftlicher Texte zu verfahren ist. Die einzelnen Beiträge stellen außerdem fachspezifische Hinweise auf Übersetzungs- und Kommentierungswege sowie fachbezogene Übersichten über Hilfsmittel zur Verfügung, die das Übersetzen, das Verständnis und die Bewertung bereits vorhandener Übersetzungen antiker wissenschaftlicher Texte erleichtern sollen.</p>



<p>In der Untersuchung „Mesopotamische Gelehrte und ihre Texte – Normative Ordnungen und keilschriftliche Wissenskonzepte“ konnte gezeigt werden, dass die mesopotamische Gelehrsamkeit auf Verfahren bzw. Bedingungen (z.B. Systematisierung von Wissen in Form von Listen; auf der Funktionsweise der Keilschrift basierende Hermeneutik; bilinguale Schreiberausbildung) beruht, die schon seit Beginn der Schrifterfindung angelegt waren und sich im Laufe von drei Jahrtausenden weiter ausgeprägt haben.</p>



<p><strong>Die wichtigsten Publikationen dieser Professur des Exzellenzclusters:</strong></p>



<p>Imhausen, Annette:&nbsp;<em>Ancient Egyptian Mathematics. A Contextual History,</em>Princeton: Princeton University Press, 2016.</p>



<p>Imhausen, Annette &amp; Tanja Pommerening (eds.):&nbsp;<em>Translating Writings of Early Scholars in the Ancient Near East, Egypt, Greece and Rome. Methodological Aspects with Examples (Beiträge zur Altertumskunde 344)</em>, Berlin: de Gruyter, 2016.</p>



<p>Bawanypeck, Daliah &amp; Annette Imhausen (eds.):&nbsp;<em>Traditions of Written Knowledge in Ancient Egypt and Mesopotamia (Alter Orient und Altes Testament 403),</em>Münster: Ugarit, 2014.</p>



<p>Imhausen, Annette &amp; Tanja Pommerening (eds.):<em>&nbsp;Writings of Early Scholars in the Ancient Near East, Egypt, Rome and Greece (Beiträge zur Altertumskunde 286),</em>Berlin: de Gruyter, 2010.</p>



<p>Bawanypeck, Daliah &amp; Annette Imhausen: &#8222;Mesopotamien und Ägypten&#8220;, in: M. Sommer/ S. Müller-Wille/C. Reinhardt (eds.),&nbsp;<em>Handbuch Wissenschaftsgeschichte,</em>Stuttgart: J.B. Metzler, 2017, pp. 108-117.</p>



<p><strong>Die wichtigsten Veranstaltungen und Präsentationen dieser Professur des Exzellenzclusters:</strong></p>



<p>International Conference: Joint Maths Meeting in San Antonio, USA, January 2015.</p>



<p>International Conference: “History of ancient Astronomy and Mathematics”&nbsp; in Xi’an, China, August 23-29, 2015.</p>



<p>Public Lecture: “Schriftentstehung in Ägypten und Mesopotamien”, Goethe Lectures, Offenbach, Germany, October 12, 2015.</p>



<p>2nd annual Huxley Lecture on the History of Mathematics, Maynooth University, Irland, April 24, 2017.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://normativeorders.net/professur-des-exzellenzclusters-wissenschaftsgeschichte-der-vormodernen-welt-2/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
